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Ostkreis Warteliste trotz freier Kita-Plätze
Landkreis Ostkreis Warteliste trotz freier Kita-Plätze
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14:00 19.07.2022
Kinder stehen in einer Kindertagesstätte mit dem Rücken an einer Glasscheibe.
Kinder stehen in einer Kindertagesstätte mit dem Rücken an einer Glasscheibe. Quelle: Archivfoto: Arno Burg/dpa
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Kirchhain

In den vergangenen Jahren hat die Stadt Kirchhain gleich mehrere Kraftakte unternommen, um den Rechtsanspruch für einen Kindergartenplatz für alle Eltern sicherzustellen. Das gelingt auch für das neue Kindergartenjahr 2022/2023, das am 1. August beginnt. So zeigt es die Bedarfsplanung. Für die 554 Kinder über drei Jahren und die 150 Kinder unter drei Jahren, für die die Zielvorgaben gelten, stehen 747 Betreuungsplätze bereit. Rein rechnerisch zumindest. Alle Plätze in städtischen Einrichtungen sind nahezu vergeben.

Auf der Warteliste stehen, so berichteten es die Mitarbeiterinnen der Verwaltung, Birgit Wormsbächer und Sabine Balzer, im Sozialausschuss, aktuell allerdings 28 Kinder. Für sie gäbe es noch freie Plätze in den Kindertagesstätten kirchlicher Träger, etwa in Betziesdorf und Emsdorf. „Doch es gibt Eltern, die nicht mobil genug sind und keine Möglichkeit haben, ihre Kinder dorthin zu bringen“, schildert Balzer die Situation.

Den betroffenen Eltern wird also möglicherweise erst im folgenden Kindergartenjahr ein Platz angeboten werden können. Bei den Kindern unter drei Jahren stehen aktuell vier auf einer Warteliste für einen Platz.

Prognose: Bedarf in Kirchhain bleibt hoch

Die Prognosezahlen sagen eindeutig, dass der Bedarf in Kirchhain nach weiteren Plätzen hoch bleiben wird. Angesichts der Erschließung von Neubaugebieten wie auch dem Zuzug von Familien mit Migrationshintergrund dürfte die Nachfrage mindestens stabil bleiben, wenn nicht sogar steigen, so die Vorhersagen.

In Kirchhain sind derzeit zwei größere Bauprojekte in der Pipeline, mit denen die Stadt zum einen die Nachfrage nach Plätzen befriedigen, zugleich aber auch die Qualität der Betreuung steigern will. Ein Millionenprojekt ist dabei der Bau der neuen Kindertagesstätte am Hallenbad Kirchhain. Politisch lange umkämpft, nimmt das Bauvorhaben inzwischen immer konkretere Formen an. Voraussichtlich im September gäbe es erste Bauarbeiten am ausgewählten Standort, so berichtet es Bürgermeister Olaf Hausmann der OP.

Der Neubau für vier Gruppen entsteht in Holzbauweise, das Unternehmen Wohrataler Holzhaus hat sich bei der Ausschreibung durchgesetzt. Allerdings zeichnet sich nach den ersten Ausschreibungsergebnissen ab, dass Kirchhain mit der kalkulierten Bausumme von 3,8 Millionen Euro nicht hinkommen wird. Es dürfte wohl etwa 200 000 Euro teurer werden. Grund sind die gestiegenen Baukosten. Hausmann will im Haushalt 2023 nachsteuern.

Neue Kindertagesstätte soll zum 1. August 2023 fertiggestellt sein

Um am Ende nicht durch Materialmangel Probleme zu bekommen, hat die Stadt zusammen mit ihren beiden Planern bereits mit vorsorglichen Käufen begonnen. „Die Fenster haben wir uns zum Beispiel schon gesichert“, erklärt Hausmann gegenüber der OP. Die neue Kindertagesstätte soll zum 1. August 2023 fertiggestellt sein und eröffnen. Dann will die Stadt auch wie vorgesehen manches Provisorium zurückfahren im Sinne einer besseren Betreuungsqualität. Zu den ersten Veränderungen könnte dann auch die Aufgabe der Containergruppe an der Kinderkrippe zählen. Noch ein wichtiges Vorhaben will die Stadt bis Ende Juli 2023 fertiggestellt haben: die Natur-Kita-Gruppe. Sie ist am Sandfang vorgesehen und wird zum Kindergarten Steinweg gehören. Derzeit laufen die Gespräche mit dem Bauamt bei der Kreisverwaltung Marburg.

Denn die Stadt muss für die Umgestaltungen auf dem Gelände in jedem Falle einen Bauantrag stellen. Ein kritischer Punkt sei derzeit, wie der Kanalanschluss geschaffen werden soll und was dies an Geld koste. Mit der Natur-Kita will die Stadt die Einrichtung am Steinweg auch räumlich entlasten.

Sollte der Steinweg einmal aufgegeben werden, so käme die Gruppe zu einer anderen Einrichtung, etwa der am Hallenbad.

Von Michael Rinde