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Ostkreis Kita-Neubau startet im Frühjahr
Landkreis Ostkreis Kita-Neubau startet im Frühjahr
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09:00 11.10.2021
Handtücher und Zahnputzbecher hängen und stehen in einer Kindertagesstätte.
Handtücher und Zahnputzbecher hängen und stehen in einer Kindertagesstätte. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Kirchhain

Die neue Kindertagesstätte am Kirchhainer Hallenbad wird ab dem Frühjahr gebaut, rein rechnerisch gibt es in der Ohmstadt derzeit genug Betreuungsplätze entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und für die geplante Natur-Gruppe wird es einen neuen Standort am Wohra-Sandfang geben, nicht am ehemaligen „Mausschen Garten“. Das sind die Kernpunkte bei der Kindertagesstätten- und Betreuungssituation in Kirchhain, die die Verwaltung auch der Politik in einer Ausschusssitzung erläuterte.

Derzeit stellt sich die Situation bei den Betreuungsangeboten so dar: Rechnerisch gibt es 727 Betreuungsplätze insgesamt, dem 544 Kinder, die älter sind als drei Jahre, und 151 Kinder, die jünger sind als drei Jahre, gegenüberstehen. Das passt also statistisch. Zum 1. August konnte demnach allen Kindern, die bis zum Jahresende drei Jahre alt werden, ein Platz angeboten werden. Es zeigt sich aber auch, so das Fazit der Verwaltung, dass die Nachfrage nach Plätzen mit längeren Betreuungszeiten weiter steigt. In zwei Kindertagesstätten gibt es noch freie Regelplätze für die Zeit von 7 bis 12.30 Uhr. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage allein aufgrund der Siedlungsentwicklung weiter steigt“, sagt Bürgermeister Olaf Hausmann. Das heißt auch, dass der Bedarf nach Betreuungsangeboten hoch bleibt und steigen wird. Allerdings lässt sich ein solcher Bedarf nur bedingt vorausberechnen, wie Hausmann und Birgit Wormsbächer vom Fachbereich 5 der OP erläutern. Zwar lassen sich Geburtenzahlen berücksichtigen, Zuzüge und Wegzüge allerdings nicht, um ein Beispiel zu nennen.

Bistro an der Röthe kommt noch

Hausmann betont, dass es der Stadt in der zurückliegenden Zeit vorrangig darum gehen musste, die Nachfrage nach Betreuungsplätzen zu decken. „Wir wollen aber auch die Qualität der Betreuung stetig verbessern, das bleibt unser Anspruch“, so der Bürgermeister. Ein Beispiel, wo Quantität für Qualität gehen musste, was sich aber wieder ändern soll. Beim Wohnhaus der Kindertagesstätte auf der Röthe entsteht jetzt eine zusätzliche Gruppe, wo eigentlich Platz für ein Bistro und einen Sozialraum für Erzieherinnen und Erzieher vorgesehen war. „Der Anstoß dazu kam von den Leitungen der Kitas, die vor allem den Bedarf decken und den Eltern und Kindern helfen wollten. Sie identifizieren sich eben mit der Stadt“, sagt Hausmann. Erklärtes Ziel der Stadt ist es jetzt, diese Zusatzgruppe 2023 wieder aufzugeben und in die neue Kita am Hallenbad zu überführen und dann das vorgesehene Bistro für ein Essensangebot zu schaffen – und den versprochenen eigenen Sozialraum.

Beim Neubau der Kita am Hallenbad gibt es auch Neuigkeiten: Inzwischen liegt eine Kostenberechnung vor, die die früheren Zahlen bestätigt. Rund 3,8 Millionen Euro kostet die viergruppige Einrichtung, wofür die Stadt Zuschüsse erhalten wird. Damit sind die bisherigen Kalkulationen bestätigt worden. Die Stadt will jetzt die Ausschreibungen auf den Weg bringen, die Baugenehmigung liegt vor. Erklärtes Ziel ist die Einweihung zum 1. August 2023. Derzeit wird noch an der Ausführungsplanung gearbeitet. Es soll eine möglichst nachhaltige Bauweise gewählt werden, außerdem ist ein Anschluss an das Nahwärmenetz vorgesehen.

Natur-Gruppe am Wohra-Sandfang

Und noch eine Neuigkeit zur geplanten Natur-Gruppe der Kindertagesstätte am Steinweg gibt es: Sie soll nun am Wohra-Sandfang ihren Platz finden. Denn der ursprünglich ins Auge gefasste Standort am „Mausschen Garten“ birgt nach einer eingehenden baulichen Prüfung Probleme. Es gebe Bedenken wegen des Hochwasserschutzes und es wäre ein baurechtliches Verfahren nötig geworden, so Hausmann. Das hätte Jahre gedauert und der Ausgang wäre wohl ungewiss gewesen. Jetzt ist vorgesehen, die Gruppe auf einer städtischen Fläche am Sandfang einzurichten. Das Vereinsheim des SV Kirchhain könnte als Schutzraum dienen, die Stadt beschafft einen modern ausgestatteten „Bauwagen“ mit Sanitäreinrichtungen. „Wir prüfen, ob dort auch eine Mittagsverpflegung möglich sein könnte“, sagt Hausmann. Ziel sei es, die Fläche ab 1. August nächsten Jahres zu nutzen. Es gebe bereits entsprechend qualifiziertes Personal unter den Erzieherinnen und Erziehern bei der Stadt. Auch für diese Fläche müssen noch planungsrechtliche Schritte folgen, es gebe von den Fachbehörden aber positive Signale, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Die Natur-Gruppe soll zum einen das Betreuungsangebot der Stadt qualitativ erweitern und zugleich die Kita Steinweg entlasten, also die räumliche Situation dort verbessern. Zugleich wäre die Stadt flexibler, wenn die Nachfrage nach Plätzen kurzfristig noch einmal zunähme.

Von Michael Rinde

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