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Ostkreis Heck drückt Pausentaste
Landkreis Ostkreis Heck drückt Pausentaste
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12:58 24.01.2021
10 Jahre lang war Dr. Stefan Heck Stadtverordnetenvorsteher in Amöneburg, insgesamt gehörte der 38-Jährige 20 Jahre lang dem Gremium an.
10 Jahre lang war Dr. Stefan Heck Stadtverordnetenvorsteher in Amöneburg, insgesamt gehörte der 38-Jährige 20 Jahre lang dem Gremium an. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Amöneburg

Stefan Heck war mehr als die Hälfte seiner bisherigen Lebensjahre als Stadtverordneter in Amöneburg tätig – fünf Jahre lang als CDU-Fraktionsvorsitzender und weitere zehn Jahre als Stadtverordnetenvorsteher. Nun will er eine Pause machen und steht entsprechend nicht mehr auf der Liste der Amöneburger CDU – und kandidiert auch nicht mehr für den Kreistag. „Mit der Übernahme des Kreisvorsitzes in Marburg und den zusätzlichen Aufgaben auf Landesebene könnte ich meine Aufgaben in Amöneburg nicht mehr so ausfüllen, wie ich das gerne würde“, sagt der Staatssekretär im Innenministerium, der am Wochenende auch wieder als Beisitzer in den Bundesvorstand der CDU gewählt wurde.

Außerdem hat er den Stiftungsratsvorsitz von Point Alpha übernommen – einer Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte, die sich rund um den Kalten Krieg dreht. Noch dazu geht er wieder ins Rennen um ein Bundestagsmandat.

Leicht sei ihm trotz der zahlreichen wartenden Aufgaben die Entscheidung, als Kommunalpolitiker in Amöneburg aufzuhören – beziehungsweise eine Pause einzulegen – nicht gefallen, betont er. „Ich habe das immer sehr gerne gemacht“, sagt Heck, der übrigens auch in seiner Zeit im Bundestag weiter in der Heimatstadt als Stadtverordnetenvorsteher fungierte. Insbesondere die Mardorfer sind stolz, wie weit es „einer von ihnen“ geschafft hat.

Zur Wahl wurde er aus Krakau eingeflogen

1997 hatte er mit Kommunalpolitik begonnen: Als 15-Jähriger kam er ins Kreisjugendparlament – mit dem Ziel, sich für den Discobus und eine Skateranlage in Mardorf einzusetzen. „Letztere wurde übrigens nie gebaut“, erinnert er sich lachend an die Anfänge. 1998 fing er dann endgültig Feuer für die Politik, als er auf dem Marktplatz einen Termin mit Einheitskanzler Helmut Kohl besuchte. Danach trat er in die Junge Union ein – und wurde 2001 auch gleich in die Amöneburger Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Und dort erlebte er eine „spannende Zeit“ – unter anderem mit der Abwahl von Bürgermeister Anders Arendt. Bereits im Jahr 2005, also im Alter von 22 Jahren, übernahm Heck den Fraktionsvorsitz der Amöneburger CDU. „Ich wurde für die Wahl extra aus Krakau eingeflogen, wo ich gerade ein Auslandssemester machte“, erinnert er sich an die „Zeiten des Aufbruchs“. Es sei zwar recht früh gewesen, dass er den Posten übernahm: „Aber es ergab sich eben so“, betont er und gibt zu, „sicherlich“ auch Fehler gemacht, aber aus diesen eben auch gelernt zu haben. Dass er eines Tages Berufspolitiker sein würde, habe er damals nicht gedacht, betont der gelernte Jurist.

Nun also ist erstmal Schluss im Kreistag und der Stadtverordnetenversammlung, die also einen neuen Vorsteher bekommen und von Heck als „lebhaft“ und „keinem Konflikt aus dem Weg gehend“ bezeichnet wird. „Es soll jedoch nicht nach Abschied aussehen“, stellt Heck heraus, spricht von einer Pause und erklärt, er werde eben lediglich andere Schwerpunkte setzen: „Und ich bin ja auch nicht aus der Welt.“ Noch dazu werde er gerne mit Rat und Tat seinen bisherigen Mitstreitern weiter zur Seite stehen.

Von Florian Lerchbacher

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