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Ostkreis Ein Dorf macht sich hübsch
Landkreis Ostkreis Ein Dorf macht sich hübsch
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12:59 15.05.2022
Adolf Scheibel mäht den Rasen an der Grillhütte. Der 82-Jährige ist im Verschönerungsverein aktiv.
Adolf Scheibel mäht den Rasen an der Grillhütte. Der 82-Jährige ist im Verschönerungsverein aktiv. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Kleinseelheim

Sie ist ein Beleg dafür, dass sich in Kleinseelheim stetig etwas bewegt, die Grillhütte am Ortsrand. Ein Brandstifter ließ sie in Flammen aufgehen, Mitglieder des Verschönerungsvereins bauten sie schöner denn je wieder auf und pflegen sie weiter. Adolf Scheibel zum Beispiel ist eine der „guten Seelen“ aus dem Verein und Dorf. Er kümmert sich um die Vermietung, mäht das Grün und achtet darauf, dass die Hütte ordentlich an den nächsten Mieter übergeben wird – und das seit Jahren.

Auch an anderer Stelle sind die Kleinseelheimer aktiv gewesen – trotz der Pandemie. Der RSV Kleinseelheim hat die Rasenbewässerung neu geregelt und holt das Wasser nun aus einem Brunnen. Darüber ist ein kleines Plätzchen zum gemütlichen Zusammensitzen entstanden. „Das ist nur ein Anfang“, freut sich Ortsvorsteher Professor Rainer Waldhardt. Im nächsten Jahr hofft er auf „Leader“-Fördergelder von der Region Marburger Land für den kleinen Verweilplatz. Und es gibt noch ganz viele andere Ideen von Vereinen und Kleinseelheimer Bürgern für das, was vor ihrer Haustür geschieht.

Dorf-Statistik

Zur Bewerbung beim Regionalentscheid gehört auch Dorfstatistik. Kleinseelheim hat 614 Einwohner. Zum Vergleich: Im Jahr 1980 waren es 573 Einwohner. Derzeit gibt es im Ort 16 Gewerbe- und Handwerksbetriebe und 24 Dienstleister. Außerdem hat das Dorf elf land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit zwölf Beschäftigten, davon sind noch zwei Haupterwerbsbetriebe. 

Das wird auch die Kommission zu sehen und zu hören bekommen, die Kleinseelheim am 18. Mai besucht und bewertet. Dann geht es um den Regionalentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Es gibt vieles, mit dem Kleinseelheim für sich werben kann, nicht nur mit einer aktiven Vereinsgemeinschaft, ist Waldhardt überzeugt. Das Dorf hat bereits Erfahrung mit dem Wettbewerb gesammelt. 2014 und 2017 nahm es teil, beide Male gab es Auszeichnungen auf der regionalen Ebene. Unter anderem auch für den eingeschlagenen Weg zum Bioenergiedorf. Waldhardt weiß, wie sehr die Probleme rund um die Bauarbeiten am Nahwärmenetz die Kleinseelheimer seinerzeit belastet hatten. Doch jetzt „wollen gerne noch mehr Bürger ihre Häuser anschließen angesichts der Energiepreise“, berichtet er. Zuletzt waren es 75 Gebäude, die sich am Netz befanden. Dass die EAM nun Eigentümer geworden ist, entlaste die Bürger von zusätzlicher Arbeit in einer Genossenschaft. Ebenso positiv ist für den Ortsvorsteher der Einbau der Glasfaserrohre damals.

Beim Besuch der Kommission wird es natürlich auch um die anstehenden Herausforderungen im Ort gehen und um Zukunftsprojekte. Ein Thema für die Zukunft ist der asphaltierte große Platz zwischen dem Dorfgemeinschaftshaus und der Kindertagesstätte „Das Nest“. Ideen, zumindest einen Teil der Fläche zu entsiegeln und neu zu gestalten, gab es in der Vergangenheit schon.

Konkreter sind die Ideen für eine Entsiegelung einer Fläche an der Kirche, ein Wahrzeichen Kleinseelheims, das gerade saniert wird. Dort entsteht gemeinsam mit der Stadtverwaltung in Kirchhain gerade das Begrünungskonzept. Überhaupt, Begrünung ist im Dorf und in seiner Umgebung ein stetes Thema. Gerade erst wurden in der Feldflur Bäume nachgepflanzt, es handelt sich um alte Apfelsorten. Das passierte ehrenamtlich durch Kleinseelheimer Bürger, die werden die Bäumchen auch weiterhin pflegen.

Kleinseelheim habe „auch ohne Supermarkt und Tankstelle“ viel zu bieten, schreibt Waldhardt im „Steckbrief“ für den Regionalentscheid. Der Ortsvorsteher macht das auch daran fest, dass es ein stetiges Interesse von Menschen gibt, in den Ort zu ziehen, das Neubaugebiet entwickelt sich. Wobei auch die Innenverdichtung, also das Schließen von Baulücken, im Ort ein Thema ist.

Und gefeiert wird in Kleinseelheim schließlich auch wieder. Eine Gruppe kümmert sich bereits um die Vorbereitung des nächsten Dorffestes, das im Ort so sehr beliebt ist. Das Fest ist vom 8. bis zum 10. Juli geplant.

Für die Teilnahme am Wettbewerb hat sich eine Gruppe gebildet, die, unabhängig vom Ortsbeirat, sich darauf vorbereitet. Die Gruppe gestaltet auch den Rundgang mit der Kommission am nächsten Mittwoch, 18. Mai. Auftakt ist dann um 11 Uhr am Platz am Dorfgemeinschaftshaus.

Von Michael Rinde