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Ostkreis Lustige Werbung aus der Rufanlage
Landkreis Ostkreis Lustige Werbung aus der Rufanlage
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18:37 20.01.2015
Anfang der 1990er: Manuel Weitzel (links) und Andreas "Schumi" Schumacher mit ihrem Aufnahmegerät. Quelle: Privat
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Stadtallendorf

Hawege, Elektronikpartner Hill, Hanne H. – drei Geschäfte, die es in der Stadtallendorfer Innenstadt heute gar nicht mehr gibt. Drei von vielen Kunden der beiden damaligen Schüler Manuel Weitzel und Andreas „Schumi“ Schumacher.

Eine Urkunde der Werbegemeinschaft Centrum Stadtmitte Stadtallendorf bestätigt, dass die beiden von 1992 bis 98 Werbespots für die Mitglieder der Gemeinschaft produziert und diese in Sachen Marketing beraten haben. Weitzel erinnert sich gerne an die Zeit, in der die beiden mit einfachem Mischpult, Mikrophon, Cassettenrekorder und jeder Menge Flausen im Kopf jede Woche Werbespots produzierten, die dann im Zentrum über die Lautsprecheranlage liefen.
Die Kreativen gingen nach der Produktion mit dem „Ghettoblaster“ durch die Fußgängerzone und stellten die neuesten Spots in den Geschäften vor. Zu Anfang war das noch eine formale Abnahme. Später war das Vertrauen in ihre Arbeit groß und die Besuche wurden in einigen Geschäften zum wöchentlichen Event für die Belegschaft. „Was haben sich die Jungs wohl diese Woche einfallen lassen“, dachten die Mitarbeiter und freuten sich auf den Besuch.

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"Ihr Darunter ist uns wichtig"

„Weihnachten … Das Fest der Liebe steht wieder vor der Tür. Darum erinnern Sie sich an Hanne H.“, säuselt der etwa 17-jährige Weitzel zu Kuschelrock in den Kassettenrekorder. „Ihr Wäschegeschäft im Center am Markt. Hanne H. – denn Sie wissen ja: Ihr Darunter ist uns nicht egal“, endet einer der vielen Spots. „Wir mussten die Sprüche immer in 27,5 Sekunden schaffen“, erinnert sich Weitzel. Grund dafür war die Technik namens „Werbomat“. Das Gerät spielte von sogenannten Endloskassetten die Spots der beiden ab. Nach 27,5 Sekunden wurde die Werbung automatisch ausgeblendet, es gab einen nur für den Werbomaten registrierbaren Piepston, und dann spielte das Gerät wieder Musik ab.
Lautsprechersysteme oder auch Rufanlagen gibt es heute nicht mehr in den Einkaufszentren der Innenstädte. Aber wenn es so etwas noch gäbe, würden die Unternehmen – besonders Franchisenehmer mit zentralen Marketingabteilungen – wohl kaum Jugendliche mit der Produktion der Spots betrauen.

Das Angebot hat die Gewerbetreibenden und auch die Kunden gespalten. "Die einen waren total begeistert, die anderen fanden es eher störend", erinnert sich Susanne Reitmeier. Sie war damals im Vorstand der Werbegemeinschaft und hatte infolge des Projekts noch etwas Ärger mit der Gema. Sie persönlich hat sehr viel bessere Erinnerungen an das Europalied, das die Weitzels später beim Europa-Straßenfest einmal vorgetragen haben. "Vielleicht war das das bessere Medium", sagte Reitmeier der OP.

Die Idee zu der ungewöhnlichen Werbemaßnahme hatte Manuels Bruder Helmar „Willi“ Weitzel. Nach seinem Zivi wusste er zwar schon, dass er zum Radio wollte, aber noch nicht genau, wie das gelingen sollte. Als er eines Tages in Stadtallendorf die Musik aus der Rufanlage hörte, hatte er die Idee, darüber eine Art Werbe­show zu senden. „Mein Promo-Tape fanden die nicht so gut. Aber sie haben mich gefragt, ob ich Werbespots machen will“, erzählt Willi. Seine Spots waren noch eher klassisch. Aber als er etwa ein Jahr später zum Studium nach München ging, übernahmen sein Bruder und Schumi den Job mit ihrem Hang zu Kabarett. „Bei den beiden wurde es dann richtig witzig“, findet Helmar Weitzel. Ein Highlight: Der türkische Spot für Foto-Ochs.

von Thomas Strothjohann

City-Optik am Hallenbad:

Weihnachtlicher Werbespot für SK Rad und Freizeit:

Ein türkischer Spot für Foto Ochs (obwohl Weitzel kein Türkisch kann, erinnert er sich noch heute, wie 9x13-Abzüge auf türkisch heißen.)

Werbespot für die Modeboutique Maus:

Die Tennis-Saison hat begonnen...

Das Stehcafé am Hallenbad... Kleine Brötchen backen andere

Mir gehts gut: Werbespot für Elektronikpartner Hill