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Ostkreis Jetzt ist endgültig Schluss
Landkreis Ostkreis Jetzt ist endgültig Schluss
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13:58 04.02.2021
Rudolf Karl „Rudi“ Rhiel hat nun noch mehr Zeit für seine Pferde.
Rudolf Karl „Rudi“ Rhiel hat nun noch mehr Zeit für seine Pferde. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Roßdorf

Rudolf Karl Rhiel – genannt Rudi – ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenstadtverordneter, war vor der Gebietsreform Gemeindevertreter in Roßdorf und danach Stadtverordneter in Amöneburg, Mitglied des Kreistages, Ortsvorsteher und ist noch heute im Ortsbeirat tätig. Und das ist nur eine Zusammenfassung seines politischen Engagements beziehungsweise der Auszeichnung, die der Roßdorfer im Laufe seiner ehrenamtlicher Tätigkeit erhielt. Von seiner Tätigkeit als Brandmeister bei der Feuerwehr oder im RSV, dem Tuoroclub oder der Musikgruppe ganz zu schweigen (die OP berichtete ausführlich).

Doch inzwischen ist Rudi Rhiel 81 Jahre alt und zieht das durch, was er bei seinem Abschied aus der Stadtverordnetenversammlung vor der Kommunalwahl 2016 schon angekündigt hatte: Er zieht sich endgültig aus der Politik zurück und macht auch im Ortsbeirat Schluss. „Naja, jetzt habe ich ja auch in der Familie eine Nachfolgerin gefunden“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung und verweist darauf, dass Tochter Ricarda Guntrum (die auch auf dem familieneigenen Hof seine Nachfolge antrat) in seine Fußstapfen treten möchte. Die Landwirtin kandidiert für den Ortsbeirat – auf Platz vier der Liste der FWG, die Vater Rudi einst mit dem inzwischen verstorbenen Manfred Stumpf auf den Weg gebracht hatte.

53 Jahre lang war Rudi Rhiel politisch aktiv – und handelte stets nach dem Motto: „Was ich denke, das sage ich auch. Ich verbiege mich nicht“, erklärt er – wobei anzumerken sei, dass er auch in der Stadtverordnetenversammlung manchmal Roßdorfer Platt „schwätzte“, was nicht für jeden Zuhörer immer komplett verständlich war. Aber seine Meinung rüberzubringen – das klappte jederzeit.

Entzugserscheinungen, nachdem er aus der Politik ausgeschieden ist, wird er keine haben – dessen ist sich Rhiel sicher, schließlich sei er ja noch „Waldrechner“ – sprich: Kassierer bei den Waldinteressenten. Außerdem kümmert er sich noch „ein bisschen“ um die Landwirtschaft, die Versorgung der Pferde und angenehme Temperaturen im Haus, das mit Holz beheizt wird. Und gerade bei Letzterem geht er kein Risiko ein, denn er befürchtet etwas, das ihn politisch nie gestört hätte: „Wenn’s zu kalt ist, bekomme ich eine Rüge.“

Von Florian Lerchbacher