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Ostkreis „In den Sand gesetztes Geld“
Landkreis Ostkreis „In den Sand gesetztes Geld“
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17:58 27.07.2021
Kirchhains Freibad bleibt erst einmal, wie es ist.
Kirchhains Freibad bleibt erst einmal, wie es ist. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Kirchhain

Das Projekt Freibadsanierung ist in Kirchhain nach der Baukostensteigerung um rund 3 Millionen Euro zunächst einmal gestoppt. Wann und mit welchem Umfang es in der Zukunft wieder aufgenommen wird, steht derzeit in den Sternen. Jetzt will die Stadt zunächst einmal zwei andere Großprojekte umsetzen, die Bahnhofssanierung und den Neubau einer Kindertagesstätte mit vier Gruppen neben dem Hallenbadgebäude (die OP berichtete).

In seiner jüngsten Sitzung fasste das Kirchhainer Stadtparlament am Ende einstimmig den Beschluss, alle noch laufenden Planungsaufträge zu kündigen. Nicht jedoch ohne eine teilweise kritische Aussprache. Zuvor hatte eine Anfrage von Reiner Nau (B90/Die Grünen) noch zusätzliche Informationen zum Thema Planungskosten gebracht. Demnach hat die Stadt Kirchhain bereits einiges an die drei verschiedenen Planungsbüros beziehungsweise den Architekten gezahlt, insgesamt 253 000 Euro für die Gebäudeplanung und die Planung der nötigen neuen Bädertechnik. Dies umfasst gemäß der zugrunde liegenden Honorarordnung die sogenannten Leistungsphasen 1 bis 3 von insgesamt 9.

Stefan Völker (CDU) formulierte es so: „Wir haben viel geplant und nichts gebaut.“ Er sieht jetzt „große Fragezeichen.“ Reiner Nau von den Bündnisgrünen machte das Dilemma deutlich. Wie die weitere Planung aussehe, wüssten derzeit alle noch nicht. Und Angelika Aschenbrenner (FDP) formulierte es zugespitzt so: „Bis wir wieder über das nötige Geld verfügen, ist unsere bisherige Planung nicht mehr aktuell.“ Sie sprach bei den Planungskosten von „in den Sand gesetztem Geld.“

Und möglicherweise fällt die Summe am Ende sogar höher aus. Das Architektenbüro will zwar auf entgangene Gewinne durch den Stopp des Projektes verzichten. Bei den beiden weiteren Planungsbüros ist das aber noch nicht abschließend geklärt.

Das gesamte Freibadprojekt sollte ursprünglich mal 6 Millionen Euro kosten, doch die letzte und entscheidende Kalkulation ging schließlich von einem Betrag von 9 Millionen Euro aus. Das führte letztlich auch zum Stopp und war einer von mehreren Gründen für den verabschiedeten Nachtragshaushalt. Im Ursprungsetat waren für das Projekt Freibad noch anteilige 2,15 Millionen Euro im laufenden Jahr vorgesehen. Bis zur Nachricht über die Kostenexplosion gab es die Absichten, nach der laufenden Freibadsaison mit den Arbeiten zu beginnen.

Von Michael Rinde

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