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Ostkreis „Menschenversteher“ ist jetzt Ehrenbürger
Landkreis Ostkreis „Menschenversteher“ ist jetzt Ehrenbürger
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15:58 06.09.2021
Stolz präsentiert Klaus Weber (Zweiter von rechts) seine Ernennungsurkunde zum Ehrenbürger der Stadt Kirchhain. Mit ihm freuen sich (von links) Bürgermeister Olaf Hausmann, Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt, seine Ehefrau Doris und Bürgermeister a. D. Klaus Hesse.
Stolz präsentiert Klaus Weber (Zweiter von rechts) seine Ernennungsurkunde zum Ehrenbürger der Stadt Kirchhain. Mit ihm freuen sich (von links) Bürgermeister Olaf Hausmann, Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt, seine Ehefrau Doris und Bürgermeister a. D. Klaus Hesse. Quelle: Volker Kubisch
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Kirchhain

Seit Samstag (4. September) hat die Stadt Kirchhain in Klaus Weber (SPD) einen neuen Ehrenbürger – und damit den achten insgesamt: Erstmals war diese Auszeichnung im Jahr 1864 an den Kreisphysikus Dr. Wilhelm Rehm vergeben worden. Das zeigt, dass diese Ehrung alles andere als alltäglich ist und nur den allerverdientesten Bürgerinnen und Bürgern zuteilwird.

Dieses Kriterium zugrunde gelegt, landet man beinahe zwangsläufig bei Klaus Weber, einem Bilderbuch-Kirchhainer, der in der Stadt geboren wurde, dort aufwuchs, zur Schule ging und nach seinem Studium an der Al­fred-Wegener-Schule, damals noch „Gesamtschule Kirchhain“, seine Karriere als Lehrer begann.

Grundstein für ehrenamtliche Politikerlaufbahn

Als Klaus Weber 1972 in die Kommunalpolitik einstieg, legte er den Grundstein für eine außergewöhnliche ehrenamtliche Politikerlaufbahn, in der er verschiedene Ämter innehatte: Er war Kreistagsabgeordneter, Kreisbeigeordneter, Stadt­ver­o­rdneter sowie Stadtverordnetenvorsteher beziehungsweise dessen Stellvertreter (die OP berichtete).

Und doch fand er noch die Zeit, gleichzeitig eine Familie zu gründen und – allerdings einzig und allein dank des Engagements seiner Frau Doris, wie er unumwunden eingesteht – drei Kinder großzuziehen.

Verleihung der Ernennungsurkunde

Die offizielle Verleihung der Ernennungsurkunde zum Ehrenbürger fand dann auch passenderweise in der Halle Mitte der Alfred-Wegener-Schule statt, dem Ort, der Klaus Weber als Schüler, Lehrer, Handballer und schließlich als Politiker den Großteil seines Lebens begleitete. Und natürlich nahmen auch zahlreiche Wegbegleiter aus der Kommunalpolitik an der Veranstaltung teil: von Helga Sitt, seiner Nachfolgerin als Stadtverordnetenvorsteher, über die Laudatoren Bürgermeister Olaf Hausmann, Bürgermeister a. D. Klaus Hesse, den Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bis hin zum Bundestags­abge­ordneten Sören Bartol.

Die „kleinen Leute“ liegen Klaus Weber sehr am Herzen

Die Laudatoren wussten allesamt die ein oder andere Anekdote aus der teils jahrzehntelangen Zusammenarbeit und auch Freundschaft mit Klaus Weber zu erzählen. Der Grundtenor war, dass Weber ein gradliniger, verlässlicher und zielstrebiger Mensch ist, ein „Menschenversteher“, der auch in schwierigen und konfliktreichen Situationen Lösungen suchte und fand, dem die sogenannten kleinen Leute am Herzen lagen und der seinem Gegenüber stets mit Respekt begegnete.

Klaus Hesse, der gemeinsam mit Weber in Kirchhain aufwuchs, erklärte dessen Einstieg in die Politik vor dem Hintergrund der Politik Willy Brandts, der zu dieser Zeit die große Leitfigur für eine neue, soziale Gesellschaft war. Klaus Weber erwiderte in seiner Dankesrede mit einem Augenzwinkern, dass Wegducken nie seinem Naturell entsprochen habe – deshalb werde er auch all die „Lobhudeleien“ noch ertragen, die nun auf ihn einprasselten.

Sportlichen Aktivitäten

Mit Blick auf die vergangenen rund 40 Jahre stellte er zwei Erkenntnisse heraus: „Nicht jeder, der dir auf die Schulter klopft, ist dein Freund. Und nicht jeder, der dich kritisiert, ist dein Gegner“, ist die eine. Die andere lautet: „Nichts ist so schlecht, dass es nicht noch für etwas anderes gut ist.“

Weber erinnerte sich aber auch an seine sportlichen Aktivitäten, als er als aktiver Handballer in den 1970er- und 1980er-Jahren just am Ort seiner Ehrung zahlreiche, auch internationale, hitzige Matches vor Hunderten Zuschauern bestritt.

Familie Weber

Der berührendste Teil Webers Ansprache galt aber seiner Familie: seiner Frau Doris, die über die Jahrzehnte immer an seiner Seite gestanden und deren Unterstützung sein Wirken überhaupt erst möglich gemacht habe, seinen drei Kindern, die alle „ordentlich geraten“ seien, und seinen beiden Enkel, auf die er sichtlich stolz ist.

Klaus Weber versprach allen, noch einige Jahre im Landkreis politisch aktiv zu bleiben. Etwas anderes wäre beim neuen Kirchhainer Ehrenbürger wohl auch schwer vorstellbar.

Von Volker Kubisch

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