Kinder in Neustadt bauen sich einen Spielplatz
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Ostkreis Kinder bauen sich einen Spielplatz
Landkreis Ostkreis Kinder bauen sich einen Spielplatz
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15:51 11.08.2020
Luna (von links), Lena und Berfin Nur bereiteten bunte Motive vor, die auf die Spielgeräte kommen sollen. Foto: Florian Lerchbacher
Luna (von links), Lena und Berfin Nur bereiteten bunte Motive vor, die auf die Spielgeräte kommen sollen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Neustadt

Auf dem idyllisch gelegenen Spielplatz in der Struth geht es rund: Zahlreiche Kinder und Erwachsene graben, sägen, hämmern, nageln und bohren – unter professioneller Aufsicht beziehungsweise mit Unterstützung der Marburger Alea GmbH.

Zum dritten Mal sind die Handwerkspädagogen in Neustadt, um den Bau beziehungsweise die Erneuerung eines Spielplatzes anzuleiten. Eigentlich war das Projekt für die Osterferien geplant gewesen, doch Corona machte dem Ganzen zunächst einen Strich durch die Rechnung.

Dann wollten die Neustädter den Spielplatzbau in der vierten Sommerferien-Woche umsetzen, doch die Mitglieder der Siedlergemeinschaft hatten da keine Zeit.

Doch da sie für das Projekt unersetzlich sind und gerade in Corona-Zeiten etwas Flexibilität und Improvisation den Menschen gut zu Gesicht stehen, kam es erneut zur Verschiebung. Und so bauen die Bürger eben in dieser Woche ihren Spielplatz. Der Motivation haben die bisher zu überwindenden Hürden jedenfalls keinen Abbruch getan.

Voraussetzungen sind ideal

Bis Freitag, 14. August, steht das Gebiet in der Struth voll im Zeichen des Spielplatzbaus. Stadtjugendpfleger Philipp Berg und ein gutes Dutzend Kinder (das Projekt ist an die Ferienspiele angedockt) wollen sich täglich zwischen 8 und 16 Uhr einbringen. Hinzu kommen Bürger aus der Umgebung, die entweder besondere handwerkliche Fähigkeiten oder eben Spaß daran haben, sich für die Verschönerung ihrer Heimat einzusetzen (oder beides).

Die Voraussetzungen sind jedenfalls ideal: Inmitten des Wohngebietes liegt der Spielplatz, der angesichts seiner Größe und der zahlreichen Bäume eher an ein kleines Naherholungsgebiet erinnert. Die Geräte sind etwas in die Jahre gekommen – aber aus diesem Grund hat die Stadt den Spielplatz ja nun ins Auge gefasst.

Und das, obwohl es nicht einmal finanzielle Unterstützung gibt. „Man muss ja schließlich das ganze Stadtgebiet im Auge haben und auch mal Projekte auf den Weg bringen, ohne dafür Fördermittel zu erhalten“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll – der auf dem Spielplatz in der Aue noch selbst mit Hand angelegt hatte, diese Woche aber wohl keine Zeit findet, jedoch die tatkräftige Hilfe politischer Mitstreiter ankündigt.

Bürgermeister gibt grünes Licht

Den Spielplatz gibt es seit rund 40 Jahren. „Er war früher richtig schön. Doch im Laufe der Jahre vergammelte die Anlage und es kamen immer mehr Geräte weg“, erinnern sich Gerlinde Thiel und Christina Ringleb vom Vorstand der Siedlergemeinschaft – dem auch Michael Ringleb angehört, der zudem noch Vorsitzender des Fördervereins Regenbogen ist und ein Sommerfest in der Kindertagesstätte nutzte, um den Bürgermeister auf den Zustand des Spielplatzes anzusprechen.

„Er fragte, ob wir hier oben überhaupt noch Kinder hätten“, erinnert sich Ringleb an die erste Reaktion. Und als er diese Frage bejaht habe, sei Groll sehr offen und zugänglich gewesen. „Ich war überrascht, dass in diesem Wohnquartier ein starker Wechsel von Alt zu Jung stattgefunden hatte“, erinnert sich der Rathauschef und freut sich, dass sich viele Kinder und Erwachsene in das Projekt einbringen wollen.

Neue Bäume, neue Geräte

Die Siedlergemeinschaft, deren Vereinsheim direkt neben der Anlage liegt, kümmert sich um die Verpflegung der jungen und alten Handwerker – mit Frühstück, Mittagessen, Kaffee, Kuchen, Getränken und Snacks. Helfer sind jederzeit willkommen. Schon am Montag schaute der ein oder andere auf dem Gelände vorbei, um sich zu erkundigen, was gemacht werde und wie man helfen könne.

Im Vorfeld hatte die Stadt eine Infoveranstaltung organisiert und Zettel zum Projekt verteilt. Mittelpunkt des überarbeiteten Spielplatzes sollen zwei Bäume werden, um die herum sich zahlreiche Geräte befinden sollen, zum Beispiel ein Klettergerüst, eine Seilbahn, ein Baumhaus, aber beispielsweise auch zwei Fußballtore.

Von Florian Lerchbacher