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Ostkreis Hessens bester Systemplaner kommt aus Stadtallendorf
Landkreis Ostkreis Hessens bester Systemplaner kommt aus Stadtallendorf
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14:58 28.11.2020
Maximilian Kraft (links) wurde Landesbester bei den Auszubildenden zum Systemplaner. Er arbeitet bei Hans-Jürgen Schneider in Stadtallendorf.
Maximilian Kraft (links) wurde Landesbester bei den Auszubildenden zum Systemplaner. Er arbeitet bei Hans-Jürgen Schneider in Stadtallendorf. Quelle: Foto: Katja Peters
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Stadtallendorf

Ja, ein bisschen stolz ist er schon. Mit seinen 22 Jahren wurde Maximilian Kraft nämlich Landesbester bei den Auszubildenden zum technischen Systemplaner. Und das, obwohl er die Prüfung bereits ein halbes Jahr vor Lehrzeitende abgelegt hat. „Damit gerechnet habe ich nicht. Deswegen freue ich mich jetzt umso mehr“, sagt der Langensteiner etwas verlegen. Überhaupt ist ihm die ganze Aufmerksamkeit unangenehm. Der Glaspokal steht neben dem Bildschirm, die Urkunde wird noch per Post zugestellt. Aufgrund der verschärften Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie gab es keinen offiziellen Rahmen zur Übergabe.

Das macht die Anerkennung nicht weniger wert für den Abiturienten, der nach dem Abschluss „nicht nur theoretisch lernen“, sondern auch „Erfahrungen sammeln“ wollte. Und die hat er bei seinem Ausbildungsbetrieb Elektroplan Schneider zuhauf sammeln können.

Als einer der Vorreiter-Firmen bundesweit in Sachen technischer Systemplaner fand Maximilian Kraft beste Voraussetzungen in Stadtallendorf. „Mit dieser Komplexität habe ich nicht gerechnet. Aber dadurch habe ich auch jeden Tag etwas dazugelernt“, blickt er zurück. Mittlerweile entscheidet er zusammen mit den Auftraggebern, in welcher Form die Verkabelung am besten den späteren Ansprüchen genügt, natürlich Norm-entsprechend. „Keine Baustelle ist wie die andere“, sagt er lachend und fügt hinzu: „Aber dadurch entwickelt man sich auch ständig weiter.“

Seine Prüfungsaufgabe war die Erstellung der technischen Unterlagen für die Herstellung und Montage von gebäudetechnischen Einrichtungen und Elektroinstallationen einer Massagepraxis. Heißt: Von der Steckdose über die Beleuchtung bis hin zur Sicherheits- und Brandmeldeanlage plante er alle Leitungen und Einrichtungen so, dass später Elektriker diese mit seinen Unterlagen auch installieren können. Denn das Anfertigen technischer Zeichnungen gehört ebenso zu seinen Aufgaben wie fachspezifische Berechnungen und später das Planen des Montageablaufs sowie das Organisieren der Montageschritte.

Im richtigen Arbeitsleben kommen dann noch Vor-Ort-Besichtigungen und Besprechungen mit den Auftraggebern hinzu. Das Verhältnis zwischen Planung und Besprechungen schätzt er 70:30 ein. Für die Unterlagen nutzt Maximilian Kraft spezielle Software und Zeichenprogramme. Neben dem schriftlichen Teil musste er sein Projekt auch vor der Prüfungskommission mit einer Präsentation vorstellen. „Spätestens bei den Nachfragen erkennt man als Prüfer, ob das Projekt alleine entworfen oder mit viel Hilfe erstellt wurde“, sagt Firmengründer Hans-Jürgen Schneider. Denn der ist auch Mitglied der Prüfungskommission. Schließlich hat er dem Beruf „Technischer Systemplaner“ ein Gesicht gegeben und dafür gesorgt, dass er mittlerweile ein Ausbildungsberuf ist.

Und wie geht es jetzt für Maximilian Kraft weiter? „Ich möchte auf jeden Fall noch weiter Berufserfahrung sammeln“, sagt der Langensteiner, der in seiner Freizeit sehr aktiv in der Feuerwehr ist. Aber er lässt sich auch das Türchen offen, vielleicht doch noch studieren zu gehen oder sich an der Elektroplaner-Akademie zum zertifizierten Fachplaner Elektrotechnik ausbilden zu lassen. Dann wäre er mit den Ingenieuren gleichgestellt, zumindest was das Gehalt angeht.

Von Katja Peters

28.11.2020
27.11.2020