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Ostkreis Neue Kita: Alles auf Anfang
Landkreis Ostkreis Neue Kita: Alles auf Anfang
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14:00 21.10.2019
Eine Kindergartengruppe hat sich in Frankfurt niedergelassen. Kirchhain benötigt laut der Bedarfsanalyse deutlich mehr Kita-Plätze. Über das Wie wird im Parlament gestritten.  Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Kirchhain

Bei den Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss ging es nicht mehr um das DRK Mittelhessen als potenziellen Investor einer großen Einrichtung, sondern um das Bauen auf einer städtischen Fläche neben dem Hallenbad. Erörtert wurden lediglich die Änderung des Bebauungsplans „Am Hallenbad“, 
einschließlich der Änderung des dazugehörigen Flächennutzungsplans. Das Wort DRK fiel erst sehr spät in der Debatte.

Zunächst ging es um den ­Antrag der CDU, das Alte Armenhaus für eine Kita zu nutzen. Bürgermeister Olaf Hausmann teilte mit, dass weder die schlechte Bausubstanz noch das Gelände für eine Kita tauglich seien. Nach dem Bedarfsplan der Stadt brauche Kirchhain eine viergruppige Kita.

Durch Anbauten an bestehenden Einrichtungen sei das nicht möglich. Bei der Suche nach geeigneten Grundstücken für die neue Kita sei die Wahl links vom Hallenbad gefallen, so der Bürgermeister. Stadtbauamtsleiter Volker Dornseif ergänzte, dass die Stadt keinerlei Vorkaufsrecht besitze. Der Eigentümer werde das ­Armenhaus abreißen.

Pöppler: Armenhaus nie als viergruppige Kita gedacht 

Dennoch hielt Hartmut Pfeiffer (CDU) am Armenhaus fest. Das Gebäude sei sanierungsfähig, stärke die Innenstadt und verschaffe den heimischen Handwerkern Arbeit. Uwe Pöppler (CDU) ergänzte, dass das Alte Armenhaus nie als viergruppige Kita gedacht sei. Die Einrichtung sei als idealer und naher Anlaufpunkt für junge Familien mit Kindern aus den neuen Wohnquartieren entlang der Niederrheinischen Straße gedacht.

Olaf Hausmann entgegnete,­ dass die Eltern in Sachen Kita-­Wahl heute nicht mehr nach Nähe, sondern nach den Konzepten der Kitas entschieden. Uwe Pöppler ließ sich nicht ­beirren. Er beklagte die enorme Verkehrsbelastung am geplanten Kita-Standort und deren Größe. Darin hatte er einige Kollegen auf seiner Seite. Die Stadt binde sich auf 30 Jahre an das DRK mit einer 100 Kinder fassenden Kita.

Es bestünde die Gefahr, dass nach 30 Jahren andere Kitas geschlossen werden müssten. Eine kleinteilige Kita-Streuung sei günstiger. Und dann sagte er unvermittelt: „Es steht nichts auf der Tagesordnung. Ist das DRK noch im Geschäft?“ 

"Riesiger Verkehr am Hallenbad"

Die Antwort kam nicht sofort. Harald Kraft (SPD) bekräftigte: „Wir werden das Armenhaus nicht bekommen. Das Armenhaus ist Geschichte.“ Angelika Aschenbrenner (FDP) klagte über den „riesigen Verkehr am Hallenbad“ und die Berufsschüler, die zu 70 Prozent mit dem Auto zum Unterricht kämen. Und Uli Balzer (Grüne) sprach vom unattraktivsten ­Kita-Standort Kirchhains.

Olaf Hausmann erinnerte an die im Sozialausschuss vorgestellte Bedarfsanalyse. Die neue Kita werde nicht 100, sondern 40 bis 50 zusätzliche Kinder bekommen – wegen der begrenzten Zulassung für die Container. Die Analyse belege auch, dass die Eltern von U3-Kindern die Kernstadt bevorzugten.

Deshalb brauche die Stadt die neue Kita – ob mit oder ohne DRK. Deshalb habe der Magistrat entschieden, die Bauleitplanung in Gang zu bringen. Ohne Baurecht bekämen weder die Stadt noch Investoren eine Förderung. Der CDU-Antrag und der Beschlussvorschlag der Verwaltung wurden abgelehnt.     

von Matthias Mayer