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Ostkreis Schulweg soll sicherer werden
Landkreis Ostkreis Schulweg soll sicherer werden
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09:00 18.03.2022
Einmal quer durchs Dorf führte der Spaziergang, bei dem insbesondere die Grundschüler auf Gefahrenstellen hinwiesen.
Einmal quer durchs Dorf führte der Spaziergang, bei dem insbesondere die Grundschüler auf Gefahrenstellen hinwiesen. Quelle: Lerchbacher
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Mardorf

An vielen Stellen ist der Bürgersteig viel zu schmal, manchmal fehlt er komplett – und dann gibt es noch einen Stein, der sich mitten auf dem Gehweg befindet und Fußgänger und vor allem Tretrollerfahrer behindert. Grundschüler Erik hat so einiges zu bemängeln auf seinem Weg durchs Dorf zur Mardorfer St. Martin-Schule. Und auch Oskar und Emil haben einige Kritikpunkte, zum Beispiel, dass die Marburger Straße kaum einsehbar ist, wenn man aus der Straße „Am Breitenstein“ kommt. Vor allem aber direkt an ihrer Schule stört sie vieles, insbesondere die fehlenden Querungshilfen und die unübersichtliche Situation insgesamt: „Ich weiß gar nicht, in welche Richtung ich als Erstes schauen soll“, sagt einer der drei Jungs.

Ein Erwachsener, der sich schon lange im Verkehr zurechtfindet, mag rund um die Schule vielleicht die Übersicht behalten können, doch derzeit sind die Schülerinnen und Schüler gefragt: Die Grundschule Mardorf nutzt das vom Land Hessen geförderte Beratungs- und Qualifizierungsprogramm „Besser zur Schule“ und will gemeinsam mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Gesellschaft für integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm GmbH) und der Sweco GmbH einen „Schulmobilitätsplan“ erarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei, den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen.

80 Prozent der Eltern beteiligten sich

Erster Schritt war es, die Eltern der Kinder aus Mardorf und Roßdorf zu befragen. Rund 80 Prozent nutzten das Angebot und äußerten sich zu Gefahrenstellen, freut sich Schulleiterin Elisabeth Schäfer, die gemeinsam mit Kolleginnen und einigen Eltern auch beim zweiten Schritt dabei war: den Ortsbegehungen in den beiden Dörfern, an denen neben Mitarbeitenden der beiden GmbHs auch der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, weitere Vertreter des Landkreises, Timo Huhn (Verkehrssachbearbeiter bei der Polizei) sowie Ordnungsamtsleiter Marco Puchowski und Kollegin Birgit Gruß von der Stadt Amöneburg teilnahmen.

Für einige Probleme ließen sich dabei sofort Lösungen finden: An einer kleinen Brücke über „die Bach“ (Lamborn) gibt es keinen Bürgersteig. Da auch die Straße dort ohnehin sehr schmal ist, schlug Huhn vor, zwei Poller aufzustellen und die Fahrbahn so zu verjüngen. Das sorge in der Tempo-30-Zone für eine weitere Beruhigung des Verkehrs und bringe zudem einen geschützten Bereich für Fußgänger mit sich – eine Anregung, die Puchowski gerne aufnahm. Und Huhn konnte auch Oskar einen Tipp geben, wie er sich einen besseren Überblick verschaffen kann: einfach weit vor der T-Kreuzung die Straße queren, denn dort sind alle Richtungen besser einsehbar.

Schulmobilitätsplan soll entstehen

Ein Thema, das bei der Entwicklung des Schulmobilitätsplans einer genaueren Betrachtung bedarf, ist allerdings die Situation direkt an der Schule. Dort kommen schließlich einige Dinge zusammen, angefangen bei scharfen Kurven über schmale Bürgersteige bis hin zu den Bushaltestellen – an denen oftmals auch noch (unerlaubterweise) Autos parken, die insbesondere für Kinder den Blick in die Straße behindern. „Der Verkehrsraum ist üppig – allerdings schlecht eingeteilt“, urteilte Iris Pollesch (Sewco GmbH) spontan. Will heißen: Die Lage ist nicht hoffnungslos und eine Lösung der Problematik an dieser Stelle scheint möglich.

Außerdem soll sich beim Erstellen des Konzeptes Gedanken über die schmalen Wartebereiche an Bushaltestellen, die Parkplätze für Lehrer sowie über den „Hol- und Bringdienst“ Gedanken gemacht werden – schließlich ist in den teils schmalen und verworrenen Gassen Mardorfs zu Beginn und am Ende der Schulzeit einiges los, was die Verkehrssituation rund um die Schule auch nicht besser macht. Und auch für Roßdorf stehen Überlegungen an: Ging es in Mardorf während der Ortsbegehung quasi einmal durchs Dorf, standen im Nachbarort die Homberger Straße sowie die Marburger Straße im Fokus.

Die Erkenntnisse zu den neuralgischen Punkten in den beiden Amöneburger Stadtteilen sollen nun in die Entwicklung des Schulmobilitätsplans einfließen. Geplant sind noch zwei Beratungstermine beziehungsweise Workshops an der Grundschule, in denen mögliche Veränderungen auf der Tagesordnung stehen. Für Mai oder Juni ist ein Termin zur „Finalisierung des Schulmobilitätsplans“ vorgesehen, das endgültige Konzept soll im Herbst vorliegen.

Von Florian Lerchbacher