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Ostkreis Das Rathaus will keinen Schnellschuss
Landkreis Ostkreis Das Rathaus will keinen Schnellschuss
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18:00 01.09.2021
In der Borngasse und auch in der Untergasse gibt es täglich rund 9 000 Fahrzeugbewegungen.
In der Borngasse und auch in der Untergasse gibt es täglich rund 9 000 Fahrzeugbewegungen. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Kirchhain

Wie geht es mit den Verkehren in Kirchhain weiter? Welche Zukunftsentscheidungen stehen an? Welche Weichen sind bei den Radverkehren zu stellen? Was für Problemstellen müssen angegangen werden? All das sind Fragen, auf die auch der Verkehrsentwicklungsplan eine Antwort geben soll. Eigentlich sollte der Entwurf bis zum Jahresende auf dem Tisch liegen und von den politischen Gremien beschlossen werden.

Doch die Verwaltung möchte in der Schlussphase keinen Schnellschuss – aus gutem Grund. Denn das Bürgerinteresse an dem Thema war in den vergangenen Monaten groß, wie Fachbereichsleiter Gordon Schneider und Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Infrastruktur am Montagabend berichteten.

Keine Nordumfahrung

Am 22. April gab es eine Bürgerinformations-Veranstaltung zusammen mit dem Fachbüro im Bürgerhaus und online. Schon da gab es reichlich Hinweise und „konstruktive Kritik“, wie Schneider betont. Außerdem gab es mehr als 50 schriftliche Reaktionen. „Die werden alle geprüft und beantwortet und wo sinnvoll aufgenommen und kommen nicht einfach in irgendwelche Akten“, sagte Schneider zu. Alle Einsender hätten schon schriftliche Antworten bekommen.

Ein Grund, warum sich die Stadt etwas mehr Zeit nehmen wird, ist auch „Isek“, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, das gerade im Entstehen ist und das Eckpunkte zur gesamten Innenstadtentwicklung enthalten wird. Am 9. September findet zu „Isek“ ein Bürgerforum statt. Auch diese Ergebnisse sollen noch in die Verkehrsplanung einfließen. Denn es gibt Schnittmengen und Berührungspunkte.

Zugleich hat sich in den zurückliegenden Wochen aber auch gezeigt, dass es weiteren Informationsbedarf gibt, etwa bei Verkehrsbelastung und Radverkehr und bei der nördlichen Kernstadt und deren Anbindung an das Straßennetz. Dazu stellte Gordon Schneider noch einmal deutlich klar: „Es geht dabei nicht um eine Nordumfahrung vom Wohratal nach Stadtallendorf durch ein Wohngebiet.“ Es gehe um eine Optimierung bei der Anbindung der nördlichen Kernstadt, etwa der Neubaugebiete Röthe 0 bis 3.

Um zu besseren Datengrundlagen zu kommen, wird es eine weitere Verkehrszählung und weitere Befragungen von Verkehrsteilnehmern geben. Geplant sind sie für den 7. Oktober, wie Schneider berichtet.

9  000 Fahrzeuge in der Borngasse

Abgesehen von diesen Ausblicken hat sich zwischenzeitlich auch einiges bewegt in Sachen Verkehr in Kirchhain. Beispielsweise wurden Fahrzeugzahlen für Borngasse und Untergasse ermittelt – mit deutlichen Ergebnissen.

So gibt es dort etwa 9 000 Fahrzeugbewegungen am Tag, wie Schneider erläuterte. „Wir werden sehen müssen, was wir dort tun können“, sagte er.

Auch das ist sicherlich Thema im künftigen Verkehrsentwicklungsplan. Und auch beim städtebaulichen Entwicklungskonzept werden diese Straßen eine Rolle spielen.

Außerdem wurden vier weitere Tempo-30-Zonen eingerichtet in Kleinseelheim und Schönbach, außerdem rechts der Röthestraße und rund um die Papiermühle. An weiteren Tempo-30-Zonen werde gearbeitet. Festlegen will sich die Stadtverwaltung zwar noch nicht, doch ist für Schneider vorstellbar, dass eine weitere in Langenstein entstehen könnte. Andere Stadtteile sollen folgen.

Die Stadtverwaltung gibt sich weiter offen für Bürgeranregungen, die dann auch abgearbeitet werden sollen. Klar ist, dass der Verkehrsentwicklungsplan nun im zweiten Quartal nächsten Jahres verabschiedet werden soll. Die Stadtverordneten sollen den Entwurf zunächst zur Prüfung erhalten, dann könnte Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt (B90/Die Grünen) zu einer Bürgerversammlung einladen. Erst dann stünde der Beschluss an.

„Bürgerforum“

Kirchhain erarbeitet aktuell ein sogenanntes „Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Isek). Dazu sind Stadtspaziergänge und ein Bürgerforum am 9. September geplant.

Insgesamt solle die Innenstadt noch einladender und vielschichtiger werden, so das Ziel. Ab 17 Uhr wird in zwei Spaziergangsrunden die Innenstadt erkundet. Startpunkt ist der Stadtplatz Gänseburg.

Ab 19 Uhr startet dann das „Ideenforum Meine Innenstadt Kirchhain“ im Bürgerhaus mit ersten Ergebnissen des Konzeptes und der Möglichkeit, Ideen einzubringen. Die Stadt teilt mit, dass aufgrund der Corona-Richtlinien die Teilnehmeranzahl begrenzt sei. Anmeldungen sind bis 2. September möglich bei: Kerstin Ebert, Telefon 0 64 22 / 808-124 oder per Mail an k.ebert@kirchhain.de

Von Michael Rinde