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Ostkreis Lichtblick für notleidende Kinder
Landkreis Ostkreis Lichtblick für notleidende Kinder
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13:11 14.08.2021
Nadine Weigel, Vorsitzende des Miro-Kinderhilfsprojektes, freut sich über die Spende von Andreas Hanisch, Vorsitzender der Magdalena-Schneider-Stiftung.
Nadine Weigel, Vorsitzende des Miro-Kinderhilfsprojektes, freut sich über die Spende von Andreas Hanisch, Vorsitzender der Magdalena-Schneider-Stiftung. Quelle: Foto: Miriam Prüßner
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Langenstein

Sie kann ihr Glück kaum fassen. „Das ist der Wahnsinn“, kommentiert Nadine Weigel die Spende, die ihr Andreas Hanisch symbolisch mit einem Scheck überreicht. 10 000 Euro spendet die Magdalena-Schneider-Stiftung an das Miro-Kinderheim. „Wir unterstützen gern kleine Projekte, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen“, begründet Andreas Hanisch, Vorsitzender der Stiftung, die großzügige Spende.

Seit mehr als zehn Jahren gibt das Miro-Kinderheim im ostafrikanischen Kenia Kindern ein Zuhause, die alles verloren haben. Kindern, die als Babys zum Sterben auf den Müll geworfen wurden. Die auf der Straße lebten, gehungert haben und missbraucht wurden. „Die Schicksale, die diese Kinder hinter sich haben, machen mich immer noch sprachlos“, sagt Nadine Weigel. Die OP-Redakteurin und Vorsitzende des Help-For-Miro-Vereins kämpft mit einem kleinen Team an Freiwilligen seit Jahren für ein besseres Leben dieser Kinder und war vor der Corona-Pandemie jährlich vor Ort.

Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe

„Durch Spenden aus dem Landkreis konnten wir bisher insgesamt mehr als 160 Kindern helfen“, so Weigel. Das Kinderhilfsprojekt finanziert die Ernährung, medizinische Versorgung sowie die Schulausbildung der Kinder sowie den Koch und die Hausmütter. „Leider geht ein großer Teil der Spenden noch für die Miete für das viel zu kleine Haus drauf“, erklärt Weigel den Grund, warum der Verein sich seit Jahren für den Bau eines eigenen Hauses einsetzt. Ein Stück Land konnte der Verein bereits erwerben. Das kommt den 45 Kindern, die permanent im Miro-Heim leben, gerade jetzt zugute.

Auf dem Grundstück baut das Miro-Team mit den Kindern Mais, Spinat, Kohl und Bananen an. „Zum einen sind wir so unabhängig von den durch Corona exorbitant gestiegenen Lebensmittelpreisen, zum anderen lernen die Kinder so, wie man Lebensmittel selbst anbaut“, erläutert Weigel. Diese Hilfe zur Selbsthilfe war auch für Andreas Hanisch mit ein Grund, das Projekt zu unterstützen. „Wir sehen eine große Chance darin, dass durch den Lebensmittelanbau den Kindern in Kenia eine echte Perspektive gegeben wird“, betont er. Der Vorsitzende der Magdalena-Schneider-Stiftung ist selbst Landwirt und weiß, wie wichtig nachhaltige Landwirtschaft ist. Zusammen mit seiner Frau Petra widmet er sich in Langenstein der ökologischen Landwirtschaft und dem Gemüseanbau, beliefert unter anderem Boßhammersch Hof in Großseelheim. In einem kleinen Selbstbedienungsladen auf dem Aussiedlerhof am Ortsrand bieten sie Kartoffeln, Karotten, Pastinaken, Kohl, Salate und vieles anderes aus eigenem Anbau an.

Ehepaar verdoppelt eingehende Spenden

„Die konventionelle Landwirtschaft wird den Hunger der Welt nicht stillen. Den Kindern und Jugendlichen werden Praktiken der Selbstversorgung vermittelt, die darauf beruhen mit einfachsten technischen Mitteln die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten, diese zu verbessern, um gute Grundlagen für die Erzeugung von Lebensmitteln zu schaffen. Nur so funktioniert Entwicklungshilfe in strukturell schwachen Ländern“, so der Inhaber der Öko-Agrar-GbR.

Die Magdalena-Schneider-Stiftung wurde im vergangenen Jahr gegründet und unterstützte bereits die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg sowie Mobilo e.V. Dass die Magdalena-Schneider-Stiftung gerade jetzt 10 000 Euro an das Miro-Heim spendet, ist für das Kinderhilfsprojekt ein riesiger Glücksfall. Denn bis zum 31. August werden alle Spenden, die auf dem Konto von Help-for-Miro eingehen, verdoppelt. Ein Ehepaar aus Wuppertal, welches das Kinderheim seit Jahren unterstützt, hat sich zu diesem großzügigen Schritt entschlossen, um den Hausbau voranzutreiben.

Andreas Hanisch und seine Frau hoffen, dass mit diesem Anreiz ihre Spende im August viele Nachahmer findet. Nadine Weigel ist gerührt: „Ich bin unfassbar dankbar für diese tolle Unterstützung. Dadurch sind wir dem Traum von einem eigenen Haus für die Miro-Kinder ein großes Stück Näher gerückt, aber natürlich leider noch nicht am Ziel.“

Mehr Infos zum Kinderhilfsprojekt auf :
www.help-for-miro.de

Von unseren Redakteuren

11.08.2021
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