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Ostkreis Stadtallendorfs Narren müssen passen
Landkreis Ostkreis Stadtallendorfs Narren müssen passen
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12:00 04.09.2020
Auf das Männerballett „Kaktusblüten“ müssen die Narren vorerst verzichten. Quelle: Karin Waldhüter
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Stadtallendorf

Ende August stand es schon im Raum, jetzt ist es amtlich und offiziell: Die Stadtallendorfer Karnevalsvereine vom FCKK, der Kolpingfamilie Stadtallendorf, dem SV Schweinsberg und von der KfD St. Michael sagen alle Veranstaltungen der Kampagne 2020/2021 ab. Das teilten die Vereine in einem gemeinsamen Pressestatement mit.

Damit hat die Diskussion darüber, ob angesichts der Corona-Pandemie Karneval möglich ist, zumindest in Stadtallendorfs Kernstadt und in Schweinsberg ein frühzeitiges Ende gefunden. Wobei die Narren in ihrer Presseerklärung zurecht anmerken, dass nicht der Karneval abgesagt ist, sondern lediglich die Veranstaltungen.

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„Die Gesundheit der Mitglieder, Gäste und Aktiven steht für uns alle an erster Stelle“, unterstreichen die Vereine in ihrer Mitteilung. Aufgrund der Hygienevorschriften und der Abstandsregelungen sei es einfach nicht möglich, die Veranstaltungen durchzuführen. Friedhelm Kremer, zweiter Vorsitzender des FCKK, erläuterte gegenüber der OP, dass maximal 100 Besucher in die Stadthalle kommen dürften. „Das ist auch wirtschaftlich für die Vereine einfach nicht realisierbar, selbst, wenn uns die Stadt bei der Hallenmiete entgegen käme“, erläutert Kremer.

Eine Hintertür bleibt offen

Damit fallen die Inthronisierung eines neuen Prinzenpaares, der Neujahrsempfang von FCKK und Stadt, der Weiberfasching und die Prunksitzungen der Kolpingfamilie, des FCKK und des SV Schweinsberg aus. Gleiches gilt für den beliebten Rathaussturm am Rosenmontag nächsten Jahres und auch für sämtliche Kinder-Faschingsveranstaltungen.

Es habe viele Nachfragen von Karnevalsbegeisterten gegeben, ob denn Veranstaltungen stattfänden. Deshalb hätten sich die Vorstände jetzt festlegen wollen, antwortet Kremer auf die Frage, warum sich die Vereine jetzt bereits auf diese weitreichende Entscheidung festgelegt haben. Auch eine andere Frage ist beim Festkomitee Carneval in den katholischen Kirchengemeinden (FCKK) geklärt, die nach dem Prinzenpaar: Eigentlich hätte der FCKK bereits ein Prinzenpaar für die neue Kampagne in petto gehabt. Doch jetzt bleibe das Prinzenpaar, das eigentlich im November abgedankt hätte, im Amt. Prinzessin Svenja I. und Prinz Nico I., Svenja Schmidt und Nico Horst, hätten sich bereiterklärt, den FCKK zu vertreten, sollte es doch Veranstaltungen geben, erklärt Kremer. Das freue den Verein sehr. Eine interne Veranstaltung des Vereins, die Jahreshauptversammlung, wird es allerdings trotzdem geben. „Allerdings mit begrenzter Teilnehmerzahl und natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln“, betont der stellvertretende Vorsitzende.

Tanzgruppen trainieren weiter

Fest steht beim FCKK auch, dass die Tanzgruppen weiterhin trainieren werden. „Das ist für die Gemeinschaft sehr wichtig“, betont Kremer. Und dafür, dass es auch in Zukunft attraktive und sportlich anspruchsvolle Beiträge gibt, dann aber wohl erst bei der Kampagne 2021/2022. Neue Tänze wollen die Gruppen aber zunächst nicht eintrainieren.

Eine „Hintertür“ haben sich die an der Pressemitteilung beteiligten Stadtallendorfer Vereine noch offen gehalten. Sollte sich das Pandemielage so weit entspannen, dass es verantwortbar erscheint, dann könnte es am Karnevalssamstag, also dem Samstag vor Rosenmontag, eine einzelne gemeinsame närrische Sitzung geben. Die Vorstände der Vereine hoffen jetzt auf Verständnis für den eingeschlagenen Weg. „Den Vorständen ist es nicht leicht gefallen, sie sind sich aber sicher, für alle die richtige Entscheidung getroffen zu haben“, betonen die Vereine in ihrer Erklärung.

Von Michael Rinde