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Ostkreis Seipp setzt auf neuen Ton und Stil
Landkreis Ostkreis Seipp setzt auf neuen Ton und Stil
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18:00 02.05.2022
Jan-Gernot Wichert, Fraktionsvorsitzender der CDU, überreicht Jens Seipp nach dessen Aufstellung als Bürgermeisterkandidat „Nervennahrung“ für den anstehenden Wahlkampf.
Jan-Gernot Wichert, Fraktionsvorsitzender der CDU, überreicht Jens Seipp nach dessen Aufstellung als Bürgermeisterkandidat „Nervennahrung“ für den anstehenden Wahlkampf. Quelle: Michael Rinde
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Amöneburg

Noch gibt es keinen Termin für die Bürgermeisterwahl 2023 in Amöneburg. Der dürfte erst im Herbst feststehen. Die Amöneburger dürften aber voraussichtlich im März 2023 ihr Stadtoberhaupt wählen.

Am Samstagabend (30. April) hat die Amöneburger CDU deshalb ihren Bürgermeisterkandidaten Jens Seipp aus Marburg zunächst auch nur aufgestellt und nicht formal nominiert. Der hervorragenden Stimmung unter den Amöneburger Christdemokraten tat diese Formalie im Erfurtshäuser Bürgerhaus aber keinen Abbruch.

Es war der Abend klarer Worte, vor allem in Richtung des Amtsinhabers, Bürgermeister Michael Plettenberg. Der hatte sich im Dezember gegenüber der OP ebenfalls festgelegt und angekündigt, sich ein weiteres Mal zur Wahl zu stellen.

40 Christdemokraten aus dem Stadtgebiet kamen zur Versammlung

Für die Aufstellung hatte die Amöneburger CDU eigens eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, mit großer Resonanz. Rund 40 Christdemokraten aus dem Stadtgebiet plus mehrere Gäste kamen nach Erfurtshausen. Wo Jan-Gernot Wichert als Fraktionsvorsitzender gleich zu Beginn klarmachte: „Alle Fraktionen im Stadtparlament sind sich einig, dass es eines Wechsels bedarf, das ist bemerkenswert“.

Wichert war maßgeblich an der Suche nach dem passenden Bürgermeisterkandidaten beteiligt. In diese Richtung ging auch das Eingangsstatement von Dr. Stefan Heck, CDU-Kreisvorsitzender und jahrzehntelang selbst Kommunalpolitiker in Amöneburg. Es sei wirklich Zeit für einen Wechsel an der Spitze der Stadt.

Wichert betonte, dass die Amöneburger CDU-Führung nach einer Persönlichkeit gesucht habe, die integrieren könne. „Er kann zuhören und reden“, sagte Wichert über Seipp. Im weiteren Verlauf seiner Rede merkte Wichert noch an, dass Seipp nicht in der „Tradition eines absolutistischen Fürsten“ stehen werde. Eine Spitze in Richtung Amtsinhaber.

Seit 2018 führt Seipp die Marburger CDU/FDP-Fraktion

Dirk Bamberger, CDU-Landtagsabgeordneter und fest verwurzelt in der Marburger Politik, merkte an, dass man Jens Seipp dort ungern ziehen lasse. „Er kann führen“, charakterisierte er seinen langjährigen Wegbegleiter in der Politik und bei den Marburger Feuerwehren. „Wir schicken Euch gerne einen Feuerwehrmann“, so Bamberger. Beide, Seipp wie auch Bamberger, waren in Marburg Wehrführer und in anderen Führungsämtern einer der größten freiwilligen Wehren. Auch Marian Zachow, erster Kreisbeigeordneter und Landratskandidat, sprach in Erfurtshausen, Seipp unterstützt ihn aktuell in seinem Wahlkampf.

Zachow charakterisierte Seipp als jemanden, der sowohl Kompetenz als auch Führungsfähigkeiten besitze. Unterstützung bekam Seipp außerdem von Simke Ried, der künftigen Bürgermeisterin von Homberg (Ohm), die eine gute Zusammenarbeit ankündigte.

Der Wechsel von einer großen in eine kleine Stadt ist für den CDU-Bewerber kein Problem. Er sei kein Städter, merkte Jens Seipp bei seiner engagierten „Bewerbungsrede“ an. Geboren ist er in Lich, er ist Prokurist bei dem mittelständischen Unternehmen Orion in Biebertal und damit mitverantwortlich für rund 100 Mitarbeiter vor Ort. Seit 2018 führt er die Marburger CDU/FDP-Fraktion.

Minutenlang stehender Applaus

Seipp hat sich in den zurückliegenden Wochen intensiv mit Amöneburg und dessen Stadtpolitik auseinandergesetzt. Er spricht aktuelle Themen an – wie den Anbau an die Mehrzweckhalle Roßdorf, den „Dauerbrenner“ Steinbruch oder die Radwegeentwicklung.

Beim Steinbruch bedauerte es Seipp, dass es Bürgerbeteiligung erst jetzt gebe. „Vorher waren viel Streit und Unmut“, so sein Fazit.

Ein detailliertes Programm will er im Sommer vorstellen, vorher aber den Dialog mit den Amöneburgern vertiefen. Auch Seipp ging in seiner Rede auf den Dauerkonflikt zwischen Bürgermeister und Stadtparlaments-Fraktionen ein. „Diesen Ton und Stil kenne ich nicht mal aus Marburg“, so seine Einschätzung. Er wolle beweisen, dass es anders gehe.

Die anwesenden Amöneburger CDU-Mitglieder spendeten ihrem Kandidaten minutenlang stehend Applaus, um ihn dann einstimmig aufzustellen.

Von Michael Rinde

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