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Ostkreis In Gebäuden gibt 
es kaum noch Netz
Landkreis Ostkreis In Gebäuden gibt 
es kaum noch Netz
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09:59 31.12.2019
Der Vodafone-Sendemast an der Leide wurde verstärkt, was aber nicht ausreicht.  Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Bis Montagnachmittag zählte der Facebook-Post allein 76 Kommentare. Eine Vodafone-Kundin beklagte die schlechte Netzleistung bei Vodafone seit einigen Wochen. Sie berichtet auch, dass sie von einem Sonderkündigungsrecht gehört habe, das der Mobilfunkbetreiber einräumte.
Die OP wandte sich an die Pressestelle des Unternehmens.

Das bestätigte vom Grundsatz her die Probleme, die es derzeit in der Industriestadt hat. Die Ursache: Seit dem 26. September hat Vodafone statt bisher vier nur noch drei Sendemasten in der Kernstadt zur Verfügung. „Einen Mast mussten wir abschalten, da ein Grundstücksverpächter den Vertrag mit uns nicht verlängern wollte“, sagt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf im Gespräch mit dieser Zeitung.

Noch kein Ersatzstandort in Sicht

Eigentlich hatte das Unternehmen gehofft, bereits zu diesem Zeitpunkt einen Ersatzstandort für den Mast zu haben. Doch dieser neue Standort sei kurz vor Vertragsabschluss gescheitert, sagt der Unternehmenssprecher.
Das Unternehmen erhöhte daraufhin zunächst die Sendekapazität der drei verbliebenen Masten. Einer steht etwa neben dem Umspannwerk Nord an der Leide.

Auf freiem Feld, so Sprecher Petendorf, habe das auch die gewünschte Wirkung gezeigt. In Gebäuden allerdings nicht. „Kunden haben im Moment nicht die Netzqualität, die sie gewohnt waren, da gibt es nichts drum herumzureden“, so Petendorf.

Besonders problematisch ist derzeit die Situation in Gebäuden rund um den Bahnhof, den Heinz-Lang-Park oder am Lohpfad, berichtet das Unternehmen gegenüber der OP. Vodafone hofft aber, das Problem noch lösen zu können, wenn denn erst einmal ein neuer Standort für den ganz offensichtlich unentbehrlichen vierten Sendemast gefunden ist.

„Wir freuen uns über Angebote“, heißt es ausdrücklich vom Unternehmen, das auch selbst weitersuchen will. Einige mögliche Sendemast-Standorte hat Vodafone in den zurückliegenden Wochen bereits untersucht. Sie waren aber allesamt ungeeignet. „Es hilft auch nichts, neben einen Sendemast wie an der Leide einfach einen weiteren zu stellen. Das löst unser Problem nicht“, sagt Petendorf.

Das Unternehmen betont nachdrücklich, dass es auf freier Fläche keine Einschränkung beim Senden und Empfangen gibt. Die Grundversorgung 
sei also sichergestellt.

Problem besteht seit Monaten

Was sollten Kunden in Stadtallendorf nun tun? Sprecher Petendorf verweist als Notlösung auf die technische Möglichkeit, sich beispielsweise zu Hause über das eigene WLAN anzumelden. Das nennt sich „LTE-Wifi-Calling“ und garantiert dann wieder die Erreichbarkeit daheim.

Bleibt die Frage, ob verärgerte Mobilfunkkunden aus ihren bestehenden Verträgen herauskommen könnten, also­ ein Sonderkündigungsrecht ­
genießen. „Nein, das gibt es in dem Fall nicht“, heißt es von Vodafone auf Nachfrage der OP. Es sei gerichtlich längst entschieden, dass niemand ein Recht darauf besitze, an jedem Standort über Netz zu verfügen und erreichbar zu sein.

Eigentlich besteht das Problem durch die Senderabschaltung schon seit Monaten. Dass jetzt Ärger in sozialen Netzwerken aufkocht, kann sich das ­Unternehmen nicht erklären. Es habe keinerlei Veränderungen an der Netzqualität seit Ende September mehr gegeben.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben auch in Kundenforen im Internet über die Situation informiert und dabei auch die Gründe für die Probleme genannt.

Wie lange eine Lösung des Problems noch dauern wird, vermag Vodafone nicht einzuschätzen. „Wir verstehen den Ärger unserer Kunden, wir arbeiten weiter daran“, verspricht Sprecher Volker Petendorf.

von Michael Rinde