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Ostkreis Eine grüne Achse durch die Stadt
Landkreis Ostkreis Eine grüne Achse durch die Stadt
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13:58 29.07.2021
Markus Hirth von der Sozialen Stadt und Bürgermeister Christian Somogyi bei der Präsentation. Somogyi zeigt dabei ein Modell einer Stele, die als Wegweiser dienen könnte.
Dieses Bild vom Projekt Soziale Stadt zeigt die möglichen Wegebeziehungen und Schleifen für das grüne Band. Quelle: Privatfoto
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Stadtallendorf

Lange Zeit warb die zweitgrößte Stadt im Landkreis mit der Bezeichnung „die junge Stadt im Grünen“. Das möchte Stadtallendorf bleiben und gerade innerstädtisch auch deutlich „grüner“ werden. Ein zentrales Element dabei ist das „grüne Band“. Die Idee ist seit etwa einem halben Jahr als Modellprojekt zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen ausgewählt, entstanden ist sie schon früher als Projekt des Programms „Soziale Stadt“. Hinter dem „grünen Band“ steckt die Idee einer Wegebeziehung einmal durch das Stadtgebiet – vom alten Dorf über die B 454 und die Main-Weser-Bahn hinweg bis in den Süden der Kernstadt und unter Einbindung vieler Punkte.

Studierende der Uni Kassel hatten an Entwürfen für die Wegebeziehungen und deren Gestaltung gearbeitet, 14 Tage lang waren sie im Ausstellungsraum der Stadthalle zu sehen (die OP berichtete). Das „grüne Band“ ist in Zeiten des Klimawandels von noch größerer Bedeutung geworden – hat die passend gewählte Bepflanzung der Wege und Verbindungen für Fußgänger doch Einfluss auf das Stadtklima wie perspektivisch auch auf die Erwärmung der Stadt bei Hitzewellen.

Bei den Entwürfen der Studierenden zeigte sich eine große Bandbreite an Ideen und Lösungsansätzen. Entscheidungen gibt es derzeit keine, nur eben Vorschläge. Im Herbst ist die Politik gefordert, sich zu beraten und dann auch festzulegen. Klar ist: Das „grüne Band“ wird ein Langzeitprojekt. „Wir wissen zum Beispiel, dass Hessen Mobil Veränderungen bei der Niederkleiner Straße erst in etwa zehn Jahren plant. Entsprechend spät wird sich dort etwas verwirklichen lassen“, sagt Markus Hirth, der Projektleiter „Soziale Stadt“ in Stadtallendorf.

Vier „Schleifen“ durch Bezirke

Der Ansatz ist, das „grüne Band“ durch Wegschleifen zu ergänzen, die verschiedene Stadtbezirke erschließen. Sie knüpfen alle an eine zentrale „Nord-Süd“-Achse an. Gedacht ist an eine „Haart-Schleife“, eine „DAG“-Schleife, eine Siedlungsschleife und eine Höhenschleife. Wie könnte eine solche Schleife aussehen? Beispiel Haartschleife: Sie sähe eine Wegführung mit entsprechender Begrünung durch Hofwiese, Kardinal-von-Galen-Straße, Gutenberg-, Keplerstraße, Semmelweisweg, Haartstraße, Behringstraße, Marburger Straße, Wetzlarer Straße, einen Fußweg nördlich des Bahndammes und die Herrenwaldstraße vor.

Bürgermeister Christian Somogyi ist überzeugt davon, dass die Entwicklung des „grünen Bandes“ die Stadtentwicklung nachhaltig prägen wird in den nächsten Jahrzehnten. Alles ist dabei mit dem Radwegekonzept des Landkreises für Stadtallendorf abzustimmen.

Neuralgischer Punkt Aufbauplatz

Die 15 Studierenden der Universität Kassel hatten Stadtallendorf vor ihren Entwürfen erkundet und sich dabei ein Bild von der Ist-Situation gemacht. Einige Entwürfe zeigten dabei, dass es einzelne Bereiche gibt, die noch vertieft werden müssten, sagen Hirth und Somogyi unisono. Ein solcher neuralgischer Punkt ist zweifellos der Aufbauplatz, eigentlich ein zentraler Bereich in der Stadtallendorfer Innenstadt, der aber seit Jahren auf einen Entwicklungsimpuls wartet. Den könnte er möglicherweise auf diesem Weg erhalten – mit einer üppigen Begrünung und Gestaltung.

Wie das „grüne Band“ am besten ergrünt, muss mit Hilfe eines Fachbüros erarbeitet werden. Ein Rahmen-Bepflanzungsplan muss entwickelt werden, der die örtlichen Begebenheiten berücksichtigt und auch dem Klimawandel Rechnung tragen muss. Sprich: Es dürfen nur Gehölze verwendet werden, die auch hitzebeständig genug sind und gleichzeitig das Innenstadtklima verbessern.

Das „grüne Band“ bekommt auch eine Wegmarkierung, die die Fußgänger über die künftige Achse wie auch durch die Schleifen führen soll. Gedacht ist momentan an eine Stele aus Cortenstahl, also einer rostig wirkenden Stahlart, passend zur Industriestadt, die Stadtallendorf auch mit einem grünen Band bleiben wird. Schnell gehen wird das allerdings alles nicht. „Ich rechne mit einer Entwicklungszeit von 10 bis 15 Jahren, bis alles komplett sein kann“, sagt Somogyi.

Von Michael Rinde

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