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Ostkreis Hallenanbau in Roßdorf wird erweitert
Landkreis Ostkreis Hallenanbau in Roßdorf wird erweitert
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19:00 05.02.2022
Gleich mehrere Vorteile soll die Erweiterung beziehungsweise Aufstockung des Anbaus an die Mehrzweckhalle Roßdorf bringen.
Gleich mehrere Vorteile soll die Erweiterung beziehungsweise Aufstockung des Anbaus an die Mehrzweckhalle Roßdorf bringen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Roßdorf

Ein ungewöhnlich großes Projekt pflegten Amöneburgs Fraktionen während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beziehungsweise der zweiten Lesung des Haushalts 2022 noch in das Finanzwerk ein: Für 300 000 Euro soll der Anbau an die Mehrzweckhalle (MZH) Roßdorf erweitert und aufgestockt werden, damit dort insbesondere die Jugendarbeit, aber auch die örtlichen Vereine Unterschlupf finden.

Hintergrund ist, dass die Stadt in der Kinderbetreuung ihr U3-Angebot ausweiten muss – und das in den Kindergärten in Mardorf und Roßdorf machen möchte. In Roßdorf hatte sie zunächst das Obergeschoss des Gebäudes ins Auge gefasst – die Kirchengemeinde, die Träger der Einrichtung ist, habe dies aber abgelehnt, berichtet Bürgermeister Michael Plettenberg. Und so habe er die Räume ins Auge gefasst, die bisher für Jugend- und Vereinsarbeit genutzt werden. Ein Gespräch mit allen Betroffenen habe dann gezeigt, dass grundsätzliches Verständnis dafür bestehe, dass die Kinderbetreuung auf einer Gebäudeebene stattfinden soll. Es müsse aber Ersatz für die Jugendlichen und die Vereine geschaffen werden.

Der Goldene Stern stehe zwar leer und auch das Haus der Vereine sei eine Alternative, sagt der Bürgermeister – beide Gebäude würden sich aber insbesondere für Jugendarbeit nicht anbieten. Daher sei geplant, den Anbau an die Mehrzweckhalle zu erweitern und in Holzbauweise aufzustocken.

In der Vorbereitung des Projektes habe der CDU-Stadtverordnete Mathias Lecher tolle Vorarbeit geleistet, lobt der Rathauschef. Die Fraktionen heben verschiedene Vorteile hervor, unter anderem die zentrale, aber doch abgelegene Lage, die Nähe zum Festplatz und die bereits vorhandene Infrastruktur. Noch dazu ließen sich so verschiedene weitere Probleme beheben, stellt Norbert Rausch, der Leiter des Haupt- und Finanzausschusses, heraus: Die Mehrzweckhalle bekäme endlich eine zweite Umkleide, die schon lange vermisst werde, sowie eine neue Duschanlage – und eine Modernisierung stehe dem Anbau auch gut zu Gesicht.

Gleich mehrere Vorteile soll die Erweiterung beziehungsweise Aufstockung des Anbaus an die Mehrzweckhalle Roßdorf bringen. Quelle: Florian Lerchbacher

„Das Projekt steht und fällt mit der Förderung“, sagt Plettenberg, berichtet von positiv klingenden Vorgesprächen und der Hoffnung, über die Region Marburger Land Leader-Mittel in Höhe von rund 176 000 Euro für das mit 300 000 Euro veranschlagte Vorhaben zu bekommen. Angedacht ist zudem, durch einen Aufzug ins neue Obergeschoss einen barrierefreien Zugang zu schaffen und eine Photovoltaikanlage aufs Hallendach zu setzen.

„Wir würden in der Frage der Kinderbetreuung weiterkommen und der Jugendarbeit eine langfristige Perspektive geben“, resümiert Plettenberg und betont, dass es „politisch extrem gut geflutscht“ habe beim Vorantreiben des Projekts. Er freue sich über die hohe Akzeptanz – auch beim Haushalt, für den die Ausschussmitglieder einstimmig eine Zustimmung empfehlen. Zu einigen Veränderungen war es aber auch während der zweiten Lesung gekommen, sagt Rausch, berichtet von intensiven Diskussionen und fügt hinzu, dass alle Änderungsanträge – ebenso wie jener zum MZH-Anbau – letztendlich gemeinsame Anträge der Fraktionen gewesen seien.

Der Ansatz für die geplanten Aufwendungen für die Weiterentwicklung der Erddeponie wurde um 35 000 Euro gesenkt, dafür jener für das Feuerwehrhaus Amöneburg angehoben. Dort stehe die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung an, doch es sollten auch noch Überlegungen auf den Weg gebracht werden, ob nicht ein anderer Standort für das Gebäude sinnvoller sei.

Für diese Planungen sind 50 000 Euro vorgesehen. Und nochmal Feuerwehr: Für Ausbildungszwecke sollen den Brandschützern zwei Beamer und Leinwände zur Verfügung gestellt werden.

Den Haushaltsansatz in Höhe von 150 000 Euro für die Umgestaltung des Goldenen Sterns in Roßdorf versahen die Ausschussmitglieder mit einem Sperrvermerk – das bedeutet, dass die Stadt sich das Projekt vor der Umsetzung noch einmal gesondert absegnen lassen muss.

Zudem reduzierte der Kämmerer noch den Ansatz von 62 000 Euro an Erlösen aus dem Kartenverkauf für das Jubiläumsmusical um 20 000 Euro – weil entgegen der Planung schon im Vorjahr viele Karten verkauft wurden, so Rausch.

Am Montag, 7. Februar, steht um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Roßdorf die Stadtverordnetenversammlung an. Dann entscheiden die Parlamentarier auch über den Haushalt.

Von Florian Lerchbacher