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Ostkreis Ausladung
Landkreis Ostkreis Ausladung
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07:58 22.10.2020
Vor einem Monat durften Markthändler erstmals ihre Stände kostenlos in der Innenstadt aufbauen. Eigentlich war die Aktion auf längere Zeit ausgelegt – doch nun gab es die Kehrtwende. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Kirchhain

Die Stadt Kirchhain bläst aufgrund der stark steigenden Corona-Zahlen und der neuen Verhaltensregeln die Aktion „Ab in die Stadt“ und andere Veranstaltungen ab – interessanterweise genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die Stadt Marburg eine ähnliche Aktion auf die Beine stellt. Schausteller bekommen in der Universitätsstadt die Möglichkeit, ihre Buden dezentral und kostenlos aufzustellen. Die Stadt Kirchhain hatte dies den leidgeplagten Budenbetreibern bereits im September ermöglicht, um sie zu unterstützen.

Die Ohmstädter hatten geplant, immer am letzten Donnerstag und Freitag eines Monats den Schaustellern das Aufstellen ihrer Stände zu erlauben. Die Besucher der Innenstadt Kirchhains stießen so im vergangenen Monat auf 15 Stände mit unterschiedlichsten Angebot. Doch seitdem ist die Zahl der Menschen, die sich mit Corona infiziert haben, im Landkreis stark angestiegen, sodass Marburg-Biedenkopf inzwischen als Risikogebiet gilt. Nun gelten andere Regeln: Beispielsweise dürfen maximal noch zehn Personen (aus zwei Haushalten) im öffentlichen Raum zusammenkommen. „Außerdem hat unsere Kanzlerin an die Bürger appelliert, unter anderem auf unnötige Reisen zu verzichten und am besten zu Hause zu bleiben“, betont Bürgermeister Olaf Hausmann und stellt heraus, dass es nun das genau falsche Zeichen wäre, die Menschen dazu aufzurufen, in die Kirchhainer Innenstadt zu den Ständen zu kommen. Im Gegenteil: Die Stadt wolle mit gutem Beispiel vorangehen und durch das Absagen der Veranstaltungen ein deutliches Zeichen zu setzen – „auch wenn uns das extrem schwer fällt“.

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Neben der für den 29. und 30. Oktober geplanten Innenstadtaktion hat die Stadt auch das im Rahmen des Förderprojektes „Ab in die Mitte“ vorgesehene Erntedankfest, die für den 28. Oktober vorgesehene Aufführung des Kommunalen Kinos und die Halloweenparty der Stadtjugendpflege abgesagt.

Ob die Kirchhainer Ende November wieder Buden in der Innenstadt vorfinden werden, hänge von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab, sagt Hausmann und ruft die Menschen dazu auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Infektionszahlen wieder zurückgehen.

Die Verwaltung der Stadt und das Bürgerbüro bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Bürger werden gebeten, Termine mit den Sachbearbeitern zu vereinbaren, „um den Begegnungsverkehr in der Verwaltung zu reduzieren“. Außerdem will die Verwaltung den „Fensterservice“ des Bürgerbüros „Am Markt „6/8“ wieder aktivieren, um den Publikumsverkehr zu entzerren und Wartezeiten zu minimieren. Beim Betreten der Verwaltungsgebäude muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Zugangsbeschränkung in Kindergärten?

Die Stadt Kirchhain wird ihre Kindergartensatzung aktualisieren. Ein Zusatz soll Restriktionen wie zum Beispiel eine Zugangsbeschränkung ermöglichen, wenn sich Besucher nicht an die Corona-Auflagen halten. Der Hauptausschuss empfiehlt den Stadtverordneten einstimmig, am Montag während ihrer Sitzung (19 Uhr, Bürgerhaus) dem Ansinnen zuzustimmen. Die Stadt Kirchhain wäre die erste Kommune, die eine solche rechtliche Basis einführt.

Von Florian Lerchbacher und Gianfranco Fain