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Ostkreis Politiker attackieren Sparkassenpläne
Landkreis Ostkreis Politiker attackieren Sparkassenpläne
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09:58 08.07.2021
Die Sparkasse schließt auch ihre Kleinstfiliale in Wohra, die letzte Filiale in der Gemeinde Wohratal.
Die Sparkasse schließt auch ihre Kleinstfiliale in Wohra, die letzte Filiale in der Gemeinde Wohratal. Quelle: Michael Rinde
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Wohratal

Die von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf angekündigte endgültige Schließung der Filiale in Wohra schlug am Dienstagabend im Gemeindeparlament Wohratal hohe Wellen.

Wohratal wird damit eine von drei Flächengemeinden im Landkreis sein, in denen die Sparkasse nicht mehr mit eigener Filiale präsent sein wird. Im Jahr 2017 hatte das Kreditinstitut die Filiale im Ortsteil Halsdorf bereits geschlossen. Seinerzeit hatte die Sparkasse noch erklärt, dass die Filiale in Wohra nicht zur Disposition stehe.

Zehn Filialen öffnen nicht

Das hat sich nun im Zuge der Corona-Pandemie und der zunächst als vorübergehend angekündigten Filialschließungen geändert. Zehn sogenannte Kleinstfilialen sollen nicht mehr öffnen. Der Verwaltungsrat hat dem zugestimmt. „Wir sollten uns das alles nicht gefallen lassen“, kommentierte Hartmut Dörr (SPD) die Entwicklung. Zuvor hatte Bürgermeister Heiko Dawedeit (parteilos) über die Entwicklung informiert.

Vorstandsvorsitzender Andreas Bartsch hatte mit Dawedeit telefoniert und dabei auch angeboten, im Gemeindeparlament Rede und Antwort zu stehen. Karl-Ludwig Bubenheim (SPD) griff den Verwaltungsrat der Sparkasse in Sachen Filialschließungen scharf an. In diesem Gremium säßen aktive und frühere Bürgermeister. „Die sind für uns da“, erklärte er mit Blick auf das Kreditinstitut.

Die Rauschenberger Filiale

Wohratals Sparkassenkunden sollen sich nunmehr an die Rauschenberger Filiale wenden, einen Umstand, den Dr. Gerhard Willmund, Fraktionsvorsitzender der CDU, sehr kritisch sieht. Es gebe in Rauschenberg keine Parkmöglichkeiten, mit dem öffentlichen Personennahverkehr sei es für ältere Menschen schwierig, dorthin zu kommen. Die Sparkasse hat auf ihren Bargeldservice verwiesen, mit dem Kunden Bargeld nach Hause gebracht wird.

Besonders kritisch sahen Wohratals Kommunalpolitiker den Umstand, dass mit der Wohrataler Kleinstfiliale nunmehr auch Kontoauszugsdrucker, Geldautomat und Briefkasten wegfallen werden. Und zwar wohl zum 31. Oktober. „Das ist das Minimum, was erhalten werden muss“, merkte Harald Homberger, Fraktionsvorsitzender der OLW, an. Vorstandsvorsitzender Bartsch hatte im Gespräch mit der OP erklärt, dass sich die Geldautomaten in den Kleinstfilialen, die jetzt aufgegeben werden, schon vor Corona nicht gerechnet hätten. Homberger forderte zu Aktionen aller Fraktionen auf: „Resolutionen, Unterschriftenaktionen, wir müssen etwas tun.“

Bauplätze gibt es

Auf Antrag der Zählgemeinschaft aus CDU und OLW befassen sich Wohratals politische Gremien indes jetzt mit der Ausweisung eines Baugebietes im Ortsteil Langendorf. Zunächst soll darüber nun im Bauausschuss beraten werden, voraussichtlich nach den Sommerferien. Bauplätze der Gemeinde gibt es derzeit nur in Wohra und Halsdorf.

Es habe aber immer wieder Nachfrage aus Langendorf gegeben, in Langendorf zu bauen, sagt Homberger. In der Vergangenheit hatte die Gemeinde schon einmal darüber nachgedacht, auch in diesem Ortsteil Bauland auszuweisen. Seinerzeit hatte aber noch das Interesse gefehlt. Das Baugebiet, das jetzt in Rede steht, soll in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat entwickelt werden.

Von Michael Rinde