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Ostkreis Wandern, wo getreidelt werden sollte
Landkreis Ostkreis Wandern, wo getreidelt werden sollte
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16:58 12.09.2021
Mitglieder des Verschönerungsvereins stellten Infotafeln entlang des neuen Wanderweges auf. 
Mitglieder des Verschönerungsvereins stellten Infotafeln entlang des neuen Wanderweges auf.  Quelle: Privatfoto
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Mengsberg

Die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins haben in Mengsberg einen weiteren Wanderweg eingerichtet. Dieses Mal beschäftigten sie sich mit einem Kanal, den Landgraf Carl von Hessen-Kassel einst hatte bauen wollen. Wäre der ehrgeizige Plan damals nicht am fehlenden Kleingeld gescheitert, dann wären in der Folge sogenannte Treidelkähne unter anderem durch Mengsberg und Hatzbach geschippert – entweder mit der Strömung oder dank des Treidelns dagegen: Pferde hätten dann die Kähne gezogen.

„Bei uns wären lauter Staustufen gebaut worden, da es recht steil ist. Außerdem sollte der Kanal durch die örtlichen Quellen gespeist werden“, berichtet Vereinsvorsitzender Helmut Zieße und betont, dass der neue Wanderweg dort entlangführt, wo einst der Kanal hätte fließen sollen. Entsprechend gebe es dazu beziehungsweise zu mittelalterlichen Markt- und Militärwegen auf extra angebrachten Tafeln Informationen.

Kooperation mit Verein

Weitere Themen seien beispielsweise historische Siedlungsgeschichte, Verkehrstechniken oder Mobilitätsformen. Und die Bänke am Wegesrand haben die Mengsberger so gestaltet, dass sie an die Treidelkähne (ein Modell steht am Dorfeingang) erinnern.

Für das Projekt haben die Mengsberger mit dem Verein „Hugenotten- und Waldenserpfad“ kooperiert, denn die Rundwegschleife „Durch Raum und Zeit“ führt eben genau von jenem Pfad ab. Am Sonntag, 19. September, steht die Eröffnung an. Treffpunkt ist dann um 14 Uhr am Mühlenweg. Auf Schleppern und Anhängern geht’s dann zur Wüstung Gerwigshain, wo um 15 Uhr ein Band symbolisch durchgeschnitten und der Rundweg eröffnet wird.

Begrenzte Zahl an Teilnehmern

Während der Wanderung werden Experten, beispielsweise Karl Friauf, über Themen berichten wie „Historische Wege, historische Verkehrsbeziehungen“, die „Treidelkanaltrasse über die Rhein-Wasserscheide als technische Herausforderung im 18. Jahrhundert“ oder „Flucht und Ankommen tausender Hugenotten in Hessen im 17. Jahrhundert“. Um 17 Uhr geht es zurück ins Dorf. Für die Verpflegung sorgt der Heimat- und Verschönerungsverein.

Weitere Informationen

Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist die Zahl der Teilnehmer (die auf die Corona-Vorschriften achten müssen) begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist bis Montag (13. September) erforderlich: Per E-Mail an info@hugenotten-waldenserpfad.eu oder telefonisch bei Helmut Zieße unter 0 66 92 / 17 66. Bei der Kulturwanderung handelt es sich um eine Aktion im Rahmen des bundesweiten Aktionstags „Tag der Regionen 2021“. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Die Anlage des Rundwegs und die Treidelkahn-Installation am Dorfeingang wurden 2020 mit Mitteln des Hessischen Förderprogramms „Regionalbudget“ gefördert.

Von Florian Lerchbacher