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Ostkreis Ab 2027 könnte es losgehen
Landkreis Ostkreis Ab 2027 könnte es losgehen
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18:00 02.02.2021
Symbolisch für den Zustand von Teilen der Hessen-Kaserne: Ein Baum wächst aus dem Schornstein einer Halle.
Symbolisch für den Zustand von Teilen der Hessen-Kaserne: Ein Baum wächst aus dem Schornstein einer Halle. Quelle: Michael Rinde (Archivfoto)
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Stadtallendorf

Die Bundeswehr plant einige größere Projekte an ihrem Standort in Stadtallendorf in den folgenden Jahren. Das wird aus den Antworten des Verteidigungsministeriums auf eine kleine Anfrage des hessischen Bundestagabgeordneten Alexander Müller (FDP) und seiner Kollegen deutlich. Unter dem Titel „Bundeswehr in Hessen“ widmeten sich die Fragen ganz unterschiedlichen Aspekten: von der Entwicklung der hessischen Standorte bis zur Materialausstattung und Personalstärke.

Seit dem August 2019 ist es klar, dass Stadtallendorf wohl zwei vollwertige Bundeswehr-Kasernen behalten wird. Seinerzeit überbrachte Peter Tauber (CDU) als Staatssekretär die Kunde, dass die Hessen-Kaserne reaktiviert wird. Von Beginn an zeichnete sich ab, dass dies angesichts des schlechten Zustandes der seit Jahrzehnten leeren Kaserne ein langwieriges Unterfangen wird. In der Antwort auf die FDP-Anfrage spricht das Ministerium jetzt von einer „Realisierung für die Jahre ab 2027 beziehungsweise ab 2031“.

Hessische Polizei nutzt Kasernengebäude für A-49-Einsatz

Schon bei Bekanntwerden der Entscheidung für die Hessen-Kaserne im Jahr 2019 hatten Bundeswehrstellen von einem Zeitraum von rund zehn Jahren für die Wiederbelebung der rund 30 Hektar großen Kaserne gesprochen. Nach ersten Untersuchungen gab es die klare Aussage, dass alle 37 Kasernengebäude abgerissen und je nach Bedarf neu errichtet werden müssten.

Weiterhin bedeckt hält sich das Ministerium bei der Frage, welche Truppenteile in Zukunft in der Kaserne untergebracht werden. Die Rede ist von Kräften des Heeres und des Sanitätsdienstes, konkreter wird es weiterhin nicht. In der Vergangenheit hatte die Division Schnelle Kräfte schon deutlich gemacht, dass sie selbst Platzbedarf in der Hessen-Kaserne hätte, etwa für eine Fernmelde-Ausbildungskompanie.

Seitens des Verteidigungsministeriums bleibt es bei den schon bekannten Aussagen, dass die Sanierung erst konkret geplant wird, wenn feststeht, wer in die Kaserne einzieht. Seit vergangenem Herbst nutzt die hessische Polizei einige Kasernengebäude und Flächen vorübergehend für ihren A-49-Einsatz.

Neues Sani-Zentrum kommt zuerst

Um einiges konkreter sind die Antworten auf die Frage nach Bauprojekten in der Herrenwald-Kaserne, dem Sitz des Divisionsstabes und der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7. Ein Überblick: In diesem und im nächsten Jahr steht zunächst der Bau eines neuen Sanitätsversorgungszentrums an.

Dann folgt der Neubau des schon lange auch von der Truppe angemahnten Wirtschafts- und Betreuungsgebäudes, das Ministerium spricht von einem Zeitraum von 2025 bis 2028. Schließlich soll in der Kaserne in den nächsten Jahren auch die Wasser- und Löschwasserversorgung modernisiert und teilweise der Brandschutz verbessert werden. Was all diese Projekte einmal kosten werden, war nicht Thema der Anfrage.

Bei der Hessen-Kaserne gab es in den vergangenen Jahren Aussagen von Investitionen zwischen 100 und 120 Millionen Euro je nach Umfang. Auf neue Unterkunftsgebäude werden Soldaten in der Herrenwald-Kaserne auch noch etwas warten müssen. Feststeht, dass die Bundeswehr in den nächsten fünf Jahren keine Sanierungen oder Neubauten plant.

Mittelfristig könnten in beiden Stadtallendorfer Kasernen aber vorgefertigte Unterkunftsgebäude entstehen. Derzeit sammelt die Bundeswehr am Standort Schwarzenborn Erfahrungen mit der Modulbauweise. Zwei neue Unterkünfte sollen im zweiten Halbjahr übergeben werden.

Von Michael Rinde

02.02.2021
01.02.2021