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Ostkreis Kirchhain baut neue Kita in zwei Abschnitten
Landkreis Ostkreis Kirchhain baut neue Kita in zwei Abschnitten
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17:58 16.12.2020
Die Stadt Kirchhain bekommt neue Kindergartenplätze. Der Standort der neuen Kita bleibt aber umstritten. Quelle: Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Kirchhain

Die Kirchhainer Stadtverordneten blieben am Montagabend dem treu, was sie sich seit Monaten auf die Fahnen geschrieben hatten: Sie vermieden lange Diskussionen in Zeiten der Pandemie, um die Sitzung so kurz wie möglich zu halten. Bürgermeister Olaf Hausmann hielt die kürzeste Haushaltseinbringungsrede seiner Amtszeit. Es hatte sich im Vorfeld schon angedeutet, dass die Stadtverordneten einzig beim Punkt „Neubau einer Kindertagesstätte“ inhaltlich noch einmal ans politische Eingemachte gehen sollten.

Dass die Stadt eine Kindertagesstätte baut, war seit 2019 absehbar. Um den Standort wurde hart gerungen. Die Wahl fiel auf Vorschlag der Verwaltung letztlich auf ein städtisches Grundstück direkt neben dem Hallenbad und in Nähe der Beruflichen Schulen wie auch neben Teilen der Alfred-Wegener-Schule. Politisch war das von Anfang an hochumstritten, die Opposition aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP lehnte den Standort von je her als ungeeignet ab. So auch am Montagabend.

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Im Kern beschloss das Stadtparlament mehrheitlich den Bau einer Kindertagesstätte in modularer Bauweise zunächst für zwei Gruppen und die entsprechenden Funktionsräume. Zugleich wird festgelegt, dass die Stadt Kirchhain die Trägerschaft selbst übernimmt. Die neue Kita soll Anfang 2022 in Betrieb gehen. Der zweite Bauabschnitt mit zwei weiteren Gruppen ist für 2024/2025 vorgesehen. Auch kurze Debatten können hart geführt werden, wie sich am Montag zeigte. Dr Christian Lohbeck (FDP) sparte dabei als erster Redner nicht mit grundlegender Kritik. Der Standort sei der wohl schlechteste, den man im ganzen Stadtgebiet finden könne. Dass die Kindertagesstätte nun doch von der Stadt betrieben werden wird, lobte er.

Bei einem Betriebskostenvergleich hatte sich gezeigt, dass eine Trägerschaft des DRK, wie einst geplant, deutlich teurer ausfiele. Lohbeck sparte nicht mit Spott. „Gut, dass dem Bürgermeister dieser Kronleuchter noch aufgegangen ist.“ Der FDP-Politiker bemängelte zudem die Prioritäten bei den Kirchhainer Großprojekten, zu denen auch die Freibadsanierung gehört.

Das ließ Bürgermeister Hausmann dann aber doch keine Ruhe mehr. „Die Prioritäten für den Bahnhof und die Freibadsanierung haben Sie mit Ihren Beschlüssen gesetzt“, erklärte er in Richtung des Stadtparlaments. Reiner Nau (Bündnis 90/Grüne) hieb in die gleiche Kerbe wie Lohbeck. Der gewählte Standort sei „mehr als suboptimal“. Der Streit über Kosten sei müßig. „Beim Freibad liegen noch keine Zahlen auf dem Tisch“, so seine Argumentation.

Hartmut Pfeifer, Fraktionsvorsitzender der CDU, erinnerte daran, dass die Union den Standort am Hallenbad allein schon wegen der Verkehrssituation und dem Schülerverkehr dort weiterhin ablehnt.

Helmut Hofmann (SPD) übernahm es, den gewählten Standort zu verteidigen. Das Bebauungsplan-Verfahren habe gezeigt, dass der Standort gut geeignet sei. Reinhard Heck (Die Linke) übernahm die Position Hofmanns nachdrücklich. In der Sache geht es bei dem Neubau um eine Investition von insgesamt 1,4 Millionen Euro für die vier geplanten Gruppen. Je Gruppe hofft die Stadt auf einen Investitionskostenzuschuss von 250 000 Euro. Die nötigen neuen fünf Stellen sind ab Dezember 2021 im Haushaltsentwurf vorgesehen. Der Beschluss fiel mehrheitlich mit 16 Jastimmen, 13 Neinstimmen bei 3 Enthaltungen in der Opposition. Das rührt daher, dass Stadtverordnete aufseiten der Zählgemeinschaft von SPD und Linken gesundheitsbedingt an dem Abend fehlten und verabredet war, keine Zufallsmehrheiten zu produzieren.

Von Michael Rinde

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