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Ostkreis In Erksdorf leben zwei Alpakas
Landkreis Ostkreis In Erksdorf leben zwei Alpakas
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20:00 19.04.2020
Spontan wirft sich Lucky auf den Boden und wirbelt ein bisschen Staub auf.   Quelle: Fotos: Florian Lerchbacher
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Erksdorf

Ein flauschiger brauner Kopf lugt am Ortseingang über eine Kuppe und schaut, was auf der Straße so passiert. Ein überlebensgroßer, fleischgewordener Teddybär? Eine Sinnestäuschung? Nein, ein neugieriges Alpaka mit dem zum Aussehen mehr als passenden Namen Teddy – das auf dem Gelände mit seinem besten Kumpel, dem Artgenossen Lucky, und zwei nicht minder neugierigen Eseln namens Isabelle und Renate sowie einigen Hühnern lebt.

Die vier Tiere gehören den Eheleuten Jutta und Jörg Immel. Einstmals gehörte den beiden im Dorf ein großer Bauernhof. Als sie diesen aufgaben und an den Ortsrand zogen, war klar: Wer einmal mit Tieren zusammengelebt hat, der kann nicht auf sie verzichten. Esel und Hühner besitzen die Immels schon seit mehreren Jahren, vor rund zwei Jahren kamen dann zwei Alpakas dazu. Warum? Einfach so, wie Jutta Immel lachend bei der spontanen Erkundungstour der OP erklärt: „Irgendwie bin ich auf eine Züchterin am Edersee gestoßen – und wir sind einfach mal hingefahren.“

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Friedlicher und entspannter Charakter

Tja, und dann ereilte die Immels ein Schicksal, das wohl jeden Betrachter von Teddy und Lucky ereilen dürfte: Die beiden Alpakas eroberten ihre Herzen. „Sie sind beste Freunde und eigentlich für die Zucht zu klein. Als wir sie sahen, fanden wir sie so süß, dass wir nicht anders konnten als sie mitzunehmen“, erinnert sich die Erksdorferin und schwärmt von der Ruhe, die Alpakas ausstrahlen. Nicht umsonst werden die eigentlich aus den südamerikanischen Anden stammenden Tiere (eine domestizierte Kamelform) in Europa wegen ihres friedlichen und entspannten Charakters auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Dabei werden sie eigentlich wegen ihrer Wolle gezüchtet.

Das Überraschende: Teddy und Lucky können auch ganz schön störrisch sein, wie Jutta Immel erzählt: Wenn sie keine Lust mehr haben weiterzugehen, dann legen sie sich einfach hin und sind nicht mehr zu bewegen. Diese Erfahrungen musste das Ehepaar machen, als sie einen Spaziergang zu Verwandten im Nachbardorf machten. „Alpakas sind lieb, ruhig und neugierig – haben aber auch einen eigenen Kopf.“

Der Pflegebedarf sei derweil relativ gering: im Mai werden die Alpakas geschoren, außerdem steht ab und zu Pediküre – sprich: Pflege der Hufe – an. Und genügsam seien sie auch, so die Erksdorferin: „Sie brauchen am Tag eine handvoll Mineralfutter. Sonst reichen ihnen Heu, Gras und Wasser.“ Dass die Immels ein außergewöhnliches Hobby betreiben, ist ihnen durchaus bewusst: „Andere sammeln Handtaschen oder Schuhe, wir machen halt so etwa“, resümiert Jutta Immel lachend.

Von Florian Lerchbacher

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