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Ostkreis Katzenfreunde atmen kurz durch
Landkreis Ostkreis Katzenfreunde atmen kurz durch
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07:58 07.01.2020
Diese Katze der Rasse British Langhaar lebt im Tierheim Cappel.  Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

In der Zeit vom 2. bis einschließlich 30. Dezember sind nach Kenntnissen der Polizei in Homberg (Efze) und Stadtallendorf insgesamt 19 Zuchtkatzen der Rassen British Langhaar und British Kurzhaar ausgesetzt worden (die OP berichtete). 15 der Tiere wurden dabei in Homberg oder Borken und 5 davon in Stadtallendorf entdeckt.

Ein Kater der Rasse British Kurzhaar starb an den Folgen seiner Unterkühlung am Silvestertag. Tierschützer berichten der OP von einem weiteren toten Tier. Die gute Nachricht: In den vergangenen Tagen sind keine weiteren Katzen aufgetaucht oder entdeckt worden. Das berichtete gestern Tierschützerin Cornelia Otte auf Nachfrage der OP. Dennoch will sie nicht ausschließen, dass mehr als die bisher bekannten Tiere ausgesetzt wurden.

„Wir wissen nicht, wie viele Tiere möglicherweise im Laufe des Dezembers bereits erfroren sind“, gibt Otte zu bedenken. Vier der gefundenen Katzen sind zurzeit im Tierheim Cappel untergebracht.

„Seit dem 3. Januar sind bei uns keine mehr hinzugekommen“, erklärte gestern eine Mitarbeiterin des Tierheimes in Cappel. Die übrigen Tiere sind in Homberg (Efze) und Borken untergebracht. Alle Tiere, so die übereinstimmende Aussage der Tierschützer, mit denen die OP sprach, waren beim Auffinden in einem sehr schlechten Zustand. Die Rassekatzen haben ganz offensichtlich nur in Gebäuden gelebt und sind an das Leben im Freien überhaupt nicht gewöhnt.

Am Samstag hatte die OP berichtet, dass die Polizeidirektion Schwalm-Eder davon ausgeht, dass der Halter der Rassekatzen ermittelt ist. In den Vorgang sind neben den ehrenamtlichen Tierschützern die Polizeidirektion Schwalm-Eder, die Polizei in Stadtallendorf und die Veterinärbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf involviert. Dass es einen konkreten Tatverdacht gegen einen Züchter aus dem Kreis gibt, will der heimische Polizeisprecher Martin Ahlich allerdings nicht bestätigen. „Wir können noch nicht einmal sagen, dass alle Tiere von ein und demselben Züchter stammen“, sagt Ahlich.

Tierschützer bitten weiter um Aufmerksamkeit

Die Herkunft eines Chips bei einem im Raum Homberg gefundenen Tier hat über den Tierarzt letztlich zu einer Züchterin aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf geführt. „Alles Weitere bedarf noch einiger Ermittlungen“, so Polizeisprecher Martin Ahlich. Dass ein Tier an den Folgen seiner Aussetzung starb, sei ein Straftatbestand, so Polizeisprecher Volker Schulz von der Polizeidirektion Schwalm-Eder gegenüber der OP. Das reine Aussetzen der Tiere sei eine Ordnungswidrigkeit.

Tierschützerin Cornelia Otte, die sich seit langem um ausgesetzte oder vermisste Tiere kümmert, hofft, dass der Halter der ausgesetzten Katzen am Ende sicher feststeht und gegen ihn ein Tierhaltungsverbot erwirkt wird. Sie wirbt bei Stadtallendorfern auch weiterhin dafür, in Verschläge oder Garagen zu schauen, ob sich dort Tiere befinden. „Wir wissen nicht, ob und wie viele weitere Katzen ausgesetzt worden sind“, sagt die Tierschützerin.

  •  Wer Hinweise zu den Hintergründen der ausgesetzten Rassekatzen hat, kann sich jederzeit an die Polizeistation Stadtallendorf, Telefon 0 64 28 / 9 30 50, wenden.
  • Wer in den nächsten Tagen oder Wochen ausgesetzte Rassekatzen entdeckt, kann das Tierheim Cappel, Telefon 0 64 21/4 67 92 oder die Telefonnummer 0176/26 77 16 56 anrufen.

von Michael Rinde