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Ostkreis Stadt muss fast eine Million Euro vorstrecken
Landkreis Ostkreis Stadt muss fast eine Million Euro vorstrecken
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12:04 26.12.2021
Ein Teil der Mühlenwohra ist trockengelegt. Dort suchen Experten nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Derzeit ruhen die Arbeiten. 
Ein Teil der Mühlenwohra ist trockengelegt. Dort suchen Experten nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Derzeit ruhen die Arbeiten.  Quelle: Foto: Michael Rinde
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Kirchhain

Die Suche nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg auf einem rund 120 Meter langen Stück der Mühlenwohra gestaltet sich schwieriger als gedacht (die OP berichtete) – und wird deutlich teurer als befürchtet. 540 000 Euro hatte die Stadt in den Jahren 2020 und 2021 bereits in ihren Haushalten eingeplant.

Nun muss sie für das kommende Jahr weitere 800 000 bis 900 000 Euro in das Projekt stecken – und hoffen, dass nur Munition und Ausrüstung der Wehrmacht gefunden wird. Denn nur für diese Kosten kommt die Bundesrepublik Deutschland auf. Sollte Munition der Alliierten auftauchen, würde sie deren Entsorgung nicht bezahlen, wie Bürgermeister Olaf Hausmann berichtet.

Kampfmittelräumung, das Zurückhalten des Wassers auf dem Teilstück und Arbeiten an der Böschung – für diese Arbeiten wird fast noch einmal eine Million Euro fällig. Das Ergebnis des Haushaltes 2022 werde dies zwar nicht belasten, da die Bundesrepublik das Geld noch im gleichen Jahr zurückzahlen werde, so Hausmann.

Sondersitzung geplant

Die Stadt müsse das Projekt aber vorfinanzieren und die Ausgaben noch im eigentlich schon beschlossenen Haushalt unterbringen. Aus diesem Grund kommen am 6. Januar um 18 Uhr zunächst die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses im Bürgerhaus zu einer Sondersitzung zusammen, eine halbe Stunde später ist dann die Stadtverordnetenversammlung an der Reihe.

Der Magistrat habe bereits mit den Fraktionsvorsitzenden gesprochen, erklärt der Rathauschef und spricht von einer schwierigen Situation – obwohl das Geld ja aller Voraussicht nach komplett zurückgezahlt werde: Die Stadt werde schließlich in eine finanzielle Verantwortung von nicht unerheblichem Maße genommen. Aber immerhin müssten deswegen keine Projekte oder andere Investitionen gestrichen werden.

Außerdem stünden noch Gespräche mit den ausführenden Firmen an, ergänzt er und berichtet, dass die Arbeiten aber bis zum 10. Januar 2022 ohnehin ruhten – weil die einzige Kampfmittelabnahmestelle Hessens bis dahin Betriebsferien habe.

Ursprünglich hatte die Munitionssuche in dem dafür trockengelegten Teil der Mühlenwohra rund 40 Arbeitstage dauern sollen. Die Stadt geht nun davon aus, dass eher mit der doppelten Zeit zu rechnen sei. Eine Auswahl der Probleme: Es taucht mehr Munition auf als befürchtet. Basalt im Flussbett lässt die Detektoren ausschlagen, sodass die Suche streckenweise per Hand erfolgen muss. Zudem fielen zwischenzeitlich die Pumpen aus, die für die Trockenlegung zuständig sind. So floss Wasser zurück und trug möglicherweise Munition in einen bereits untersuchten Teil, sodass ein erneutes Untersuchen des Abschnitts nötig wurde.

Von Florian Lerchbacher

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