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Landkreis Ostkreis Retter bei Einstellungen bevorzugt
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17:57 19.08.2020
Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker (von links), sein Stellvertreter Torsten Thierbach, Bürgermeister Olaf Hausmann und Benjamin Beule, Fachdienstleiter für den Bereich Brandschutz in Kirchhain, stellten die Feuerwehr-Richtlinien der Stadt vor. Foto: Uwe Badouin
Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker (von links), sein Stellvertreter Torsten Thierbach, Bürgermeister Olaf Hausmann und Benjamin Beule, Fachdienstleiter für den Bereich Brandschutz in Kirchhain, stellten die Feuerwehr-Richtlinien der Stadt vor. Quelle: Uwe Badouin
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Anzefahr

Die Stadt Kirchhain hat eine Richtlinie „für die Förderung der Mitgliedschaften im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr“ formuliert. Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker, sein Stellvertreter Torsten Thierbach und Benjamin Beule, im Kirchhainer Ordnungsamt als Fachdienstleiter unter anderem für den Brandschutz zuständig, haben gemeinsam mit den Kirchhainer Wehren und politischen Gremien ein Papier erarbeitet, viele bereits bestehende Regelungen in eine feste Form gebracht.

Zentraler Punkt sind gleich in Paragraf 1 der bereits vom Magistrat einstimmig abgesegneten Richtlinie die Stellenausschreibungen der Stadt Kirchhain.

Demnach sollen „Bewerberinnen und Bewerber, die Mitglied einer Feuerwehr (auch auswärtigen Feuerwehren) sind und die sich zur Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kirchhain bereiterklären (...), besonders berücksichtigt werden“, heißt es darin. Grund ist, die Tagesalarmstärke sicherzustellen. Nach Angaben von Benjamin Beule beschäftigt die Stadt Kirchhain derzeit neun Feuerwehrleute.

350 aktive Mitglieder in Einsatzabteilungen

Die nun vorgestellte und in dieser Form wohl kreisweit seltene Richtlinie „soll dafür sorgen, dass wir auch zukünftig genügend Feuerwehrkameradinnen und -kameraden haben“, sagte Bürgermeister Olaf Hausmann bei der Vorstellung am Montag in Anzefahr.

Die Freiwillige Feuerwehr Kirchhain ist eine der größten im Landkreis. Dies liegt auch an der Struktur der flächenmäßig großen Stadt Kirchhain mit zwölf Stadtteilen. Die 13 Wehren haben nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker derzeit rund 350 aktive Mitglieder in den Einsatzabteilungen. In den Jugendfeuerwehren werden rund 150 Jugendliche ausgebildet, hinzu kommen Kinderfeuerwehren in Kirchhain, Betziesdorf und Niederwald.

„Besonderem Engagement Rechnung tragen“

Insbesondere die Nachwuchsarbeit ist für die Zukunft der Wehren von immenser Bedeutung. Nach Auskunft von Bonacker geht aktuell jedes zweite Mitglied von Jugendfeuerwehren in die Einsatzabteilungen über. Grund für diesen „Schwund“ von etwa 50 Prozent sei ein geändertes Freizeitverhalten der Jugendlichen sowie steigende Anforderungen in Schule und später in Beruf und Studium.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen in der Freiwilligen Feuerwehr organisieren“, sagt Stadtbrandinspektor Bonacker. Einerseits opferten die Mitglieder viel Freizeit und die Einsätze hätten ein Gefährdungspotenzial. „Die Kameradinnen und Kameraden riskieren für den Schutz der Allgemeinheit ihre Gesundheit. Und das 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Die Stadt Kirchhain möchte diesem besonderen Engagement mit der Richtlinie Rechnung tragen“, so Bonacker weiter.

„Mitglieder verdienen höchste Wertschätzung“

Rund 20.000 Euro gibt die Stadt Kirchhain nach Angaben Benjamin Beules zusätzlich zu den gesetzlichen Aufgaben und den Forderungen aus dem Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplan jährlich als freiwillige Leistungen für ihre Wehren aus. Bürgermeister Hausmann macht deutlich: „Die Frage ist doch:

Wie können wir in der Zukunft sicherstellen, junge Leute für die Wehren zu gewinnen. Das muss uns als Kommune etwas Wert sein.“ So heißt es in der Präambel der Richtlinie: „Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kirchhain ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge und ein Garant für die Sicherheit in der Stadt Kirchhain. Die Mitglieder aller Abteilungen verdienen höchste Anerkennung und Wertschätzung.“

Dies gilt auch vor dem Hintergrund eines ständig wachsenden Anforderungsprofils für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute. Sie rücken bei Bränden und Unfällen aus, haben mit Gefahrstoffen wie Chemikalien zu tun, helfen bei Unwettern und holen schon mal eine verirrte Katze vom Baum.

Von Uwe Badouin