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Ostkreis Eine Arbeit mit Gewicht
Landkreis Ostkreis Eine Arbeit mit Gewicht
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11:00 06.10.2021
Hans-Jürgen Schneider, Geschäftsführer von „elektroplan schneider“ in Stadtallendorf, mit dem Kommentar zur VOB, Teil C. Daran hat er zwei Jahre lang mitgearbeitet.
Hans-Jürgen Schneider, Geschäftsführer von „elektroplan schneider“ in Stadtallendorf, mit dem Kommentar zur VOB, Teil C. Daran hat er zwei Jahre lang mitgearbeitet. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Stadtallendorf

Es ist quasi die „Bibel rund ums Bauen“, die „Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen“ – kurz VOB. In ihren drei Teilen sind die Regeln für die Vergabe von Bauaufträgen samt Vertragsbedingungen festgelegt. Die VOB ist für Bauaufträge der öffentlichen Hand verpflichtend, sie wird aber auch bei privaten Bauverträgen vielfach angewandt. „Das heißt: Ohne die VOB geht beim Bauen nichts“, sagt Hans-Jürgen Schneider, Geschäftsführer von „elektroplan schneider“ in Stadtallendorf.

Schneider sitzt in zahlreichen maßgeblichen Ausschüssen, die Normen regeln. Und er hat nicht nur an der neuen VOB, die 2019 erschien, für den Berufsstand der Elektroplaner mitgearbeitet. Vielmehr hat er seither auch an dem Kommentar der VOB, Teil C – in der die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen festgeschrieben sind – gearbeitet. Und zwar im entsprechenden Abschnitt zu Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnischen Anlagen. Und auch im Teil „Blitzschutz-, Überspannungsschutz- und Erdungsanlagen“. Hans-Jürgen Schneider hat zu den festgelegten Normen die entsprechenden fachlichen Einordnungen verfasst, eine Juristin aus Frankfurt die rechtlichen Punkte.

Sicherheit für den Bauherrn

„Die VOB beschreibt die anerkannten Regeln der Technik“, erläutert der Elektroplaner. „Wenn sich Unternehmen daran halten und es passiert was, dann sind sie aus dem Schneider, denn sie haben die geltenden Regeln eingehalten.“ Wer jedoch von den Regeln der VOB abweiche, der müsse im Schadensfall belegen, „dass er richtig gehandelt hat“. Mit der VOB Teil C könnten entsprechend auch Planungen, Material und Vor-Gewerke-Leistungen einfach auf Mängel geprüft werden – ein Schritt, zu dem Auftragnehmer verpflichtet sind. „Wird ein Mangel festgestellt, schützt letztlich nur ein Bedenkenhinweis den Handwerker gegen Haftung“, weiß Schneider.

Entsprechend wichtig sei der Kommentar, um eben eine Einordnung zu bekommen. „Er wiegt 2,3 Kilo – 100 Gramm kosten also knapp 14 Euro“, scherzt der Unternehmer. Denn der Kommentar zur VOB Teil C koste rund 320 Euro. Zwei Jahre hat die Arbeit am Kommentar gedauert. Warum tut sich der 77-Jährige das immer noch an? „Um unseren Beruf weiter zu stärken – und Sicherheit für alle Seiten zu schaffen“, sagt er. Denn zu jedem Punkt der VOB gebe es eine detaillierte Kommentierung, damit jeder Unternehmer sicher wisse, was er an Leistung erbringen müsse.

Für Hans-Jürgen Schneider ist klar, dass letztlich dadurch auch der Bauherr einen großen Vorteil hat: „Wenn die Planung entsprechend erfolgt ist – und das wird festgeschrieben –, dann ist der Bauherr auf der sicheren Seite.“ Er bekomme beispielsweise nach der Elektroplanung die Revisionsunterlagen, die für den späteren Betrieb, die Instandhaltung und eventuelle Erweiterungen nötig seien. „Der Bauherr kann auf eine komplette und mängelfreie Fertigstellung vertrauen – inklusive der Dokumentation, in der alles detailliert festgehalten ist.“

Von Andreas Schmidt

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