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Ostkreis Lockdown stoppt die Fällarbeiten nicht
Landkreis Ostkreis Lockdown stoppt die Fällarbeiten nicht
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20:18 29.10.2020
Eine Maschine stapelt gefällte Bäume im Herrenwald aufeinander. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf gehört schon seit Tagen zu den 15 Landkreisen mit der bundesweit höchsten Inzidenz, also der Ansteckungsrate innerhalb von sieben Tagen je 100 000 Einwohnern. Gestern lag die Inzidenz bei 219,8. Am Montag beginnt ein bundesweiter Lockdown. Umweltschützerin Carola Rackete kommentierte auf Twitter: „Nicht zu roden schützt die Gesundheit zweimal.“

Auf der anderen Seite berichtete die OP in dieser Woche erneut, dass es bei der Polizei bisher keine Corona-Fälle während des am 1. Oktober begonnenen Einsatzes gegeben hat. Gleiches war auch von den Menschen im Dannenröder Wald zu hören.

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Deges: Fällarbeitenkönnen weiterhin erfolgen

Hat das Infektionsgeschehen und vor allem der feststehende Lockdown ab Montag denn nun Folgen für die Baumfällarbeiten? „Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten auch weiterhin durchgeführt werden können“, sagt Deges-Sprecherin Pia Verheyen. Deges ist als Projektgesellschaft für die Bauvorbereitung verantwortlich, worunter auch die notwendigen Baumfällarbeiten fallen. Aus Sicht von Deges übten alle an den Fällarbeiten Beteiligten ihre Arbeit unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen aus, so Sprecherin Verheyen. Eine Antwort der Polizei auf eine entsprechende Anfrage der OP stand gestern noch aus.

Die angekündigte Fahrraddemonstration an diesem Samstag kann unter Auflagen stattfinden. Das teilte die Kreisverwaltung auf Nachfrage der OP mit. Der beschlossene bundesweite Lockdown beginnt ohnehin erst am Montag. Der Kreis hat gestern festgelegt, dass bei der Abschlusskundgebung auf dem Sportplatz Dannenrod nicht mehr als die zulässigen 1000 Teilnehmer vor Ort sein dürfen. Sollten es mehr werden, so muss ein Teil auf die Fläche am Schweinsberger Festplatz ausweichen. Während der Pause in Kirchhain gilt die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Geplant sind dieses Mal zwei Fahrradkonvois. Ein Radkorso startet um 10 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Gießen und fährt über die A 485, dann über die B 3 nach Marburg. Ankunft ist gegen 13 Uhr. Von dort geht es weiter nach Dannenrod. Der andere Korso startet voraussichtlich um 9 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof und fährt über einen Teil der bereits fertig gebauten A 49 nach Dannenrod. Ankunft am Sportplatz Dannenrod mit einer Abschlusskundgebung ist von Gießen aus planmäßig 15.30 Uhr.

Das Aktionsbündnis „Keine A 49“ habe trotz Lockdown und steigender Corona-Zahlen nicht vor, auf Veranstaltungen wie den sonntäglichen Waldspaziergang zu verzichten, sagte Elke Müller auf Nachfrage der OP. Die neu beschlossenen Maßnahmen beträfen nach ihrem Verständnis nur Bereiche des Privaten, und angemeldete Versammlungen seien davon ihrer Meinung nach nicht betroffen. „Wir halten uns ohnehin schon das ganz Jahr an die Corona-Regeln und sehen da keinen Handlungsbedarf, Veranstaltungen einzuschränken“, so Müller. An den vergangenen Wochenenden nahmen mehrere hunderte Menschen an den Waldspaziergängen teil. Mehr als 1 500 Teilnehmer formten am vergangenen Sonntag – auf Abstand zueinander – eine Menschenkette um den Dannenröder Forst.

Von Michael Rinde und Nadine Weigel

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