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Ostkreis Künstler freuen sich: Endlich wieder eine Bühne
Landkreis Ostkreis Künstler freuen sich: Endlich wieder eine Bühne
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18:57 14.11.2021
Künstlerin Tetyana Tabakina malte an ihrem Ausstellungsstand.
Künstlerin Tetyana Tabakina malte an ihrem Ausstellungsstand.
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Stadtallendorf

Am Eingang zur Stadthalle kontrollierten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes Impfstatus und Personalausweis, es galt die „2-G-Regel“. Danach hatten die Kunstinteressierten freie Bahn. Es war die erste Veranstaltung dieser Art seit anderthalb Jahren in der Stadtallendorfer Stadthalle. Aus Sicht von Michael Feldpausch, dem Organisator des Marktes für den Künstlerkreis Stadtallendorf, hat es sich gelohnt. Vor allem am Sonntag (14. November) habe es großes Interesse am Markt gegeben. Der Auftakt am Samstag (13. November) sei etwas weniger frequentiert gewesen als in früheren Jahren, was Feldpausch allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz auch auf die Pandemielage zurückführt.

Insgesamt 36 Aussteller aus der gesamten Region kamen in die Stadtallendorfer Stadthalle. Ihre Angebote reichten vom Kunsthandwerk und handgearbeiteten Dekoartikeln bis zu hochwertigen Bildern unterschiedlichster Stilrichtungen. Feldpausch betont, dass es ihm jedes Mal aufs Neue wichtig ist, auch künstlerischem Nachwuchs eine Bühne zu geben. Um so mehr hat es ihn gefreut, dass seine Tochter Susann Feldpausch erstmals eigene Arbeiten auszustellen. „Ich habe sie selbst erst hier zum ersten Mal gesehen, natürlich macht mich das ein wenig stolz“, sagt Feldpausch. Der bekannte Stadtallendorfer Künstler betont im Gespräch mit der OP, wie wichtig ein solcher Kunstmarkt nach anderthalb Jahren für die Kunstschaffenden ist. „Sie alle freuen sich, dass sie rausgehen und ihre Arbeiten zeigen können und Rückmeldungen bekommen“, sagt er. Um das Verkaufen von Werken gehe es dabei meist weniger in dieser Situation.

Seit 15 Jahren arbeitet Tetyana Tabakina aus Homberg (Ohm) als Künstlerin, sie setzt auf einen naturalistischen Malstil und präsentierte eine große Auswahl ihrer unterschiedlichen Arbeiten in der Stadthalle. „Ich lerne noch“, sagt sie. Das war ihren Bildern allerdings nicht anzumerken. Tabakina setzt auf Ölfarben, die liebe sie, bekennt sie gegenüber der OP. Ausdrücklich lobt die Hombergerin die Atmosphäre auf dem Stadtallendorfer Kunstmarkt. „Die Menschen sind einfach freundlich und offen für ein Gespräch“, hebt sie hervor. Sie will gerne wiederkommen.

Großes Interesse an Wege-Bildern

Wiederkommen möchte auch Rainer Föth, Kunsthandwerker aus Stadtallendorf, für den die Veranstaltung ein „Heimspiel“ ist. Auch ihm hat es die „Bühne Kunstmarkt“ sehr angetan, auch er freut sich über Rückmeldungen und auch der Verkauf lief bis Sonntagnachmittag wohl gut.

Eine Besonderheit beim Kunstmarkt 2021 war die Aktion des Rotary-Clubs Stadtallendorf. Er präsentierte und verkaufte für einen guten Zweck 36 Werke des verstorbenen Künstlers Horst von der Wege. Seine Witwe Irene hat die Arbeiten ihres Mannes den Stadtallendorfer Rotariern für einen guten Zweck überlassen. Marek Sieronski, der aktuelle Präsident des Rotary Clubs Stadtallendorf, war am Sonntagmittag mit dem Interesse sehr zufrieden. Etwa die Hälfte der Arbeiten waren bis zu diesem Zeitpunkt sicher verkauft, weitere sind reserviert. Bis dato rechneten die Rotarier aus Stadtallendorf bereits mit einem ersten Erlös von rund 5 000 Euro. Denkbar sei es, dass die Rotarier das Geld auf verschiedene Projekte aufteilten, sagt Sieronski.

Aktuell unterstützen die Stadtallendorfer unter anderem auch ein notleidendes Waisenhaus in Ungarn, dem die Corona-Pandemie zusätzlich zugesetzt hat. Es existiere schon seit 20 Jahren und habe vielen Kindern einen Schulabschluss ermöglicht. Am 17. Dezember sollen die verbleibenden Werke von Horst von der Wege in der Stadthalle versteigert werden.

Von Michael Rinde