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Ostkreis Eine Schule schaut über den Tellerrand
Landkreis Ostkreis Eine Schule schaut über den Tellerrand
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14:00 03.03.2021
Die beiden Standorte der Stadtallendorfer Grundschule II nehmen am Projekt "Schule macht stark" teil.
Die beiden Standorte der Stadtallendorfer Grundschule II nehmen am Projekt "Schule macht stark" teil. Quelle: Privatfoto
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Stadtallendorf

Der Blick über den eigenen Tellerrand hinweg ist ein zentraler Bestandteil des neuen Projekts „Schule macht stark“. Allein in Hessen sind es 15 Schulen, die daran teilnehmen, bundesweit rund 200. Ein Teilnehmer ist die Grundschule II aus Stadtallendorf.

Die Entscheidung, sich zu bewerben, fiel im vergangenen Herbst. Dann ging alles sehr zügig, wie Schulleiterin Janette Grün berichtet. Schon wenige Wochen nach Eingang kam der Bescheid, dass die Grundschule II mit ihren Standorten Südschule und Waldschule mit dabei ist.

Das ganze Projekt ist auf zehn Jahre angelegt. In diesen Tagen haben die ersten „Kennenlern-Gespräche“ der unterschiedlichen Teilnehmer stattgefunden, ausschließlich digital im Moment. Hinzu kommen in den nächsten Monaten und Jahren wissenschaftliche Begleiter, die die Lehrer und Sozialpädagogen der Grundschule II auf ihrem Weg unterstützen. Pro Jahr stehen für die Schule zudem 10 000 Euro Projektgelder bereit, um konkrete Vorhaben oder die Weiterentwicklung von Angeboten zu unterstützen.

Über allem steht der formulierte Anspruch für Schule, „Chancengleichheit für alle“ zu schaffen. Eigentlich ist dieser Leitsatz für die Grundschule II von je her ein grundlegender Anspruch an Unterricht, Betreuung und Erziehung für alle Kinder. „Die grundlegende Frage ist, wo sich unser Förderkonzept optimieren lässt“, sagt Schulleiterin Grün. Herausforderungen gibt es von je her reichlich. An der Grundschule II werden aktuell 440 Schüler aus 17 Nationen unterrichtet, allesamt im Alter zwischen 5 und 10 Jahren. Nach wie vor gibt es eine Eingangsstufe für Kinder ab 5 Jahren. Auch sie will die Grundschule II in das Projekt „Schule macht stark“ ausdrücklich mit einbeziehen.

Viele Angebotefür alle Kinder

Janette Grün spricht von einer „Schule der Vielfalt“. Genau diese Vielfalt ist Aufgabe und Verpflichtung dazu, sich ständig weiterzuentwickeln. „Und uns ist es auch wichtig, schon jetzt an die Zeit nach der Pandemie zu denken, die kommen wird“, unterstreicht Grün.

Das Betreuungs- und Unterstützungsangebot für Kinder ist in der Tat breit angelegt. So gibt es bereits seit langem Ganztagsangebote, gezielte Förderungen und Hilfe von Sozialpädagogen. Auch die Hausaufgabenbetreuung des Vereins „bipoli“ ist eine tragende Säule bei den Unterstützungsangeboten.

Weitere Beispiele für Unterstützungsangebote oder Besonderheiten der Grundschule II: Die Akrobatikgruppe „Traumfänger“ ist ebenso ein fixes Element in der Förderung. Dort geht es dann primär um Motorik und Sozialverhalten zum Beispiel. Jüngstes Angebot ist die Familienklasse (die OP berichtete), bei der Eltern an einem Tag gemeinsam mit ihren Kindern unterrichtet werden. Das Angebot ist derzeit aufgrund der Corona-Pandemie und dem Wechselunterricht natürlich noch etwas eingeschränkt.

Prüfen, ob es nochbesser geht

„Bei dem Projekt „Schule macht stark“ wird es wichtig sein zu schauen, wo wir was noch besser machen können und wo vielleicht auch noch etwas fehlt“, sagt Schulleiterin Grün an dieser Stelle. Sprich: Es geht nicht darum, funktionierende Konzept neu zu erfinden, sondern weiterzuentwickeln.

Das sieht auch Thilo Traub vom Staatlichen Schulamt in Marburg so. Traub ist unter anderem für die Grundschule II verantwortlich. Er bescheinigt der Schule und dem Lehrer-Team „viel Energie, um Schule zu gestalten.“

Zugleich finde er es gut, dass alle Beteiligten an der Schule über die laufende Krise hinausdenken. „Das muss ein Kollegium auch wollen“, unterstreicht Traub.

Initiative „Schule macht stark“

Bund und Länder investieren innerhalb der nächsten 10 Jahre insgesamt 125 Millionen Euro in die gemeinsame Initiative „Schule macht stark“. Das Projekt richtet sich, so teilen es Kultusministerkonferenz und Bundes-Bildungsministerium gemeinsam mit, vor allem an „200 Schulen in sozial schwierigen Lagen“. Die Initiative soll Bildungschancen verbessern. Ein Anspruch: Schule weiterentwickeln. Ein weiteres Ziel ist die bessere Vernetzung der Schulen untereinander.

Von Michael Rinde