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Ostkreis Kirchhains SPD weiß um Hausmanns Wert
Landkreis Ostkreis Kirchhains SPD weiß um Hausmanns Wert
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10:00 04.11.2021
Amtsinhaber Olaf Hausmann (von links) tritt erneut an. Stadtverbandsvorsitzender Konrad Hankel und Altbürgermeister Klaus Hesse gratulierten ihm.
Amtsinhaber Olaf Hausmann (von links) tritt erneut an. Stadtverbandsvorsitzender Konrad Hankel und Altbürgermeister Klaus Hesse gratulierten ihm. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Kirchhain

Das Ergebnis ist keine Überraschung: Einstimmig wählten die 20 stimmberechtigten SPD-Mitglieder Amtsinhaber Olaf Hausmann am Dienstagabend erneut zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Er ist damit auch formal der erste Bewerber für die Wahl am 6. März nächsten Jahres in der Ohmstadt. Hausmann hatte bereits zur Halbzeit seiner ersten Amtsperiode angekündigt, dass er sich erneut bewerben wird.

Stadtverbandsvorsitzender Konrad Hankel gab gleich zu Beginn des Stadtverbandsdelegierten-Parteitages die Marschrichtung aus: „Kirchhain hat einen guten Bürgermeister, den wollen wir behalten.“ Hankel, der am Dienstag (2. November) für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt wurde, erinnerte die Delegierten an die veränderte politische Ausgangslage im Kirchhainer Stadtparlament. Dort gibt es keine festen Mehrheiten mehr, auch wenn die SPD weiterhin die stärkste Fraktion stellt. Um so wichtiger werde das Amt des Bürgermeisters. Der müsse versuchen, Mehrheiten für die vielen Projekte zu finden.

Hausmann selbst stellte seine Nominierungsrede samt seiner Präsentation dazu unter das Motto „Weiter geht’s für Kirchhain“. Er beschwor darin unter anderem auch eine „Füreinander-da-Sein-Kultur“, die sich in Kirchhain entwickelt habe und die es auszubauen gelte. Viel Raum nahm Hausmanns Bilanz seiner ersten Amtszeit ein, begonnen hatte sie im Sommer 2016. Konrad Hankel hatte ihm zuvor eine „Wahnsinnsbilanz“ testiert beim Blick auf dessen Wahlprogramm. Beinahe alles darin sei umgesetzt worden.

Hausmann selbst stellte eine lange Liste von abgearbeiteten Projekten vor: von der Entwicklung von Baugebieten, einer neuen Vereinsförderung über seinen Beitrag am Bahnhofsumbau bis hin zur Biodiversitätsstrategie und vor allem deutlich mehr Bürgerbeteiligung. Und die Bürger machten von der Möglichkeit, sich einzubringen, in Kirchhain rege Gebrauch. Etwa beim Verkehrsentwicklungsplan oder auch beim multifunktionalen Haus Betziesdorf. Bürgerbeteiligung sei zwar nicht immer einfach, aber unverzichtbar, so sein Credo.

Vision vom autofreien Marktplatz

Auf der Habenseite verbuchten Hankel und Hausmann am Dienstagabend außerdem eine Belebung des Gewerbegebiets Ost in den vergangenen Jahren. Wobei Hausmann für die Zukunft deutlich machte, dass er Wert auf eine Gewerbeansiedlung legen will, „die auch zu Kirchhain passt“. Sein großes Ziel, das er immer wieder an verschiedener Stelle seiner Rede in den Vordergrund stellte, sei es, „Kirchhain lebens- und liebenswert“ zu erhalten.

Der 56 Jahre alte Amtsinhaber entwickelte in seiner Ansprache an die Genossinnen und Genossen einige Zukunftsvisionen für die nächsten Jahre, deren Umsetzung er anpacken wolle. Eine davon ist die weitere Aufwertung des Kirchhainer Marktplatzes, den er gerne autofrei sähe, also auch frei von parkenden Fahrzeugen. „Das ist unser Mittelpunkt, der ist so schön, wir sollten ihn besser nutzen“, sagte Hausmann. Doch er hat noch mehr Projekte im Blick: die Umsetzung der Pläne für das Areal rund um die ehemalige Zeppernicksche Fabrik einschließlich sozialem Wohnungsbau, als Zukunftsversion ein großes Sportgelände nahe am Wohrasandfang, um die Flächen am TSV-Sportplatz vielleicht zu einem neuen Quartier entwickeln zu können. Dafür wäre Hausmann auch bereit, den Service- und Bauhof umzusiedeln – ins Gewerbegebiet etwa. All das seien Themen „für die Jahre, bis ich irgendwann in den Ruhestand gehe“, so sein selbstbewusstes Statement.

Hausmann ging aber auch auf Dinge ein, die unerledigt im Raum stehen, die Freibadsanierung vorneweg. Das Thema sei nur geparkt und nicht erledigt. „Wir sollten die Zeit zum Nachdenken nutzen“, kündigte er an.

Rückendeckung bekam Hausmann am Dienstag auch vom SPD-Unterbezirksvorsitzenden und heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol per Videoeinspieler und vom Juso-Vorstand. Beide sagten ihm ihre uneingeschränkte Unterstützung im Wahlkampf zu. Erneut lud Hausmann die übrigen Parteien in Kirchhain dazu ein, ihn zu unterstützen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wer außerdem seinen oder ihren Hut in den Ring wirft und um die Wählergunst wirbt. 2016 hatte sich Hausmann mit 59,8 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gegen Dietmar Menz (CDU) durchgesetzt.

Vorstandwahlen

Ein Tagesordnungspunkt war am Dienstagabend auch die Wahl des Stadtverbandsvorstandes. Auf zwei Positionen gab es dabei Veränderungen: Schriftführer ist künftig Stefan Rösel, der Barbara Hesse ablöst.

Nicole Eley folgt auf Harald Kraft. Hesse und Kraft hatten ihre Ehrenämter über einen langen Zeitraum inne. Konrad Hankel bleibt Stadtverbandsvorsitzender, Olaf Hausmann und Wolfgang Budde seine beiden Stellvertreter. Kerstin Ebert ist Pressereferentin. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Von Michael Rinde