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Ostkreis Mehr Nachhaltigkeit, mehr Fördergeld
Landkreis Ostkreis Mehr Nachhaltigkeit, mehr Fördergeld
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14:00 28.03.2022
Susanne Fritsch (von links), Bürgermeister Christian Somogyi, Wigbert Feldpausch und Jürgen Henkel auf der Baustelle des Feuerwehr-Stützpunktes. 
Susanne Fritsch (von links), Bürgermeister Christian Somogyi, Wigbert Feldpausch und Jürgen Henkel auf der Baustelle des Feuerwehr-Stützpunktes.  Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Noch haben die Abriss- und Abraumbagger auf dem Gelände reichlich zu tun. Der Abriss des alten Feuerwehrstützpunktes in der Straße des 17. Juni ist nach wie vor im Gange. Auf dem Gelände türmen sich noch die Schotterberge. Gleichzeitig ist ein mit einem großen Meißel bestückter schwerer Bagger dabei, die Reste der einstigen Bodenplatte des Gebäudes zu zertrümmern. Voraussichtlich bis Ende März hat das Abbruchunternehmen noch auf der Baustelle Feuerwehrstützpunkt zu tun.

Die frühere Metallgarage ist abgebaut, sie ist jetzt Teil des Quartieres der Schweinsberger Feuerwehr und geht somit auch nicht verloren.

Unterdessen hat Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) mal gute Nachrichten in Sachen Finanzen im Gepäck. Schon länger hatte sich abgezeichnet, dass dieses Großprojekt Feuerwehrstützpunkt teurer ausfällt, als mal erhofft und kalkuliert. Schuld ist die Baukostenentwicklung. Doch eine Verschiebung stand am Ende nicht mehr zur Debatte. „Dafür waren wir schon viel zu weit“, sagt Somogyi beim Ortstermin.

Die gute Nachricht betrifft die Fördergelder für das Projekt. Bisher sah alles so aus, dass sich Stadtallendorf mit der Standardförderung des Landes für so eine Pflichtaufgabe bescheiden muss. Rund 450 000 Euro bekommt Stadtallendorf vom Land als festen Zuschuss für den Neubau gewährt (die OP berichtete).

Jetzt kommen noch einmal 1,18 Millionen Euro Fördergelder hinzu, und zwar aus dem Programm „KfW-Effizienzhaus 40 für Nichtwohngebäude“. Dort handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundes, das Anfang des Jahres in die Schlagzeilen kam, weil die Mittel ausgeschöpft waren. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (B90/Die Grünen) hatte nachgesteuert und zusätzliche Gelder bereitgestellt.

Bessere Dämmung, dichtere Fenster

Was bedeutet das konkret für das Projekt Feuerwehrgerätehaus? Um den Energiespar-Standard, den das Programm zwingend fordert, zu erreichen, investiert Stadtallendorf bei diesem Neubau in zusätzliche Dämmung, wie Projektleiterin Susanne Fritsch erläutert. Außerdem sind jetzt noch dämmendere Fenster und Türen vorgesehen. Unter dem Strich muss dieser Neubau nach dem „KfW 40“-Standard 60 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein Referenzhaus, das die Einsparverordnung hundertprozentig erfüllt.

Um dieses Ziel zu schaffen, investiert Stadtallendorf noch einmal 130 000 Euro mehr als bisher vorgesehen. Das lohnt sich trotzdem, wie eine einfache Rechnung zeigt. Es verbleibt eine zusätzliche Förderung von 1,05 Millionen Euro. Bisher plante die Stadt mit Baukosten von insgesamt zwölf Millionen Euro. Abzüglich aller Fördergelder bleiben also noch gut zehn Millionen Euro, die aus dem Haushalt zu finanzieren sind.

Somogyi hebt im Gespräch mit der OP den Einsatz der Verwaltung bei der Fördergeld-Suche hervor. Dass sich dieser Einsatz jetzt gelohnt habe, sei aus Sicht der Stadtkasse sehr erfreulich. „Wir schauen immer nach Förderungen, dort hat sich die weitere Suche jetzt ausgezahlt“, so sein Statement. Eingebunden waren der Fachbereich 4 mit Projektleiterin Fritsch, der Fachdienstleiter Technik Jürgen Henkel und der Eigenbetrieb Dienstleistungen und Immobilien unter Leitung von Wigbert Feldpausch. Auf der Feuerwehr-Baustelle wird aber nicht nur abgerissen. In diesen Tagen beginnen die nötigen Kanalarbeiten. Direkt an der Straße wird eine Stützmauer mit Betonelementen aufgebaut. Etwa drei Meter von ihr entfernt entsteht der Neubau.

Aller Schotter, der beim Abbruch entstanden ist, muss übrigens abgefahren werden und darf nicht später auf der Baustelle wieder verwendet werden. „Denn wir liegen hier in der Wasserschutzzone, da ist das nicht zulässig“, so Susanne Fritsch. Bisher stimmten der Zeit- und Kostenplan, erläutert sie weiter. Die Rohbauarbeiten sind vergeben, im Mai rücken die Baufahrzeuge an.

Von Michael Rinde

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