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Ostkreis Mengsberg und die Schlaglöcher
Landkreis Ostkreis Mengsberg und die Schlaglöcher
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18:58 22.02.2020
Das Ziel der neuen Mengsberger Bürgerinitiative ist klar: der Ausbau der Durchfahrtsstraßen.  Quelle: Tobias Hirsch
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Mensgberg

Es ist fast immer wie ein schwaches Erdbeben. Rollt ein schwerer Lastzug durch den Ort, zittern bei vielen Gebäuden die Wände und sogar die Erde vibriert. Schuld daran ist offenbar der desolate Zustand der Durchgangsstraßen Hochlandstraße, Rotebergstraße und Treysaer Straße. Diese sind nicht nur viel befahren, auch die Straßendecke ist an vielen Stellen rissig und porös, sodass es immer wieder zu Erschütterungen kommt. Sorge bereitet den Anwohnern zudem der schmale Fußgängerweg entlang der Hauptverkehrswege im Ort, der besonders für Kinder und Mütter mit Kinderwagen gefährlich sei.

Michael Geisel, der seit zehn Jahren in Mengsberg lebt, sagt: „Wer in Mengsberg mit Kindern spazieren geht, der bekommt Angst.“ Auch Besucher der Stadt schütteln nicht selten den Kopf angesichts der maroden Straßen. So berichten Bewohner von Fremden, die ihnen sagten: „Ein Golddorf und dann solche Straßen.“

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65 interessierte Bürger

Die Vorgeschichte dazu ist lang. Nach den Kanalbauarbeiten in den drei Straßen sei nichts mehr gemacht worden. „Die Straßen sollten alle 40 Jahre gemacht werden, bei uns passiert nichts“, sagt Harald Trümner, der zu einer Bürgerinitiative gehört, die den schlechten Straßenzustand im Ort nicht länger hinnehmen will.

65 interessierte Bürger waren jetzt in die Hegeholzklause gekommen, um mehr über die Bürgerinitiative (BI) zu erfahren. Eine neunköpfige Kontaktgruppe hatte sich im Vorfeld schon Gedanken gemacht und Forderungen formuliert.
Manfred Stern, Sprecher der BI, erläuterte die Ziele:

  • Grundhafte EErneuerungen der maroden und sanierungsbedürftigen Hochlandstraße, Rotebergstraße und Treysaer Straße.
  • Einschränkung des überregionalen Durchgangsverkehrs, der künftig von der 
A 49-Anschlussstelle Schwalmstadt verursacht wird.
  • Erstellung eines integrierten Projektplanes zur Gestaltung der Durchfahrtstraßen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer.

Frank Klingelhöfer, Mitglied der Kontaktgruppe, wies darauf hin, dass der grüne hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Mengsberger Straßen nicht als vordringlich eingestuft habe. Die Kontaktgruppe sei sich deshalb einig, dass eine Unterstützung durch die Landesregierung nicht zu erwarten sei.

Bürgermeister Thomas Groll, der bei dem Treffen mit der BI dabei war, wollte diese Einschätzung so nicht teilen. Er erklärte, dass Hessen die Mittel für den Straßenbau 2020 erhöht habe, außerdem werde der Bedarfsplan aktualisiert. Die BI, die er ausdrücklich lobte, gründe sich zum richtigen Zeitpunkt. Groll betonte allerdings: „Was sie wollen sollen sie klar sagen, aber mit uns abstimmen.“

Die von Manfred Stern erklärten drei Ziele wurden so angenommen. In der anschließenden Diskussion ging es auch um die mögliche Herabstufung der Landes- und Kreisstraßen nach dem Weiterbau der A 49. Bürgermeister und BI waren sich einig, dass man die Straßen in dem Zustand nicht übernehmen werde, sondern es müsse zuvor eine ­Sanierung erfolgen.
Der BI sind bisher 79 Mengsberger beigetreten. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, betont Stern gegenüber der OP.

 von Klaus Böttcher     

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