Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis „Diesem König können wir Ehre erweisen“
Landkreis Ostkreis „Diesem König können wir Ehre erweisen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 23.11.2021
Weihbischof Dr. Karlheinz Diez zelebriert am Altar in der Stiftskirche in Amöneburg. Hinter ihm stehen Pfarrer Marcus Vogler (von links), Diakon Gerhard Jungmann, Diakon Paul Lang und Pater Edward.
Weihbischof Dr. Karlheinz Diez zelebriert am Altar in der Stiftskirche in Amöneburg. Hinter ihm stehen Pfarrer Marcus Vogler (von links), Diakon Gerhard Jungmann, Diakon Paul Lang und Pater Edward. Quelle: Bodo Ganswindt
Anzeige
Amöneburg

Die prächtige Stiftskirche bildete am Sonntagmorgen den würdigen Rahmen zum Abschluss des Jubiläumsjahres anlässlich des Beginns der christlichen Missionierung durch den heiligen Bonifatius vor 1300 Jahren. Wo sonst mehrere hundert Christen Platz finden, waren diesmal – den Bedingungen des weltlichen Coronavirus geschuldet – nur etwa 100 Plätze mit entsprechenden Abständen vergeben worden.

Im Mittelpunkt des beeindruckenden liturgischen Prozedere stand die Ansprache von Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez, der seine Verbundenheit mit Amöneburg unterstrich und sich in seinem Vortrag – eher unkonventionell – einer Anleihe aus einem Lied der Rockgruppe Karat aus der ehemaligen DDR bediente.

„Der König der Welt“

Doch es war nicht der legendäre Song „Über sieben Brücken musst du gehn“, den er als Sinnbild seinen Worten zugrunde legte. Vielmehr zitierte er aus dem Text des Liedes „König der Welt“. Darin heißt es: „König der Welt ist das Herz, das liebt. Denn er gibt dem Anderen, und nur ein König hat diese Macht. Verneigt Euch tief und soweit es geht vor dieser herrlichen Majestät. Und soll Dein Herz selbst ein König sein, ich sag: Dann liebe, und die Welt ist Dein.“

Diez räumte ein, dass sich eine „leise“ Affinität zu Königinnen und Königen bewahrt zu haben scheint. Es finde etwa seinen Ausdruck im Vorhandensein vieler bunter Gazetten. Die allerdings haben eher das weltliche Treiben in den Königshäusern im Focus. Für Diez hingegen ist die Hinwendung zum Königlichen für manche Menschen mit dem „Wunsch nach Verlässlichkeit, Beständigkeit und Schutz verbunden“, aber auch mit dem „Bedürfnis, zu jemandem aufzusehen, den Blick nach oben zu richten“. Jener stehe für das Göttliche. „Und vielleicht ist dieses Hinaufsehen zu Königinnen und Königen sogar der versteckte Wunsch nach Gott“, sagte der Bischof.

„Jesus, der König“

Das Christkönigsfest zum Abschluss des Kirchenjahres ist das Fest, das Jesus Christus huldigt. „Das Fest stellt unseren König in die Mitte“, betonte Diez, „er ist radikal anders als die Könige in den Gazetten und auch ein ganzes Stück näher dran an dem Song von Karat.“ Jesus sei nicht gekommen, um bewundert zu werden, er sei gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen und für das Heil der Welt sein Leben hinzugeben. Jesus sei ein König mit einem Herzen, das liebe, und zwar auf die Ewigkeit ausgerichtet. „Zu diesem König können wir wahrhaft ‚aufsehen‘ und ihm Ehre erweisen.“ Bonifatius sei vor 1300 Jahren von England aus im Alter von 40 Jahren aufgebrochen zu anstrengenden Reisen, um die Botschaft von Jesu zu verkündigen. „Ich habe mir oft vorgestellt, wie Bonifatius innerlich zutiefst gepackt gewesen sein muss vom Evangelium“, sagte Diez. Der Missionar habe sich wortwörtlich aufgezehrt und die Verkündigung der Botschaft Jesu mit dem Leben bezahlt.

Nach wie vor gelte es für die Menschen im Hier und Jetzt, „auf den König Jesus hinauf zuschauen, in ihm Wahrheit, Halt und Leben zu finden und heute ganz dringend im Geiste des heiligen Bonifatius, die Botschaft unseres Königs, der so anders ist als alle irdischen Könige, zu verkündigen.

Organist Christoph Aschenbach begleitete das Pontifikalamt mit souveränem Spiel. Ralph Vogler bewies sein Talent am Saxophon. Eine ebenfalls glänzende Vorstellung bot die neugegründete Männerschola mit Sängern aus den verschiedenen Kirchenorten der neuen Pfarrei St. Bonifatius Amöneburger Land mit überzeugendem Chorgesang, wie man ihn nicht alle Tage hört.

Den liturgischen Ablauf des Gottesdienstes gestalteten die Lektorin Meike Wachtel, Pfarrer Marcus Vogler, Pater Edward sowie die Diakone Gerhard Jungmann und Dr. Paul Lang mit den Ministrantinnen und Ministranten der Pfarrei.

Von Bodo Ganswindt

Ostkreis Barrierefreiheit - Bahnhof wird barrierefrei
22.11.2021