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Ostkreis "Wir haben alle gepennt"
Landkreis Ostkreis "Wir haben alle gepennt"
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09:00 16.08.2019
Es sind nach Beobachtungen vor allem Jugendliche und Kinder, die auf diesem Grünstreifen in Richtung eines beliebten Schnell­restaurants im Gewerbegebiet laufen. Einen Fuß- oder Radweg ins Gewerbegebiet gibt es noch nicht.  Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Das zeigte sich bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler teilte mit, dass es aus Sicht seiner Fraktion mit der Beschilderung allein nicht getan ist. Die Situation sei weiter problematisch. Einen Fußgängerweg gebe es nicht, der Radweg von Hessen Mobil sei noch in Planung.

Trotz der Beschilderung gingen die Kinder und Jugendlichen noch auf der falschen Seite. „Seit der Eröffnung eines ,Fastfood-Restaurants‘ ist festzustellen, dass immer wieder Kinder und Jugendliche am Straßenrand in das Gewerbegebiet (neue Abzweigung) laufen. Durch die Nähe des Freibades besteht zu befürchten, dass dieser kurze Weg noch stärker in Anspruch genommen wird.“

2020/2021 werde Hessen Mobil den Radweg bauen

Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) berichtete von der Tempo-Begrenzung auf 50 km/h bis zur Einfahrt ins Gewerbegebiet. Die Straße In den Steinen sei nur noch für Anlieger und Radfahrer passierbar, was auch kontrolliert werde. Die Inhaber des Restaurants wollten Beschilderungen für Fußgänger und Radler zu der Straße In den Steinen anbringen.

2020/2021 werde Hessen Mobil den Radweg bauen. „Der Antrag ist aus Sicht der Verwaltung abgearbeitet“, erklärte der Bürgermeister. Uwe Pöppler wollte dies so nicht stehen lassen. Die aktuelle Situation stehe für eine klare Gefahrenlage. „Man kann den Menschen nicht alles vorschreiben“, stellte Barbara Hesse fest.

Der Ausschussvorsitzende Professor Rainer Waldhardt sagte, dass es noch keine Verkehrszählung in diesem Bereich gegeben habe. Vielleicht sei es sinnvoll, das nachzuholen. Die Stadt solle kein Risiko eingehen.

Reiner Nau 
spricht Klartext

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Reiner Nau fand deutliche Worte: „Wir haben alle gepennt. Es gibt im ganzen Gebiet keinen Fuß- und keinen Radweg und das ist an uns allen vorbeigegangen“, sprach Nau Klartext.

Er selbst wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass der Radweg erst lange Zeit nach der Fertigstellung der Abzweigung gebaut werden könnte. Er selbst sah Handlungsbedarf. Vielleicht ließe sich wenigstens ein Trampelpfad als Übergangslösung für Fußgänger erreichen.

Er habe weiterhin eine andere Auffassung zu dem Thema, erklärte Olaf Hausmann. Auch Fußgänger müssten eigenverantwortlich handeln. Sonst könnten auch alle Radler auf der Autobahn fahren“, nannte er als Beispiel. Vorstellbar sei es, mit dem Investor über einen Trampelpfad auf Zeit zu verhandeln.

Das reichte Uwe Pöppler immer noch nicht. „Es fehlt ein Fußweg in diesem Gebiet. Es gibt keine angemessene Verkehrsführung für Fußgänger im Gewerbegebiet. Diese Fehler müssen beseitigt werden“, sagte Uwe Pöppler und verwies Olaf Hausmann auf seine Funktion als Kirchhainer Straßenverkehrsbehörde. Der Bürgermeister habe die Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen, so Pöppler.

Bürgermeister nahm Vorschläge an

Rainer Waldhardt merkte an, dass der von Hessen Mobil zu bauende Radweg allein das Problem noch nicht löse. Dazu brauche es einen kombinierten Fuß-/Radweg. In dieser Angelegenheit müsse mit dem Landkreis verhandelt werden.

Der Bürgermeister nahm die Vorschläge an. Er werde wegen des kombinierten Fuß-/Radweg mit Hessen Mobil reden. Außerdem wolle er mit der Firma Geissler als Grundeigentümerin über einen temporären Trampelpfad verhandeln. „Dann wäre aus meiner Sicht alles erledigt“, so Olaf Hausmann.

Damit nahm die Debatte eine Wende. Reiner Nau stellte fest, dass sich der Bürgermeister für einen kombinierten Fuß-/Radweg stark machen werde. Zudem wolle er die Chancen für einen temporären Trampelpfad mit der Firma Geissler eruieren. Mit diesem Ergebnis könne der Antrag der CDU-Fraktion vorerst zurückgestellt werden, so Nau. Mit diesem Vorschlag zeigte sich Uwe Pöppler zufrieden.     

von Matthias Mayer