Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Kindergartensanierung in Stadtallendorf kommt später
Landkreis Ostkreis Kindergartensanierung in Stadtallendorf kommt später
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 06.05.2022
Der Kindergarten St. Martin wird im großen Stil saniert und erweitert – aber wohl deutlich später als vorgesehen.
Der Kindergarten St. Martin wird im großen Stil saniert und erweitert – aber wohl deutlich später als vorgesehen. Quelle: Michael Rinde (Archivfoto)
Anzeige
Stadtallendorf

Seit Jahren steht die Grundsanierung und Erweiterung des Kindergartens St. Martin (ehemals Kindergarten Süd) bei der Stadt Stadtallendorf auf der Prioritätenliste weit oben. Eigentlich schienen die Weichen so gestellt zu sein, dass es Anfang nächsten Jahres losgehen sollte. Der Starttermin war mit Blick auf die Baukonjunktur bereits erneut nach hinten gerückt worden. Doch es kommt wohl noch etwas anders, wie sich in der Sozialausschuss-Sitzung in dieser Woche zeigte.

Der Grund: Zwischenzeitlich haben sich die Architekten und die Fachbüros das Sanierungsvorhaben genauer angeschaut und dabei auf Probleme hingewiesen. Ein Punkt ist zum Beispiel die Fußbodenheizung. Die läuft seit 50 Jahren ohne Schwierigkeiten. Doch das Ende ihrer Lebensdauer ist wohl erreicht, wie die Fachleute bei der Verwaltung angemerkt haben. Deshalb hat sich die Stadt entschieden, die Anlage gleich mit zu erneuern, um zu vermeiden, dass nach der Sanierung nicht sofort wieder eine Baustelle eingerichtet werden muss.

Lüftungsanlage für besseres Raumklima

Außerdem bekommt das städtische Gebäude eine Lüftungsanlage, was vor allem in Pandemiezeiten ein Gewinn ist und das Raumklima verbessert. Außerdem bekommt der Kindergarten St. Martin ein Anbau ans Gebäude, um so Platz für eine vierte Gruppe zu erhalten. Aktuell besuchen 75 Kinder den Kindergarten im Süden der Stadt, die Stadt braucht zusätzliche Betreuungsplätze.

Einschließlich Anbau hat der Kindergarten dann eine Nutzfläche von knapp 800 Quadratmetern, wie Anke Fischer von der Stadtverwaltung bei der Projektvorstellung erläuterte. Bei den Baukosten schlägt dabei die allgemeine Preisentwicklung voll durch, das Ende der Fahnenstange ist noch nicht in Sicht. „Wir bräuchten eine Kristallkugel“, sagte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) in der Ausschusssitzung. Zuletzt hatte die Verwaltung mit einer Bausumme von 1,9 Millionen Euro kalkuliert. Jetzt steht ein ganz anderer Betrag unter dem Summenstrich, nämlich 3,25 Millionen Euro einschließlich der zusätzlichen Arbeiten wie der Heizung und der Lüftungsanlage und den neuen Fenstern. Die neuen Fenster sind nötig, um den angepeilten Energiesparstandard „KfW 40“ zu erreichen.

Denn: Die Stadtverwaltung hatte zusammen mit dem Eigenbetrieb „Dienstleistungen und Immobilien“ gerade noch rechtzeitig genug einen Förderantrag für das Projekt gestellt. Ergebnis: Wenn der Antrag so genehmigt wird, dann erhielte Stadtallendorf 1,08 Millionen Euro. Das kompensiert die erheblichen Kostensteigerungen.

Veranschlagte Summe möglicherweise nicht ausreichend

Wobei Bürgermeister Somogyi in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Generationen und Soziales schon klarmachte, dass die jetzt veranschlagte Summe möglicherweise nicht reichen wird. Denn der Baubeginn wird sich nach hinten verschieben. Wie dann die Baukonjunktur aussehen wird, weiß keiner. Der Grund für die Verschiebung: Aufgrund des Umfanges und der Art der Arbeiten braucht der Kindergarten für ein Jahr ein Ersatzquartier. Ursprünglich war geplant, dass die Sanierung abschnittsweise und Raum für Raum erfolgt.

Beim Einbau einer neuen Fußbodenheizung ist das aber nicht mehr möglich. Die Idee der Stadtverwaltung: Sobald das neue Familienbildungszentrum samt Kindergartenbau im DAG-Gebiet fertig ist, sollen die Kinder aus dem Süden Stadtallendorfs dorthin umsiedeln. Das erspart Containerlösungen oder die Umnutzung eines anderen städtischen Gebäudes. In der Ausschusssitzung wurde dieser Weg grundsätzlich begrüßt, ebenso wie die Ausweitung der Arbeiten am Gebäude. Die Entscheidung fällt jetzt in der Sitzung des Stadtparlaments.

Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt am Donnerstag, 12. Mai, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle.

Von Michael Rinde