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Ostkreis Mehr Kontrollen und deutliche Appelle
Landkreis Ostkreis Mehr Kontrollen und deutliche Appelle
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14:41 01.04.2021
In Stadtallendorf gilt auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Herrenwaldstraße ab sofort Maskenpflicht.
In Stadtallendorf gilt auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Herrenwaldstraße ab sofort Maskenpflicht. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf/Neustadt/Marburg

Ab dem heutigen Donnerstag (1. April) gelten auf einigen Straßen, Plätzen und Flächen auch in Stadtallendorf und Neustadt eine Maskenpflicht und zusätzlich ein Alkoholverbot rund um die Uhr (die OP berichtete auf „Landkreis“). Das hat der Landkreis gestern nun auch formal per Allgemeinverfügung angeordnet.

Wie berichtet, kam diese Anordnung in ganz enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden zustande. Sie hatten dem Kreis die Orte vorgeschlagen, wo sie aus unterschiedlichen Gründen heraus Handlungsbedarf sehen. Angeordnet ist ein Mund-Nasen-Schutz.

Einige halten sich jetzt schon dran

In Neustadt waren am gestrigen Mittwochvormittag in der Markstraße schon zahlreiche Menschen von sich aus mit Maske unterwegs, zumeist, weil sie einkaufen wollten. Auf der Parkplatzfläche vor dem Einkaufszentrum an der Herrenwaldstraße in Stadtallendorf zogen sich viele Menschen ihre Maske nach Verlassen der Geschäfte allerdings gleich wieder vom Gesicht.

Das ist dort ab dem heutigen Donnerstag (1. April) nun nicht mehr zulässig. Für welche Bereiche die Maskenpflicht und das Alkoholverbot in Stadtallendorf im Einzelnen gilt, lesen Sie noch einmal in unserem Infokasten. Die Verfügung des Landkreises ist bis zum 18. April befristet.

Einsätze gerade auch am Abend

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi begrüßt die neue Verfügung nachdrücklich, die Stadt habe daran intensiv mitgewirkt. „In diesen Bereichen haben wir in der Vergangenheit immer wieder Verstöße gegen schon bestehende Corona-Verordnungen festgestellt, auch in den Abendstunden“, sagt er. Schon jetzt habe es Kontrollen gegeben, die werde die Stadt nun wenn nötig massiv ausbauen.

Wenn Hinweise nicht reichten, dann werde es auch weiterhin Bußgelder geben. Wobei die Maskenpflicht nicht flächendeckend in der Innenstadt etwa gilt. Die Stadtmitte rund um den Brunnen ist beispielsweise in der Liste nicht enthalten. Auch im „alten Dorf“ etwa scheint es bisher keinerlei Anlass zu geben aus Sicht von Stadt und Landkreis.

Ordnungsamt aktualisierte die Dienstpläne

Das Ordnungsamt habe seine Dienstpläne in den vergangenen Tagen bereits aktualisiert und entsprechend umgestellt. „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter, die großen Einsatz bringen und auch abends und an den Feiertagen unterwegs sein werden“, unterstreicht er.

Doch wie will die Stadt die Bürger über die neuen Vorgaben informieren? Seit Beginn der Pandemie setzt Stadtallendorf bereits auf eine umfassende Beschilderung. Überall im Stadtgebiet finden sich Hinweise auf Hygiene- und Abstandsregeln. Jetzt solle es zusätzliche Hinweise besonders auf die Maskenpflicht geben.

Die sozialen Medien werden eingesetzt

Außerdem setzt Somogyi auf Mitteilungen und Hinweise in den sozialen Medien, insbesondere via Facebook, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Schilder sind ebenfalls in Arbeit. Und Somogyi setzt auch auf „Multiplikatoren“, wie etwa die Moscheegemeinden, um die Änderungen zu verbreiten.

Bei den Kontrollen setzt die Stadt zunächst ganz auf ihre eigenen Mitarbeiter, auch wenn Polizeibeamte offensichtliche Verstöße auch ahnden dürften. Die Polizeistation Stadtallendorf habe die Stadt seit Wochen intensiv unterstützt und auch beraten, dort sehe er kaum mehr Spielraum für eine Hilfe, so Somogyi.

Groll setzt auf die Vernunft

In Neustadt begründet Bürgermeister Thomas Groll die Maskenpflicht vor allem mit dem starken Fußgängerverkehr von und in Richtung Bahnhof über die Marktstraße und die teils engen Gehwege. Er spricht ausdrücklich von einer „Testphase“.

Eine Bewertung soll es bei Ablauf der Verordnung geben. Sein Appell an die Bürger: „Bitte tragen Sie die Masken auf diesen wenigen Metern nun ebenfalls wie in einem Geschäft.“ Er sehe in dieser zusätzlichen Verordnung einen kleinen Beitrag im Kampf gegen das Infektionsgeschehen. Groll verweist auf die aktuellen Zahlen.

Ab dem heutigen Donnerstag geltend

Am gestrigen Mittwoch (31. März) gab es in Neustadt 62 aktive Fälle. Damit gebe es gemessen an der Einwohnerzahl ein hohes Infektionsgeschehen. „Und es gibt keine Fälle in der Erstaufnahmeeinrichtung“, betont Groll zugleich.

Warum wurde der Bürgerpark, anders als der Stadtallendorfer Heinz-Lang-Park, nicht einbezogen? „Der Park ist so groß, da kann man sich problemlos aus dem Weg gehen, anders als auf engen Wegen“, antwortet Groll. Auch die Stadt Neustadt arbeitete am gestrigen Mittwoch (31. März) bereits an einer Beschilderung, um Menschen darauf hinzuweisen, dass nun ab dem heutigen Donnerstag (1. April) andere Regeln gelten. Es werde bedarfsgerechte Kontrollen geben, so Groll. „Aber wir stellen natürlich keine Mitarbeiter an den Anfang oder das Ende der Straße, um zu kontrollieren“, sagt er auch.

Wo gelten die neuen Anordnungen im Ostkreis?

In Stadtallendorf gelten die Maskenpflicht und das Alkoholverbot auf folgenden Flächen: Gelände der Georg-Büchner-Schule „Am Lohpfad“, Parkplatz Freibad in der Waldstraße zwischen „Stadionweg“ und Heinz-Lang-Park, Festplatz in der „Herrenwaldstraße“, Heinz-Lang-Park von der Waldstraße bis zum Gelände des Herrenwaldstadions und vom „Stadionweg“ bis zur „Herrenwaldstraße“, Bereich Marli-Teich zwischen „Gerhart-Hauptmann-Straße“ und „Iglauer Weg“, Parkflächen auf dem Gelände des Einkaufszentrums „Herrenwaldstraße“, Niederkleiner Straße beide Straßenseiten, Waldstraße beide Straßenseiten, Bereich um die Bärenbachhalle „Am Lohpfad“/Wendehammer Astrid-Lindgren-Schule, Bereiche Rathausvorplatz und Stadthalle von der „Bahnhofstraße“ bis „Am Bärenbach“ und „Am Lohpfad“ bis zur Bärenbachschule. In Neustadt: Bahnhofstraße einschließlich Bahnhofsvorplatz und Marktstraße einschließlich Marktplatz. 

In Marburg kontrolliert die Stadtpolizei – wie bisher auch – mit allen Kräften die Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln und nun auch die Einhaltung der Maskenpflicht und des Alkoholverbots in der Innenstadt. Das teilte das Presseamt der Stadt marburg auf Anfrage der OP mit. „Bisher haben sich innerhalb des vergangenen Jahres die Menschen in Marburg in überwiegender Mehrheit an die jeweils geltenden Bestimmungen gehalten“, sagte Patricia Grähling vom Presseamt. Die Stadt Marburg appelliert an die Menschen, an ihre Vernunft und Solidarität, sich zum eigenen Schutz auch weiterhin an die Regeln zu halten – nun auch an die Maskenpflicht und das Alkoholverbot.

Am GGS gilt Hausrecht

Das Georg-Gaßmann-Stadion, an dem sich auch häufiger größere Ansammlungen von Menschen aufhalten, ist kein öffentlicher Platz, an dem eine Regelung per Verordnung durch den Landkreis möglich wäre. Es gilt Hausrecht. Und über das Hausrecht gilt im Georg-Gaßmann-Stadion bereits seit 2019 grundsätzlich ein Alkoholverbot. Der Parkplatz vor dem Gassmann-Stadion ist die Stadt nicht für besondere Aufenthaltsqualität oder als Treffpunkt grösserer Gruppen bekannt, im Gegensatz etwa zum Messeplatz. Eine Kontrolle von Maskenpflicht sei deswegen nicht notwendig. 

„Wenn sich herausstellt, dass es an anderen als den in der Allgemeinverfügung genannten Orten zu Problemen kommt, werden wir beim Landkreis um eine entsprechende Erweiterung bitten.“

An folgenden Orten gelten ab Donnerstag ein Alkoholverbot und eine Maskenpflicht:

In der Universitätsstadt Marburg gelten die Maskenpflicht und das Alkoholverbot auf den Lahnterrassen, dem Elisabeth-Blochmann-Platz, dem Gerhard-Jahn-Platz, dem Vorplatz des Erwin-Piscator-Haus, auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs samt Busbahnhof. Dazu im Schlosspark, dem Dallesplatz im Stadtteil Ockershausen, im Schülerpark, im Northampton-Park sowie dem Lahnvorland und Lahnauen von Südspange (L 3125 bis Afföllerwiesen/Heinrich-Pöttner-Brücke. Außerdem gilt die Allgemeinverfügung im Alten Botanischer Garten, am Hanno-Drechsler-Platz, in der Untergasse, der Barfüßerstraße, der Straße "Markt", der Ritterstraße sowie an den Schlosstreppen und dem Schlosssteig. Dazu kommen die Marktgasse, die Hofstatt, das Lahntor, der Hirschberg, die Reitgasse, die Wettergasse, die Neustadt, der Steinweg, der Pilgrimstein, der Rudolphsplatz, die Bahnhofstraße und am Christa-Czempiel-Platz. Außerdem gelten die Verfügungen am Ortenbergsteg, der Nikolaistraße, dem Lutherischer Kirchhof, dem Friedrichsplatz und auf dem Messeplatz Marburg

Von Michael Rinde und Till Conrad

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