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Ostkreis Kampf den virtuellen Gefahren
Landkreis Ostkreis Kampf den virtuellen Gefahren
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10:58 24.04.2021
Daniel Witt kümmert sich im Jugendzentrum um alles, was mit EDV zu tun hat.
Daniel Witt kümmert sich im Jugendzentrum um alles, was mit EDV zu tun hat. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Laptop, Tablet und Smartphone sind in Corona-Zeiten von großer Bedeutung. Unterricht wird online gehalten. Meetings finden virtuell statt. Lange Zeit galten die technischen Helferlein vielfach als Unterhaltungselektronik, nun sind sie essenzieller Bestandteil des Lebens und der Interaktion. Vor allem auch für Kinder.

Doch einer Sache muss sich jeder bewusst sein: Erwähnte Geräte machen zwar vieles einfacher – doch dahinter bergen sich auch Gefahren. Daran will auch Daniel Witt erinnern, der bei der Stadtjugendpflege für die EDV-Fragen zuständig ist. Er kümmert sich um die Homepage, die Sozialen Medien, die Angebote für Senioren, die Hausaufgabenbetreuung für Schüler und vieles mehr. Dabei widmet er sich auch immer wieder der Medienaufklärung, vor einigen Jahren beispielsweise dem Pokemon-Go-Fieber. Viele Eltern hätten damals gar nicht gewusst, was ihr Kind da eigentlich am Handy spiele, sagt Witt.

Nun, da die Welt und vor allem auch die Schule immer weiter online gehen, will er ein Angebot starten, das sich an Eltern richtet. Witt wird über das Thema „Handysicherheit“ sprechen und die Frage, wie sich ein Smartphone kindersicher machen lässt. „Sogar Grundschüler haben inzwischen Smartphones“, sagt er und mahnt: „Damit gibt man als Eltern seinem Kind ein Werkzeug für Erwachsene.“ Dessen seien sich viele nicht bewusst. Im Internet fänden sich verwirrende Bilder, Horrorfotos und viele weitere „komische, verstörende Sachen“, betont Witt – wohlwissend, dass er sich mit diesen Begriffen noch moderat ausgedrückt hat. Aber mit ein bisschen Fachwissen und Sorgfalt ließen sich die Geräte eben auch so einstellen, dass Kinder nur solche Dinge aufrufen, die altersgemäß seien. Darüber möchte er Eltern aufklären – ebenso wie über Soziale Medien, die eben oftmals alles andere als sozial sind.

Eine große Gefahr sei Cybermobbing, dem Kinder ausgesetzt seien, ohne dass die Eltern davon mitbekommen. Doch es gibt noch viele weitere Punkte. Vielen Menschen sei zum Beispiel gar nicht klar, dass nicht nur Freunde ihre Posts lesen können. Die einfache Ankündigung eines Urlaubs oder ein gepostetes Foto aus dem Urlaub seien quasi wie eine schriftliche Einladung an Einbrecher, die dann ungestört ins verwaiste Heim einsteigen können. Der Verlust an Bildrechten durch das Einstellen von Fotos in die Sozialen Netzwerke nennt Witt als weitere Gefahr und widmet sich Hilfsmitteln wie der „Amazon-Alexa“. „Man denkt, das Gerät ist aus, unterhält sich mit seiner Partnerin und sagt dabei, dass man zum Beispiel Hundefutter benötigt. Und schon bekommt man Hundefutter-Werbung auf sein Handy. Vielen Menschen sind diese Verknüpfungen gar nicht bekannt“, so Witt.

Er will daher über Soziale Medien wie Facebook, Instagram, TikTok oder auch YouTube (ja, gehört auch zu den Sozialen Medien) aufklären. Was diese Sozialen Medien eigentlich sind, welche es gibt, über Vorteile und Faszinierendes, aber eben auch über Probleme und Bedenkliches und vieles mehr.

Eltern wissen oft nicht, was ihre Kinder am Handy tun

Und dabei will er sich auch Fragen widmen, wie zum Beispiel der Verlust der Rechte am eigenen Bild verhindert – oder notfalls dagegen vorgegangen werden kann. „Solange nichts passiert, ist alles in Ordnung. Aber was ist, wenn mein Kind gemobbt wird? Was kann ich dann tun? Oder wie kann ich das überhaupt verhindern?“ Fragen wie diesen wird Witt am 28. April nachgehen. Die zweite Videoschulung zur Sicherheit von Smartphones für Kinder ist für den 12. Mai vorgesehen. Außerdem möchte Witt bei den Eltern herausfinden, für welche Themen sie sich sonst noch interessieren und wo sie Aufklärungsbedarf sehen.

Stadtjugendpfleger Sebastian Habura findet die Initiative hervorragend: „Smartphones und Soziale Medien haben im Leben von Kindern eine immer größer werdende Bedeutung. Wir haben aber festgestellt, dass Eltern oft gar nicht wissen, was ihre Kinder im Internet oder am Smartphone so treiben. Daher ist es sehr sinnvoll, ihnen einen Über- und einen Einblick zu geben und daraus folgend die Risiken für die Kinder zu reduzieren.“

Weitere Informationen zu den Angeboten und Anmeldung unter Telefon 0 64 28 / 44 75 88 (15 bis 21 Uhr) oder per Whats­App an 01 51 / 62 51 08 87 oder per E-Mail an internetcafe@juz-stadtallendorf.de

Von Florian Lerchbacher

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