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18:59 25.06.2022
Andreas Pfeifer ist begeisterter Flieger. Auf diesem Bild sitzt er in einem Kampfhubschrauber „Tiger“ bei einer Übung in Schweden im Jahr 2020.
Andreas Pfeifer ist begeisterter Flieger. Auf diesem Bild sitzt er in einem Kampfhubschrauber „Tiger“ bei einer Übung in Schweden im Jahr 2020. Quelle: Marco Dorow/Bundeswehr
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Stadtallendorf

Die Führung der Division Schnelle Kräfte (DSK) mit Sitz in Stadtallendorf wechselt einmal vollständig. Nach der Übernahme des Kommandos durch Brigadegeneral Dirk Faust kommen nun zwei neue stellvertretende Divisionskommandeure. In der nächsten Woche übergibt Brigadegeneral Andreas Pfeifer seinen Dienstposten an Oberst im Generalstabsdienst Andreas Steinhaus.

Seit April 2019 war Pfeifer stellvertretender Divisionskommandeur, General Flugbetrieb Heer, Kommandeur der Divisionstruppen und zuletzt auch Standortältester. Ein breites Bündel an Aufgaben und Funktionen. Ein Schwerpunkt war für Pfeifer, den begeisterten Flieger, die insgesamt drei Heeresfliegerregimenter.

Defizite und Fortschritte

Bei Antritt seiner Aufgabe in Stadtallendorf im April 2019 hatte Brigadegeneral Pfeifer von der hohen Dynamik gesprochen, die es gerade bei den Heeresfliegern gebe. Die Dynamik ist in seiner Zeit nicht geringer geworden. Im Gegenteil. Seinerzeit war die Einsatzfähigkeit der verschiedenen und sehr komplexen Hubschrauber ein zentrales Thema. Das ist es geblieben. Bei den Transporthubschraubern NH90 erkennt Brigadegeneral Pfeifer eine Verbesserung der Situation, beim Kampfhubschrauber „Tiger“ sieht er sie so noch nicht. „Wir haben die Systeme insgesamt besser in den Griff bekommen, aber beim ,Tiger’ haben wir den gewünschten hohen Bereitstellungsgrad noch nicht erreicht“, sagt Pfeifer im Gespräch mit der OP.

Er verweist dennoch stolz auf das Erreichte. So sind in den vergangenen Jahren erfolgreiche Einsätze für alle drei Heeresfliegerregimenter teilweise direkt ineinander übergegangen, aus den Einsatzländern Mali und Afghanistan zum Beispiel. Gleichzeitig lief die Vorbereitung der Kampfhubschrauber „Tiger“ für die schnelle Eingreiftruppe der Nato (VJTF, Very High Readiness Joint Task Force). Im nächsten Jahr stellt die Bundeswehr den entscheidenden Anteil der Soldaten an dieser Task Force, der eine so zentrale Aufgabe bei der Bündnisverteidigung zukommt. Die Fritzlarer Kampfhubschrauber seien dafür zertifiziert, stehen also parat. „Was wir uns vorgenommen haben, das haben wir alles erreicht“, betont Pfeifer.

Er sieht aber klare Perspektiven für die weitere Entwicklung der Bundeswehr, der Division Schnelle Kräfte und damit auch für die Heeresflieger, die ihm so vertraut sind. Pfeifer zielt auf das beschlossene Sondervermögen ab, mit dem die Bundeswehr in den nächsten Jahren modernisiert und ihre Einsatzfähigkeit entscheidend verbessert werden soll. „Das versetzt uns erstmals in die Lage, die Defizite, die wir haben, wirklich auszugleichen, auch wenn es bei der Finanzierung der Streitkräfte auch danach natürlich weitergehen muss“, erklärt Pfeifer.

„Bürger stolz auf Soldaten“

Pfeifer wird die Situation bei den Heeresfliegerregimenter in seiner neuen Funktion weiter beschäftigen. Er wechselt in das Einsatzführungskommando. Dort ist Pfeifer künftig Einsatzkoordinator für die verschiedenen Teilstreitkräfte. Die deutschen Einsätze für die Sicherheit der Nato-Ostflanke, etwa in Litauen aber auch in Tschechien, wird er besonders im Blickfeld haben dabei.

Auch wenn Pfeifer dem neuen Dienstposten sehr positiv gegenübersteht, so blickt er doch auch mit „weinenden Augen“ auf die Stadtallendorfer Zeit zurück. Im OP-Gespräch fällt dabei immer wieder der Satz „das war schon sehr besonders hier“. Besonders schön, wie Pfeifer unterstreicht. Er lobt das enge Verhältnis zwischen Soldaten als Bürgern in Uniform und Stadtallendorfer Bürgern. „Ich habe hier erlebt, dass Bürger stolz auf die Arbeit der Soldaten sind“, so der scheidende stellvertretende Divisionskommandeur.

Ausdrücklich hebt er auch die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der niederländischen Armee hervor. In der DSK wird sie gelebt. Die 11. Luchtmobiele Brigade der Niederlande ist der Division unterstellt, ein stellvertretender Divisionskommandeur ist seitdem ein niederländischer General. Künftig ist das Brigadegeneral Jelte Groen. „Diese Zusammenarbeit ist wie ein Ehepaar, für mich ist sie nicht mehr wegzudenken“, so Pfeifer. Aktuell gehören 25 niederländische Soldaten zum Stab der Division.

Und noch etwas behält Pfeifer positiv und besonders in Erinnerung: Die gelben Schleifen als Zeichen der Solidarität der Bevölkerung mit der Bundeswehr, der Parlamentsarmee. „Es ist eine so schöne Art zu zeigen, dass man solidarisch mit den Soldaten ist, die teilweise im Einsatz stehen“, sagt Pfeifer.

Von Michael Rinde

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