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Ostkreis Für A49-Weiterbau braucht es reichlich Beton
Landkreis Ostkreis Für A49-Weiterbau braucht es reichlich Beton
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13:58 10.02.2021
Archivfoto: Für die Brückenbauwerke, hier frühere Arbeiten bei Schwalmstadt, braucht es reichlich Beton.
Archivfoto: Für die Brückenbauwerke, hier frühere Arbeiten bei Schwalmstadt, braucht es reichlich Beton. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Wohin kommt das für den Weiterbau der A49 allein aus praktischen Gründen unabdingbare mobile Betonwerk? Der BUND hatte erklärt, es käme sicher nach Stadtallendorf auf ein städtisches Grundstück am Rande des Herrenwaldes, möglicherweise müssten dafür am Rande des Herrenwaldes weitere Bäume fallen.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) hatte widersprochen und betont, dass es zwar einzelne Gespräche, aber keine Festlegungen oder Verhandlungen gegeben hätte (die OP berichtete). Allerdings hatte Somogyi die Kooperationsbereitschaft der Stadt Stadtallendorf hervorgehoben.

Auch der Baukonzern Strabag AG bestreitet, dass es bereits eine abschließende Entscheidung in Sachen Betonwerks-Standort gibt. „Wir sind derzeit auf der Suche nach geeigneten Flächen für eine mobile Beton-Mischanlage im Umfeld der A49-Baumaßnahme und prüfen verschiedene Optionen, zu denen auch das erwähnte Areal in Stadtallendorf zählt“, erklärt Sprecherin Birgit Kümmel auf Anfrage dieser Zeitung.

Bauvoranfrage für das Gelände

Die Suche sei völlig ergebnisoffen und fokussiere derzeit auf die Klärung genehmigungsrechtlicher Fragen

Die Strabag AG ist einer der Gesellschafter der A49 Autobahngesellschaft, dem privaten Partner des Bundes bei Bau und Betrieb. Es gibt allerdings eine Bauvoranfrage für das betreffende Gelände, wie Kümmel erklärt.

Danach dürfte klar sein, ob sich auf der Fläche nahe der geplanten Trasse ein solches Werk überhaupt errichten ließe. Derzeit läuft die Behördenprüfung noch, eine Rodungsgenehmigung wie vom BUND befürchtet, gibt es demnach auch noch nicht, wie Strabag-Sprecherin Birgit Kümmel verdeutlicht.

Einsatz ab Mitte des Jahres

Etwas scheint die Zeit aber nunmehr zu drängen: Denn das mobile Betonwerk wird ab etwa Mitte des Jahres benötigt, so die Strabag. Und Baumrodungen sind nur noch bis Ende dieses Monates grundsätzlich zulässig. Unter diesem Zeitrahmen standen bereits die Baumfällarbeiten auf der Trasse der A49 im Herrenwald, im Dannenröder Forst und ebenso im Maulbacher Wald.

Der Betonbedarf für die insgesamt mehr als 30 Kilometer lange Neubaustrecke von Schwalmstadt über Stadtallendorf bis zur A5 bei Gemünden (Felda) ist jedenfalls enorm, insbesondere für die geplanten Brückenbauwerke. Laut Strabag AG werden rund 160 000 Kubikmeter Beton aller Voraussicht und Berechnungen nach benötigt.

Die große Masse des benötigten Betons fließt natürlich in die Brückenbauwerke. Für die werden je nach Gründung und Bauweise zwischen 3 000 und 35 000 Kubikmeter Beton benötigt. Deshalb sei bei Baumaßnahmen solcher Größenordnung sei eine mobile Betonmischanlage in Baustellennähe unabdingbar, um die Betonversorgung bestmöglich sicherzustellen, so die Strabag AG gegenüber der OP.

Reaktion vom heimischen Landtagsabgeordneten

Auf Bürgermeister Somogyis grundsätzlich positives Statement in Sachen Betonwerk gab es eine politische Reaktion vom heimischen Landtagsabgeordneten Jan Schalauske (Die Linke): Er habe für die Haltung der Stadt Stadtallendorf kein Verständnis. Mögliche Pläne für ein Betonwerk im Zuge des Weiterbaus der A49 schienen nicht durch die Planfeststellung rechtlich abgesichert.

„Es kann doch nicht im Sinne Stadtallendorfs sein, dass im Herrenwald noch mehr Natur durch weitere Rodungen und Flächenversiegelungen zerstört wird. Ob sich durch einen weiteren Eingriff Verkehrsbelastungen vermeiden ließen, bleibe mehr als fraglich.“

Schalauske hoffe, dass Stadtallendorfs Bürgermeister Somogyi seine ‚kooperative‘ Haltung zu dieser Anfrage nochmal überdenke und sich diesem ökologisch schädlichen Ansinnen entgegenstelle. Am Ende müsse sich dazu auch die Planfeststellungsbehörde erklären.

Von Michael Rinde

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