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Ostkreis Kindergartengebühren in Rauschenberg werden teurer
Landkreis Ostkreis Kindergartengebühren in Rauschenberg werden teurer
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14:00 02.07.2021
Die sechste Gruppe der „Mäuseburg“ wird dauerhaft eingerichtet.
Die sechste Gruppe der „Mäuseburg“ wird dauerhaft eingerichtet. Quelle: Florian Lerchbacher
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Rauschenberg

„Die Fortschreibung der Bedarfsplanung hat gezeigt, dass wir in der Kindertagesbetreuung ausreichend Plätze zur Verfügung haben“, betonte Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich während der Stadtverordnetenversammlung. Die Auslastung der Kindertagesstätten im Stadtgebiet liege bei rund 90 Prozent, sei „sehr gut“ – und Wartelisten gebe es entsprechend keine.

Derzeit gibt es insgesamt 247 Plätze in den Kindertagesstätten in der Kernstadt (137) und in Bracht (85) sowie im Kindergarten Ernsthausen (25). Denen stünden zwar auch 247 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren gegenüber, berichtete der Rathauschef – allerdings besuchten nur 2 von 20 Kindern im Alter von 0 bis 1 Jahren sowie ein Viertel der Ein- bis Zweijährigen die Rauschenberger Einrichtungen, noch dazu gingen einige Kinder aus Josbach und Albshausen in die Kitas der Großgemeinde Wohratal.

Entsprechend werden nur 181 Plätze benötigt – sowie jene für 29 Grundschulkinder, die in den Kitas in Rauschenberg und Bracht angemeldet sind, erläuterte der Bürgermeister und ergänzte, dass es zudem eine Kindertagespflegeperson im Stadtgebiet gebe, die weitere fünf Plätze anbiete.

Und dennoch mussten die Stadtverordneten einige Änderungen um Zusammenhang mit der Kinderbetreuung absegnen. Zunächst werden die Gebühren in der Einrichtung in Bracht zum neuen Kitajahr „leicht“ um fünf Euro angehoben – zum sechsten Mal in Folge, wie Emmerich erklärte. Dieser sukzessive Anstieg funktioniere sehr gut. Im Detail wurden die Gebühren für die U-3-Kinder für die Vormittags- sowie die Ganztagesbetreuung um fünf Euro angehoben – und auch die Gebühr für die Nachmittagsbetreuung der Kinder ab 3 Jahren werde anteilig leicht steigen, so der Bürgermeister. Die Gebühren für die Grundschulbetreuung, für das Essen und die Getränkepauschale bleiben unverändert. Mit Ausnahme von Stefan Schleiter (FBL) segneten alle Stadtverordneten dies ab.

Gleich fünf Stadtverordnete enthielten sich bei der Neufassung des Kindergartenbetriebsvertrages mit der evangelischen Kirche für die Einrichtung in Rauschenberg. Diese sei notwendig, weil die seit zwei Jahren existierende sechste Gruppe dauerhaft installiert werden solle, so Emmerich. Bisher trägt die Kommune 100 Prozent der Kosten – bei den anderen Gruppen sind es „nur“ 90 Prozent, den Rest übernimmt die Kirche. Die Neufassung sieht so aus, dass die Stadt 92 Prozent der Kosten insgesamt nimmt und die Kirche den Rest zahlt. „Warum so ein Heckmeck?“, fragte Thorsten Thamke (SPD) und sprach sich für das bisherige Vorgehen aus, das die Stadt einen Ticken weniger Geld koste. Die Kosten seien „nahezu die gleichen“, entgegnete Emmerich und sagte, dass eine einzelne Gruppe separat abzurechnen sehr aufwändig sei.

Am Ende der Stadtverordnetenversammlung bestimmten die Kommunalpolitiker die Mitglieder des Kindergartenausschusses für die Kernstadt. Diese sind Andreas Pigulla (CDU, wiedergewählt) sowie Stefan Schleiter.

Wird Haus „Bahnhofstraße 10“ in Zukunft ein Familienzentrum?

Einstimmig fiel dabei das Votum für einen SPD-Antrag aus. Die Fraktion regt einen Prüfantrag an mit dem Ziel, die Immobilie „Bahnhofstraße 10“ zum Familienzentrum umzubauen. Die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Sport und Soziales hatten einstimmig eine Empfehlung für die Annahme des Prüfantrages ausgesprochen, wie Vorsitzende Larissa Emmerich berichtete. Auch der Ortsbeirat Rauschenberg findet den Ansatz gut, erklärte Ortsvorsteher Michael Vaupel. Hintergrund ist, dass die Stadtverordnetenversammlung sich gegen den Aus- beziehungsweise Umbau des Hauses „Marktstraße 15“ ausgesprochen hatte – eine solche Einrichtung aber für Rauschenberg „dringend erforderlich“ sei, wie die Sozialdemokraten hervorheben. Es sei schließlich abzusehen, dass die Pflichtaufgaben für die Stadt künftig umfangreicher werden und der Raumbedarf steige. Und das Haus – das noch vermietet ist – biete sich unter anderem durch die Nähe zur Kratz‘schen Scheune an.

Von Florian Lerchbacher