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Ostkreis St. Martin bekommt mehr Platz
Landkreis Ostkreis St. Martin bekommt mehr Platz
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11:58 14.09.2021
Im August 2022 könnte aus dem Spielzeug-Radlader eine Baumaschine werden, die am Kindergarten St. Martin arbeitet (Archivfoto).
Im August 2022 könnte aus dem Spielzeug-Radlader eine Baumaschine werden, die am Kindergarten St. Martin arbeitet (Archivfoto). Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Auf der Liste der Kindergärten, in deren Gebäude die Stadt Stadtallendorf grundlegend investieren muss, steht eigentlich nur der Kindergarten St. Martin im Süden der Kernstadt. Er steht unter der Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist, das Gebäude ist aber Sache der Stadt, die außerdem 80 Prozent der ungedeckten Kosten trägt.

Stadtallendorf braucht mehr Kindergartenplätze. Das ist ein Grund, warum im Kindergarten Hatzbach und dann auch im Kindergarten St. Martin (ehemals Kindergarten Süd) neue Gruppen entstehen sollen. Den Grundsatzbeschluss hatte das Stadtparlament bereits vor längerer Zeit gefasst (die OP berichtete). Dass beim Kindergarten St. Martin mehr geschehen muss als ein Anbau, ist auch schon lange klar.

Auch Dach muss grunderneuert werden

Inzwischen hat die Stadtverwaltung das Kindergartengebäude noch einmal genauer überprüft. Dabei ist deutlich geworden, dass es mit einer reinen Innensanierung nicht getan sein wird. Auch das Dach muss grunderneuert werden. Es gibt Undichtigkeiten an der Dachkonstruktion, außerdem hat es einen Marderbefall mit Folgen gegeben, wie Anke Fischer jüngst im Bau- und Planungsausschuss erläuterte.

Deshalb wird es jetzt ein Pultdach geben, das zusätzlich auch eine Fotovoltaikanlage erhält. Das Zwischendach wird außerdem ein Flachdach. Zur Sanierung kommt der Anbau hinzu, der nach den jetzigen Planungen nicht nur den nötigen weiteren Gruppenraum aufnimmt, sondern auch einen neuen Mehrzweckraum für den gesamten Kindergarten St. Martin. Der wird in der Zukunft dann über vier Gruppen mit rechnerisch bis zu 80 Kindern verfügen.

Bessere Gestaltung der Flure

Im Inneren werden die Räume neu angeordnet, sodass alle Gruppen dann Richtung Außenanlage ausgerichtet sind. Das alles macht auch eine bessere Gestaltung der Flure möglich und eine „Dreckschleuse“ am Eingang, weshalb alle Kinder die Möglichkeit haben werden, mit sauberen Füßen in die eigentlichen Innenräume zu kommen.

Der Anbau bekommt eine Größe von etwa 200 Quadratmetern mit rund 175 Quadratmetern Nutzfläche. Im Inneren werden neue Toiletten entstehen, die Heizungsanlage des Gebäudes wird komplett ausgetauscht. Auch die übrige Technik im Inneren soll auf den aktuellen Stand gebracht werden. Das Thema Kindergarten St. Martin beschäftigt die Stadt schon seit Längerem. Bereits bei einer Begehung vor mehreren Jahren war klar geworden, dass der Sanierungsbedarf im Gebäude groß ist.

Anbau wird etwa doppelt so groß

In Summe führen diese Planungen dazu, dass der Anbau etwa doppelt so groß ausfallen wird wie zunächst veranschlagt. Das erhöht die Baukosten entsprechend, wie die Verwaltung während der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit und Soziales klarmachte. Was wirklich zu Buche schlägt, sind dabei aber vor allem die deutlich gestiegenen Materialpreise. Derzeit rechnen die von der Stadt beauftragten Architekten allein deshalb mit einem Zuschlag von rund 25 Prozent auf die einst ermittelten Baukosten.

Unter dem Strich steht jetzt eine voraussichtliche Investition von etwa 1,9 Millionen Euro. Im nächsten Schritt geht es um die Erstellung der eigentlichen Bauplanung und den Bauantrag. Ein Brandschutzgutachten muss ebenfalls noch erstellt werden. Läuft dann alles ohne Verzögerungen weiter, so könnten Sanierung und Anbau genau in einem Jahr begonnen werden. Angesichts des Umfangs der Arbeiten rechnet die Stadt damit, dass der Kindergarten in seiner neuen Form und Größe ab Oktober 2023 bereitstehen kann. Die Stadtverordneten segneten das Vorhaben einstimmig und ohne Aussprache ab.

Von Michael Rinde und Florian Lerchbacher