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Ostkreis Helga Sitt ist erste Bürgerin Kirchhains
Landkreis Ostkreis Helga Sitt ist erste Bürgerin Kirchhains
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17:59 28.04.2021
Die neu gewählte Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt nahm vom ältesten Stadtverordneten Erhard Mörschel und von Bürgermeister Olaf Hausmann (rechts) die ersten Glückwünsche samt Blumenstrauß entgegen. Foto: Michael Rinde
Die neu gewählte Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt nahm vom ältesten Stadtverordneten Erhard Mörschel und von Bürgermeister Olaf Hausmann (rechts) die ersten Glückwünsche samt Blumenstrauß entgegen.  Quelle: Michael Rinde
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Kirdchhain

Es ist eine historische Entscheidung in Kirchhain: Erstmals gibt es mit Helga Sitt (Bündnis 90 / Die Grünen) eine Stadtverordnetenvorsteherin, erstmals gab es eine Kampfabstimmung um dieses Amt. 

Denn traditionell wird der stärksten Fraktion im Stadtparlament das Recht zuerkannt, den Stadtverordnetenvorsteher oder die Stadtverordnetenvorsteherin zu stellen. In Kirchhain ist das wieder die SPD. Die stellte mit dem amtierenden Ersten Stadtrat Konrad Hankel ihren eigenen Kandidaten als Nachfolger für den ausgeschiedenen Klaus Weber (SPD) auf. Und stellte sich der Abstimmung um das Amt ganz ohne äußerlichen Groll. „Eine Wahl ist nicht mehr als Demokratie“, kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Björn Debus. Er stellte Konrad Hankel kurz vor.

Beide Kandidaten, Sitt wie auch Hankel, verfügen über jahrzehntelange Erfahrung als Parlamentarier. Helga Sitt hatte sich als Vorsitzende des Sozialausschusses einen Namen gemacht, Hankel als Erster Stadtrat den Bürgermeister vertreten. 

Sechs Fraktionen sorgen für eine breitere Basis

Reiner Nau als Fraktionsvorsitzender der Grünen betonte, dass es rein politische, keine persönlichen Gründe seien, die zur Nominierung einer eigenen Kandidatin geführt hätten. Ein Argument Naus ist die Kontrollfunktion des Parlaments gegenüber dem Magistrat. Ein Parlamentschef sollte einer anderen Partei angehören als der Bürgermeister. „Und wann wird in Kirchhain mal eine Frau in eine relevante Position gewählt“, so Nau.

Die Wahl fand in geheimer Abstimmung statt, beide Kandidaten brauchten dabei fraktionsübergreifend Unterstützung. Ein weiteres Novum: In Kirchhains Stadtparlament gibt es wechselnde Mehrheiten, ein Bündnis kam im Vorfeld nicht zustande (die OP berichtete). Die SPD hat im Stadtparlament 14 Sitze, die CDU 11, die Grünen haben 5, die Bürgerliste 3 und Die Linke und FDP jeweils 2 Mandate. 

Helga Sitt erhielt 20, Konrad Hankel bekam 16 Stimmen. Damit ist Sitt die Repräsentantin des Stadtparlaments und formal die „erste Bürgerin“. „Wir alle wollen das Beste für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kirchhain“, machte sie deutlich.

Zu Stellvertretern von Helga Sitt wurden in offener Abstimmung und in dieser Reihenfolge Michael Naß (SPD), Dagmar Schmidt (CDU) und Dr. Christian Lohbeck (FDP) gewählt. Die Schriftführung bleibt in den bewährten Händen von Fachbereichsleiter Dirk Lossin.

Als ältester Stadtverordneter leitete Professor Erhard Mörschel (CDU) den Sitzungsbeginn und die Wahl. Wie auch Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) bei seiner Begrüßung rief Mörschel zum sachlichen und fairen Umgang miteinander auf. Im Kirchhainer Stadtparlament gibt es durch die neu hinzugekommene Bürgerliste Kirchhain nun sechs Fraktionen. Das mache Entscheidungen vielleicht schwieriger, sorge aber auch für eine breitere Basis, sagte dazu Mörschel einführend. 

Das Meinungsspektrum im Parlament sei breiter geworden, so auch Hausmann. Zwölf Stadtverordnete arbeiten erstmals ehrenamtlich im Kirchhainer Parlament mit. „Das ist eine gute Zahl“, so Hausmanns Überzeugung mit Blick auf das Verhältnis zwischen erfahrenen und neuen Parlamentariern. 

Am 17. Mai wählt das Stadtparlament auch die Mitglieder des Magistrats und am 25. Mai bilden sich dann die vier Ausschüsse. Über die Zuordnung der Themenschwerpunkte der Ausschüsse hatten sich die sechs Fraktionen im Vorfeld verständigt.

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