Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Hexenturm-Platz wird umgestaltet
Landkreis Ostkreis Hexenturm-Platz wird umgestaltet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 25.07.2022
Derzeit liegt der Platz am Hexenturm eigentlich nur da. Das will die Stadt Kirchhain durch die Umgestaltung ändern.
Derzeit liegt der Platz am Hexenturm eigentlich nur da. Das will die Stadt Kirchhain durch die Umgestaltung ändern. Quelle: Florian Lerchbacher
Anzeige
Kirchhain

Er sieht gut aus – wird aber eigentlich nicht genutzt. Das will die Stadt Kirchhain ändern und mit großer finanzieller Unterstützung aus der Landeskasse 70 000 Euro in die Umgestaltung des Platzes vor dem Hexenturm stecken. Aus diesem Grund hatte die Kommune vor einigen Monaten die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Vorschläge einzureichen. Zehn machten von der Möglichkeit Gebrauch. Aus ihren Anregungen erstellte eine Jury anschließend gemeinsam mit der Verwaltung ein Konzept, in dessen Mittelpunkt das Thema „Natur“ steht.

Die Stadtverordneten sollten den dazugehörigen Antrag in ihrer letzten Sitzung vor den Sommerferien absegnen, beschäftigten sich aber zunächst mit einem Änderungsantrag der Bürgerliste. Diese wollte noch einmal eine Bürgerbefragung initiieren, um abzuklären, dass die geplante Umgestaltung auch wirklich „bedarfsgerecht“ ist. Das Projekt sei größtenteils an der Öffentlichkeit vorbeigegangen, erklärte Frank Wagner den Antrag und sprach von einem zusätzlichen „Kontrollinstrument“.

Blumen, Bänke und ein Labyrinth

Dafür sah ein Großteil der Stadtverordneten allerdings keine Notwendigkeit. Die Bürgerbeteiligung habe doch stattgefunden, sagte beispielsweise Grünen-Fraktionsvorsitzender Reiner Nau. Professor Dr. Erhard Mörschel (CDU) nutzte die Diskussion, um Kritik am Land zu üben: Er monierte, dass Gelder falsch verteilt würden. Für die Kür werden seiner Meinung nach zu hohe Finanzmittel zur Verfügung gestellt, während die Ausstattung für die Pflicht nicht reiche. Als Beispiel nannte er, dass viele Straßen marode seien.

Nach der Ablehnung des Änderungsantrages durch 22 Stadtverordnete meldete sich Stefan Völker (CDU) zu Wort: Er begrüße die Fördermittel, gebe aber zu bedenken, dass durch die Umgestaltung auch Folgekosten entstünden, zum Beispiel durch die notwendige Pflege der Neuerungen. Letztendlich gab es aber nur eine Neinstimme zur Umgestaltung, die somit auf den Weg gebracht werden kann.

Geplant ist, in die Bögen der Mauer am Turm Rosen zu setzen und an anderen Stellen noch Duftthymian und -kamille zu pflanzen. Linkerhand sollen tragbare Liegestühle, drei fest installierte Stühle sowie Spieltische für Kinder (Mühle, Vier gewinnt) aufgestellt werden. Hinzu kommen zwei Bänke sowie rechts vom Turm ein kleines Labyrinth. Dieses soll aus Eiben und Hainbuchen entstehen und einen Barfußpfad bekommen, sodass insbesondere Kinder verschiedene Untergründe erleben und spüren können.

Noch keine Sportbank

Geplant ist, den Pfad mit Sand, Grauwacke, Rasen, Baumscheiben und Splitt zu gestalten. Außerdem ist ein Weg vorgesehen, der den Zugang zum Platz auch mit Kinderwagen ermöglicht – Barrierefreiheit ist aufgrund der Steigung nicht möglich, erläutert Pressesprecherin Kerstin Ebert.

Unterhalb des Labyrinths sollte eigentlich noch eine Sportbank aufgestellt werden. Aus Kostengründen hat die Stadt diesen Projektpart aber noch einmal auf die lange Bank geschoben. Das Gleiche gilt für ein angedachtes Wasserspiel, das laut Ebert nicht mehr in den Finanzplan passt.

Der Stadt Kirchhain stehen rund 117 000 Euro zur Verfügung: 100 000 Euro stammen aus dem Landesförderprogramm „Zukunft Innenstadt“. Hinzu kommen der städtische Eigenanteil in Höhe von etwa 14 000 Euro sowie eine Spende über 3 000 Euro. 70 000 Euro fließen in den Platz am Hexenturm, 40 000 sind für die Anschaffung eines Spülmobils vorgesehen, 4 000 Euro werden in die Unterstützung des Weltladens gesteckt.

Die ursprünglich vorgesehene Überarbeitung der Innenstadt-Möblierung hat die Stadt aus der Förderung herausgenommen, da sich „aufgrund der Preissteigerungen eine Umsetzung aller vier Projekte schwierig gestaltet“.

Von Florian Lerchbacher