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Ostkreis Noch geht viel Wärme einfach in die Luft
Landkreis Ostkreis Noch geht viel Wärme einfach in die Luft
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15:57 30.04.2021
Das Dach des Nebengebäudes des „Phönix“-Hallenbades stammt im Kern noch aus dem Jahr 1975.
Das Dach des Nebengebäudes des „Phönix“-Hallenbades stammt im Kern noch aus dem Jahr 1975. Quelle: Michael Rinde
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Kirchhain

Es ist eine absolute Ausnahme, wenn es in konstituierenden Sitzungen von Stadtparlamenten auch bereits um Sachthemen geht. In Kirchhain war das am Montagabend der Fall, weil bei einem Förderantrag Eile geboten ist. Es geht um eine Grundsanierung eines Teiles der Dächer des „Phönix“-Hallenbades (die OP berichtete) und der Lüftungsanlage. Betroffen sind die Dächer über den Umkleiden, dem Eingangsbereich und teilweise auch der Pizzeria.

Zur Jahrtausendwende hatte die Stadt Kirchhain das damals komplett marode Hauptdach des Bades bereits komplett erneuert.

Jetzt besteht die Chance, mit Geld aus dem neu aufgelegten „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ von Bund und Land, diese Dachbereiche anzugehen und auch die Lüftung auszutauschen. Bürgermeister Olaf Hausmann verwies in der Stadtparlamentssitzung auf die herausragend gute Förderquote von 90 Prozent bei diesem Programm. Jener neue Investitionspakt wurde kurzfristig aufgelegt. Bis 10. Mai muss bereits ein kompletter Förderantrag vorliegen.

Voraussichtliche Bausumme: rund 500 000 Euro. „Wir hätten auch noch mehr Arbeiten vorzunehmen, doch haben wir uns in Absprache mit der Betreibergesellschaft auf das Notwendige beschränkt“, so Hausmann. Denn bei höheren Bausummen sinkt die Chance, so die Befürchtung, in das Programm hineinzukommen. Die Stadtverwaltung will nun im Nachtragshaushalt eine Ermächtigung für das Bauprojekt für das nächste Jahr vorsehen. Denn es zeichnet sich ab, dass es nicht vor dem Herbst eine Förderzusage geben wird und die Stadt will die Dächer nicht im Winterhalbjahr öffnen. Zumal dies in die Hauptsaison für das Phönix-Hallenbad fiele. Das Stadtparlament hat den Förderantrag einstimmig und ohne Aussprache beschlossen.

Bei einem Besuch im derzeit geschlossenen Hallenbad zeigt sich der Bedarf für diese Arbeiten deutlich. Jener Teil der Dächer stammt noch aus dem Jahr 1975, als das Bad errichtet wurde. In den 1980er Jahren habe es eine leichte Dämmung gegeben, erklärt Peter Bittner, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Doch die bewirkt nicht viel. An einigen Stellen liegen die Trapezbleche frei, Rost zeigt sich bereits stellenweise. „Da geht Wärme weg ohne Ende“, bedauert Bittner. Er leitet die Geschicke der Betreibergesellschaft seit mehr als einem Jahrzehnt.

Auch die Lüftungsanlage stammt im Kern noch aus dem Jahr 1975. Zwar gebe es eine Wärmerückgewinnung, doch an dieser Stelle gebe es noch erhebliches Potenzial. „Außerdem ist der Stand der Technik mittlerweile ein ganz anderer“, so Peter Bittner. Doch die Anlage leistet immer noch sehr gute Dienste. Die gesamte Raumluft im eigentlichen Bad wird während eines Betriebstages dreimal pro Stunde komplett umgewälzt und ausgetauscht. Die Frischluftzufuhr erfolgt direkt von der Wiese am Bad. „Besser geht es nicht“, sagt Bittner.

Das gesamte Bauprojekt ist Sache der Stadt als Eigentümer des Hallenbad-Gebäudes. Von der Energieersparnis profitieren die Betreiber. „Mit dem Geld, das dann übrig bliebe, könnten wir wieder mehr machen“, sagt Peter Bittner. Die Gesellschaft hat konsequent in das „Phönix“-Bad investiert, zuletzt in die Fliesen im Schwimmerbecken. Als nächstes soll eine behindertengerechte Toilette am Eingang zum Bad entstehen, ein Thema, das Bittner schon lange am Herzen liegt. Das soll möglichst im Mai passieren.

Jetzt hofft der Geschäftsführer zunächst auf die Förderzusage. „Vielleicht kann uns unser heimischer Staatssekretär dabei ja auch unterstützen“, hofft Bittner beim Blick auf die nächsten Monate.

Von Michael Rinde

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