Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Kirchhain will den Bahnhofs-Deal
Landkreis Ostkreis Kirchhain will den Bahnhofs-Deal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 21.03.2020
Zwei Millionen Euro soll die Stadt Kirchhain maximal beisteuern, wenn der Bahnhof saniert und barrierefreei gestaltet wird. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Kirchhain

Ein Parlamentsbeschluss aus dem Dezember 2016 hatte genau festgelegt, unter welchen Bedingungen sich die Stadt Kirchhain am seit Jahrzehnten geforderten barrierefreien Umbau des Bahnhofs beteiligt. Kernforderung in Richtung Bahn: Der Kostenanteil der Stadt Kirchhain wird auf zwei Millionen Euro gedeckelt. Diese Forderung ist erfüllt.

Eigentlich hätten Fachausschüsse und abschließend das Stadtparlament am 30. März über den Deal mit der Bahn AG, genauer gesagt mit deren Geschäftszweig Station&Services, entscheiden sollen. Doch der politische Tagesbetrieb steht wegen der Corona-Krise komplett still. Und es ist Eile geboten, weil der Zeitplan bis zum Sanierungsstart ausgesprochen straff ist. Im Februar nächsten Jahres sind die ersten Sperrpausen für den Baubeginn geplant. Sie müssen langfristig beantragt werden. Während der Sperrpausen ruht der Bahnverkehr zur Sicherheit der Arbeiter.

Um seitens der Stadt trotz allem nicht in Zeitverzug zu geraten, hat sich der nichtöffentlich beratende Ältestenrat auf ein besonderes Vorgehen verständigt. Auf Grundlage des Beschlusses aus dem Jahr 2016 erfolgt jetzt die Zustimmung des Magistrats für die von Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) ausgehandelte Vereinbarung mit „Station&Services“. Das Stadtparlament wird dieses Vorgehen zu einem späteren Zeitpunkt bestätigen, wenn es wieder zusammenkommen kann. Doch formal ist das Geschäft mit der Bahn in diesen Tagen nun unter Dach und Fach.

Hausmann spricht von einer „historischen Entscheidung“

Trotz der extremen Begleitumstände, unter denen diese Entscheidung jetzt zustandegekommen ist, spricht Hausmann von einer „historischen Entscheidung“. Das sei auch nur denkbar und möglich gewesen, weil alle Fraktionen den Bahnhofsumbau wollten. Auch wenn es in der Vergangenheit erhebliche Auseinandersetzungen über den Weg dorthin gegeben hatte. Vor allem die Kostenbeteiligung war mehrfach Gegenstand von Debatten.

In Summe geht es um Baukosten von 9,8 Millionen Euro. Netto muss die Stadt, verteilt über mehrere Jahre, noch 1,35 Millionen Euro bringen, da sie sich bereits an den Planungskosten erheblich beteiligt hat. Zunächst steht jetzt noch das Okay des Vorstandes von „Station&Services“ aus. Hausmann rechnet kurzfristig damit. Danach geht es bereits um Genehmigungsverfahren und eine europaweite Ausschreibung. Im Kern geht es beim barrierefreien Umbau des Kirchhainer Bahnhofes um die Anhebung der Bahnsteighöhen auf 55 Zentimeter. Aktuell beträgt sie 36 Zentimeter Schienenoberkannte. Sprich: Die Einstiegshöhen werden dann stimmen. Noch viel gewichtiger aus Sicht der Menschen mit Bewegungseinschränkungen ist jedoch der Einbau von Aufzügen. Der gesamte Umbau wird – wenn alles wie vor der Krise geplant abläuft – etwa ein Jahr dauern.

Von Michael Rinde