Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Hilfe für die Tiere im Flutgebiet
Landkreis Ostkreis Hilfe für die Tiere im Flutgebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 01.09.2021
Das Futter in Form von Heuballen wurde per Lastzug nach Ahrweiler gebracht, verladen wurde es in Großseelheim.
Das Futter in Form von Heuballen wurde per Lastzug nach Ahrweiler gebracht, verladen wurde es in Großseelheim. Quelle: Michael Rinde
Anzeige
Großseelheim

Als die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geschah, machte es dem Großseelheimer Ludwig Nau schwer zu schaffen, dass er nicht selbst ins Ahrtal fahren und helfen konnte. Das war bei ihm zeitlich nicht möglich.

Doch ein Anstoß in einer Whatsapp-Gruppe von Landwirten brachte ihn gemeinsam mit anderen auf eine helfende Idee. Denn im Katastrophengebiet ist sehr vieles Mangelware oder nicht vorhanden. Das gilt auch für Tierfutter.

So ergab sich ein Kontakt zu einer Hilfsorganisation, die Futterspenden vermittelt. Mitstreiter fanden sich in Großseelheim und andernorts dann auch ganz schnell. Die Betriebe Tobelander/Heister und Leinweber waren sofort mit dabei. Gemeinschaftlich nahmen die Landwirte die Sache in die Hand und mähten auf rund sieben Hektar Gras ab. Es war der zweite Schnitt. Diese Gemeinschaftsaktion lief an einem Wochenende, da wurde bis nach Mitternacht gemeinsam gearbeitet, um auf die nötige Menge zu kommen.

Unternehmen stellen Fahrzeuge kostenfrei zur Verfügung

Das Unternehmen Schreiner aus Steffenberg stellte den Landwirten kostenfrei die Ballenpresse zur Verfügung. Auch die Spedition Brand aus Nieder-Ofleiden war schnell für diese besondere Spendenaktion gewonnen. Die Fahrer fahren dabei ehrenamtlich, um zu helfen. „Das war eine ganz tolle Gemeinschaftsaktion“, freut sich Ludwig Nau.

Die Spedition hat bereits jetzt mehr als zehn kostenfreie Lastzugfahrten in das Unglücksgebiet rund um Ahrweiler unternommen und auf diese Weise unterstützt. Aus Großseelheim starteten am vergangenen Wochenende nun zwei voll beladene Lastzüge mit insgesamt 72 Ballen Heu für die Tiere.

„Auf den Wiesen dort kann kein Tier weiden, das ist alles verschlammt und der Schlamm ist mit Schadstoffen belastet“, sagt Nau. Die Felder und Maschinen der Landwirte in den betroffenen Regionen hat die große Flut auch zerstört. So wie Straßen und Häuser.

Auf diese Weise kommt für einige betroffene Höfe und deren Tiere wenigstens etwas direkte Hilfe an. Im Handel kostet ein solcher Ballen Heu etwa 35 Euro. Rein materiell hat diese Spende also einen Wert von etwa 2.500 Euro, hinzu kommen Vorbereitung und kostenfreier Transport durch die Spedition.

Von Michael Rinde

31.08.2021
31.08.2021