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Ostkreis Hagebau will nach Stadtallendorf
Landkreis Ostkreis Hagebau will nach Stadtallendorf
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20:29 03.09.2021
So soll der Baumarkt aussehen.
So soll der Baumarkt aussehen. Quelle: Visualisierung: W. Felden und Kaiser & Roth KG GmbH u. Co.
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Stadtallendorf

Gut anderthalb Jahre sind seit den ersten Kontakten des Marburger Unternehmens W. Felden und Kaiser & Roth KG Handels GmbH & Co. (FKR) mit der Stadt Stadtallendorf vergangen. Am Ende dieses Prozesses steht ein Zwölf-Millionen-Euro-Projekt im Gewerbegebiet Nord-Ost. FKR plant dort einen Baufachmarkt in Kombination mit einem Bau- und Gartencenter unter der Flagge von Hagebau.

Kilian Bornschein, geschäftsführender Gesellschafter von FKR, spricht von einem „Kompetenzzentrum für Bauen und Heimwerken“, das entstehen soll. FKR ist seinerseits Gesellschafter von Hagebau und betreibt Märkte in Baunatal, Paderborn und Schwalmstadt.

Angebot fehlt seit 2008

Die nötigen Flächen dafür – insgesamt 23850 Quadratmeter – hat die Stadt gekauft und wird sie aller Voraussicht nach an den Investor FKR weiterverkaufen. Teil des Projektes ist der erwähnte Baufachmarkt. Dabei will das Marburger Unternehmen mit einem eingeführten Stadtallendorfer Unternehmen, Baustoff Müller, eine gemeinsame Betreibergesellschaft gründen. Die Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen laufen noch.

Erklärtes Ziel ist ein umfassendes Angebot für Privatleute und Handwerksunternehmen vor Ort und in der Region. Es geht um eine Gesamtverkaufsfläche von rund 11000 Quadratmetern.

Baumarkt Stadtallendorf Quelle: W. Felden und Kaiser & Roth KG GmbH u. Co.

Am Donnerstagabend gab es die erste Vorstellung dieses Vorhabens im Bau- und Planungsausschuss. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) fasste den Tenor aus der Politik so zusammen: „Als Rückmeldung gab es von allen Seiten ein ,Endlich’.“ Denn in Stadtallendorf, immerhin zweigrößte Stadt des Landkreises, gibt es seit der Schließung des Bau- und Gartenmarktes in der Stadtmitte im Jahr 2008 kein vergleichbares Angebot mehr. Kurzfristig sei im Ausschuss die Entscheidung gefallen, die Planungen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern gleich grünes Licht für die Weiterentwicklung des Projektes seitens der Stadt zu geben. In der Stadtparlaments-Sitzung am Donnerstag, 9. September, wird das Thema wohl auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Für die Stadt sind die Pläne von FKR aus mehrfacher Sicht attraktiv: Das Unternehmen will die Betreibergesellschaft für den Marktkomplex in Stadtallendorf ansiedeln, auch damit die Steuereinnahmen vor Ort bleiben. Es entstehen außerdem etwa 40 neue Arbeitsplätze in Stadtallendorf. „Und dieser Markt wird eine Bereicherung für unser Mittelzentrum, es wird das ergänzt, was uns fehlt“, sagt Somogyi. Deshalb sieht die Verwaltung derzeit auch keine Probleme mit der Regionalplanung.

Baurecht muss geschaffen werden

Der neue Marktkomplex soll wie ein Riegel vor dem Herrenwald liegen. Aus städtischer Sicht ist er zugleich ein zusätzlicher Wall zum Schutz vor Autobahnlärm. Wer in das Gewerbegebiet hineinfährt, lässt den Autohof rechts liegen und fährt auch am Unternehmen Faudi vorbei, um sich dann links zu orientieren und zum Baumarkt zu gelangen. Das Grundstück, um das es jetzt geht, muss noch erschlossen werden. Das Unternehmen FKR und auch die Stadt betonen, dass der Zugang zur Forstkapelle gewährleistet bleibt. Allerdings muss der Forster Weg möglicherweise umgelegt werden. Auch darüber gibt es in den nächsten Monaten Gespräche.

Zwischen FKR und Stadt stehen noch einige Verhandlungen an. Es geht beispielsweise um die Aufteilung von Planungskosten. Geschäftsführer Bornschein betont aber: „Was die Rahmendaten angeht, sind wir uns einig.“ Beide Verhandlungspartner hätten gemerkt, dass man auf einer Wellenlänge liege. So sieht das auch Bürgermeister Somogyi.

Jetzt muss die Stadt im nächsten Schritt den gültigen Bebauungsplan ändern, das formale Verfahren dürfte nach einem Parlamentsbeschluss am nächsten Donnerstag eingeleitet werden. Baubeginn wäre im Sommer 2023, wenn alles wie geplant vorangeht. Die Eröffnung dürfte dann ein dreiviertel Jahr später anstehen.

Hat die A 49 für den Investor eine entscheidende Rolle gespielt? „Jein. Wir konzentrieren uns auf die Kunden in und rund um Stadtallendorf“, sagt Kilian Bornschein. Allerdings sei eine gute Autobahnanbindung natürlich ein Standortvorteil für einen solchen Markt.

Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt am 9. September ab 19.30 Uhr in der Stadthalle.

Von Michael Rinde